Was minimalistisch Leben für deinen Geldbeutel bedeutet

Du willst Ballast abwerfen und finanzielle Freiheit erreichen? Hier erfährst du, wie du ein sparsames Leben nach den Prinzipien des Minimalismus und Frugalismus führen kannst.

Lesezeit: 6 Min.

Helle Farben, klare Linien und Luft zum Atmen: In der Design- und Einrichtungswelt hat sich der Minimalismus schon längst etabliert. Und auch in vielen anderen Lebensbereichen gilt für viele der Leitsatz “Weniger ist mehr”. Mit dem Frugalismus bekommt der Trend neuen Aufwind. Es gilt nicht nur, sich auf das Wesentliche zu reduzieren, sondern auch genügsam zu sein und finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. Doch wie genau sieht ein minimalistischer bzw. frugalistischer Lebensstil aus? Warum entscheiden sich Menschen für diese Lebensweise? Und was kannst du tun, um im Alltag sparsamer zu leben und deine finanziellen Ziele zu erreichen? Das erfährst du in diesem Artikel!

Was bedeutet ein minimalistischer Lebensstil?

Minimalismus ist mehr als ein Trend. Es ist eine Lebenseinstellung. Für manche bedeutet das, nur wenige Möbel zu besitzen und Flächen bewusst frei zu lassen. Andere geben die eigenen Wände komplett auf, entscheiden sich für alternative Wohnkonzepte oder reisen mit leichtem Gepäck als digitale NomadInnen um die Welt. 

FrugalistInnen wiederum leben besonders sparsam. Statt ihr Geld für Konsumgüter auszugeben, investieren sie in Aktien oder andere Wertanlagen. Bescheidenheit ist ihre Devise und das Ziel der vorzeitige Ruhestand.    

Das minimalistische Leben dreht sich also um wenig Besitz und mehr (finanzielle) Freiheit. Statt ständig auf äußere Reize zu reagieren und sich im Konsum zu verlieren, versuchen Menschen mit einem minimalistischen oder frugalistischen Lebensstil, die Verbindung zu sich selbst wiederherzustellen und nach den eigenen Werten zu leben. Zum Beispiel, indem sie materiellen Besitz loslassen, Zeit in der Natur verbringen, sich aus sozialen Netzwerken ausklinken oder selbstständig arbeiten.

Die Gründe für Minimalismus und Frugalismus

Ein drittes Paar Sneaker, die edle Flasche Wein, eine neue Soundbar: Mit jedem Kauf kurbeln wir die Wirtschaft an und spülen Steuergelder in die öffentlichen Kassen. Allgemeiner Wohlstand, Zugang zu medizinischer Versorgung und eine funktionierende Infrastruktur hängen also stark von unserem Konsum ab. Doch das hat seinen Preis: Die Umwelt ächzt unter den Müllbergen, das Streben nach dem persönlichen Glück wird immer größer und bleibt doch unerfüllt, denn der Klick auf den Kaufen-Button macht nur für ein paar Sekunden glücklich

Viele Menschen entscheiden sich für einen minimalistischen Lebensstil, um diesem Kreislauf zu entkommen. Sie wollen endliche Ressourcen schonen, den Blick auf das Wesentliche schärfen und bewusste Kaufentscheidungen treffen. Sie sagen Nein zu Fast Fashion aus Polyester und leisten sich lieber einen hochwertigen Wollpulli, der jahrelang hält. Sie sammeln einzigartige Erfahrungen, indem sie mit dem Fahrrad durch Europa reisen, eine Ausstellung besuchen oder an Workshops zum Einlegen von Gemüse teilnehmen. Oder sie üben sich – wie die FrugalistInnen – in Genügsamkeit, um schnell viel Geld zu sparen und sich frühzeitig aus der Arbeitswelt zu verabschieden. Denn das Leben hat so viel mehr zu bieten, als Geldverdienen und -ausgeben.

Ist Minimalismus günstiger?

Die Antwort liegt auf der Hand: Wer weniger Dinge kauft und bescheiden lebt, spart im Alltag bares Geld. Allerdings ist ein minimalistischer Lebenstil nicht zwangsweise günstig – es kommt ganz auf deine persönlichen Werte an. Wenn du deine Wohnung mit ausgewählten Designerstücken einrichten oder ausschließlich im Bioladen einkaufen willst, brauchst du natürlich ein ganz anderes Budget als für Second-Hand-Möbel und Lebensmittel aus dem Discounter. 

Unabhängig von deinen Qualitätsansprüchen hast du viele Möglichkeiten zu sparen – und zwar vor allem an Ressourcen. Du kannst zum Beispiel deinen Stromverbrauch reduzieren, indem du nur dort Licht brennen lässt, wo du dich gerade aufhältst. Statt das Wasser vom Eierkochen in den Ausguss zu schütten, kannst du es abkühlen lassen und damit die Pflanzen gießen. Eine tolle Art, Wasser zu sparen und auf chemische Düngemittel zu verzichten! Und wieso bunte Notizzettel kaufen, wenn du deine To-dos auf alte Briefumschläge oder die Papp-Banderole vom Joghurtbecher schreiben kannst? Mit Tipps wie diesen lebt es sich definitiv genügsamer. Weitere Ideen findest du im nächsten Abschnitt.  

Tipps für den Start in ein minimalistisches Leben 

Du musst nicht gleich dein ganzes Leben umkrempeln, um Ausgaben zu reduzieren und Freiraum für wichtigere Dinge zu schaffen. Überlege, in welchem Lebensbereich du die Prinzipien des Minimalismus am besten umsetzen kannst. Du wirst sehen: Nach und nach schwappt dein neuer Lifestyle auch in andere Bereiche über.      

