Zerknitterte Euroscheine.

Geldentwertung: Das steckt hinter dem Begriff

Alles wird teurer und du fragst dich, was bei einer Geldentwertung mit deinem Ersparten passiert? Hier erfährst du, welche Auswirkungen die Inflation hat und was sich dagegen unternehmen lässt.

Lesezeit: 8 Min.

Ob Lebensmittel oder Sprit: Aktuell steigen fast überall die Preise und die Sorge vor einer Inflation wächst. Doch was genau passiert bei der Inflation und welche Auswirkungen hat sie für dich?

Je nachdem, ob du Schulden hast oder Erspartes, sind die Folgen ganz unterschiedlich. Warum das so ist, erfährst du in diesem Artikel. Wir erklären den Begriff Geldentwertung, zeigen die Unterschiede zwischen Inflation und Deflation mithilfe historischer Beispiele und werfen einen Blick auf die aktuelle Geldpolitik der EZB.

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Was bedeutet Geldentwertung und wie betrifft sie dich?

Bei einer Inflation, auch Geldentwertung genannt, verliert eine Währung wie der Euro an Wert. Das zeigt sich in steigenden Preisen. Angenommen, für eine Kugel Eis hast du bisher 1,20 € gezahlt. Bei einer Inflation würde die Kugel Eis zum Beispiel 1,40 € oder mehr kosten. Du bekommst keine größere Waffel, extra Schokosoße oder mehr Eiscreme. Du zahlst schlichtweg eine höhere Summe, weil der Euro weniger wert ist als vorher. Und nicht nur das: Viele andere Dinge werden auch teurer, zum Beispiel Butter, Gas oder Benzin. Durch die höheren Preise kommt immer mehr Geld in Umlauf, was den Wert des Geldes weiter mindert. Aber woran liegt dieser flächendeckende Preisanstieg? 

Die Gründe für eine Inflation   

Inflation kann verschiedene Ursachen haben. Zunächst einmal ist sie ein natürlicher Prozess, denn die Marktwirtschaft unterliegt normalen Schwankungen. Das hat viel mit Angebot und Nachfrage zu tun. Wenn zum Beispiel wie aktuell die Energiepreise aufgrund geopolitischer Auseinandersetzungen steigen, haben Unternehmen höhere Produktionskosten. Um diese auszugleichen und die Gewinnspanne nicht zu schmälern, können sie die Mehrkosten auf die VerbraucherInnen umlegen, sprich, den Preis erhöhen. Und wenn beispielsweise der Liter Milch im Einkauf teurer wird, ist deine Lieblingseisdiele auch gezwungen, die Preise anzuheben. In diesem Fall sprechen wir von einer Angebotsinflation.

Eine Geldentwertung kann aber auch durch eine größere Nachfrage entstehen. Stell dir vor, es wollen so viele Menschen Eis essen, dass die Vorräte knapp werden. Unternehmen reagieren darauf oft mit einer Preiserhöhung, weil das Eis so begehrt ist. Das nennt sich Nachfrageinflation. Diese geht auch oft mit einer Erhöhung der Löhne einher. Allerdings droht das die Geldentwertung des Euro noch zu verstärken und kann eine Lohn-Preis-Spirale verursachen. Denn wenn du mehr Geld verdienst, kannst du dir das teure Eis weiterhin leisten und nicht. Die Nachfrage bleibt also hoch oder nimmt weiter zu.

Was die Inflationsrate aussagt

Gemessen wird die Geldentwertung anhand der Inflationsrate. Diese zeigt, um wie viel Prozent die Preise angestiegen sind. Allerdings entspricht dieser Wert nicht unbedingt der realen Inflation in Deutschland, da die Berechnung auf einem repräsentativen Einkaufskorb basiert. Dieser soll das generelle Konsumverhalten der Menschen abbilden, was sich im echten Leben natürlich viel mehr unterscheidet. Deshalb kann sich, je nachdem, welche Produkte in deinem persönlichen Warenkorb landen, Inflation auch ganz unterschiedlich anfühlen. Im Schnitt empfinden wir eine Geldentwertung höher als sie tatsächlich ist. In der EU zum Beispiel lag die Inflationsrate in 2020 bei 0,7 %, lag gefühlt aber ein paar Prozentpunkte höher.

Das heißt nicht, dass deine Sorgen vor einer Geldentwertung unberechtigt sind, vor allem, wenn du knapp bei Kasse bist und . Allerdings ist Inflation nicht per se etwas Schlechtes. Aber warum? 

Deflation und Inflation: Auswirkungen und Unterschiede

Ganz gleich, ob Angebots- oder Nachfrageinflation: Steigende Preise können die Wirtschaft ankurbeln und die Kaufkraft stärken. Vielleicht kannst du dir auch denken, was bei einer Geldentwertung mit deinen Schulden passiert: Der reale Wert der sinkt, das heißt, du kannst deinen Kredit leichter