Selber kochen und Ernährung umstellen

Bei der Vielzahl an Lieferdiensten, Restaurants und Convenience-Produkten ist die Versuchung groß. Doch wenn du selber kochst, kannst du Lebensmittelverschwendung vorbeugen, Müll reduzieren und Kosten sparen. Das geht schon beim Einkauf im Supermarkt los: Wenn du wöchentliche Essenspläne und Einkaufslisten erstellst, landen weniger unnötige Dinge im Warenkorb. So reduzierst du den Verpackungsmüll und gerätst nicht in Stress, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum immer näher rückt. Außerdem kurbelst du deine Kreativität an – zum Beispiel, indem du aus Resten ein neues Gericht zauberst oder schaust, was der Vorratsschrank so hergibt.

Bei der Ernährung selbst kannst du natürlich auch vieles reduzieren. Eine vegane Ernährungsweise klammert zum Beispiel alle tierischen Produkte aus – in Zeiten der Inflation sparst du so eine Menge Geld und tust auch noch etwas für das Tierwohl und die Umwelt!

Die Wohnung ausmisten

Der wohl bekannteste Tipp für Minimalismus ist, die eigenen vier Wände auszumisten. Ganz gleich, ob du die KonMari-Methode nutzen oder dein eigenes Aufräumsystem entwickeln willst: Es ist unheimlich befreiend, Dinge auszusortieren, die nur im Regal verstauben oder Schubladen zum Überlaufen bringen. Dazu gehören:

  • Klamotten, Unterwäsche und Socken
  • Schuhe, Schals, Mützen und Handschuhe
  • Schmuck und Accessoires
  • Taschen, Rucksäcke und Beutel
  • Kosmetik und Hygieneartikel
  • Handtücher
  • Geschirr und Besteck
  • Küchengeräte
  • Bücher und Zeitschriften
  • CDs, DVDs
  • Kabel, technische Geräte
  • Werkzeug
  • Dekoartikel
  • Papierkram, z. B. Studienunterlagen oder uralte Kontoauszüge

Betrachte Ausmisten wie ein Hobby und plane dafür jede Woche ein bisschen Zeit ein. Viele Sachen musst du nicht mal zum Sperrmüll bringen. Du kannst sie auch spenden, verschenken oder online bzw. auf dem Flohmarkt verkaufen. Die positiven Effekte sind in der Regel sofort oder spätestens beim nächsten Umzug spürbar!  

Für mehr Ausgleich im Job sorgen 

Minimalismus und Frugalismus sind nicht nur eine Entscheidung gegen übermäßigen Konsum, sondern auch für eine gesunde Work-Life-Balance. Ganz gleich, ob du regelmäßig Überstunden im Büro schiebst oder als FreelancerIn schwer Nein zu neuen Aufträgen sagen kannst: Wenn du einen minimalistischen Lebensstil führen willst, ist es an der Zeit, genau das zu ändern!

Überlege dir, wie du deine Arbeitszeit reduzieren und für mehr Ausgleich sorgen kannst. Wie wäre es zum Beispiel, deine Mittagspause im Park oder in der Kantine zu verbringen statt am Schreibtisch? ExpertInnen zufolge fördern Pausen das Leistungsvermögen – mit kleinen Auszeiten zwischendurch sparst du dir damit die ein oder andere Überstunde. Vielleicht kannst du deine Aufgaben auch mit digitalen Projektmanagement-Tools organisieren und so effizienter arbeiten. Die gewonnene Zeit kannst du in dein persönliches Wohlbefinden, den Vermögensaufbau oder DIY-Projekte stecken.

Das Auto stehen lassen

Ewig nach Parkplätzen suchen, stundenlang im Stau stehen oder über die hohen Spritpreise schimpfen: Ein eigenes Auto hat nicht nur Vorteile. Wie wäre es, eine der vielen anderen Transportmöglichkeiten wie den öffentlichen Nahverkehr, Carsharing oder Leihräder zu nutzen? Oder du gehst öfter mal zu Fuß! Was auch immer dich an dein Ziel bringt: Der Verzicht auf ein eigenes Auto schont die Umwelt, spart Kosten und befreit dich von lästigen Verpflichtungen – von der regelmäßigen Wartung über die Kfz-Steuer bis zur Versicherung. 

Zugegeben: Wer auf dem Land wohnt, ist oft auf ein Auto angewiesen. Doch auch hier gibt es Alternativen. Du kannst zum Beispiel mit NachbarInnen oder Bekannten Fahrgemeinschaften bilden – etwa, um die Kinder zur Schule zu bringen oder Einkäufe zu erledigen. Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl und schafft Freiräume in deinem Terminkalender.

Mobiles Banking nutzen

Zum Minimalismus gehört auch, den eigenen Social-Media-Konsum zu reduzieren und weniger Zeit am Smartphone zu verbringen. Doch es gibt eine Reihe von digitalen Tools, die dir bei einem minimalistischen Lebensstil helfen – zum Beispiel mobile Banking Apps. Mit einem digitalen Girokonto verzichtest du komplett auf Papierkram und erledigst Überweisungen in Sekundenschnelle am Smartphone. Dank des Insights-Features behältst du dein monatliches Ausgabeverhalten jederzeit im Blick – und siehst genau, wie sich dein neuer Lifestyle auf deine Finanzen auswirkt. Deine Ersparnisse kannst du bequem auf einen von 10 Spaces (Unterkonten) verschieben und flexibel verwalten. Und je mehr du sparst, desto schneller kannst du finanzielle Freiheit erreichen und nach deinen eigenen Werten leben.

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Von N26

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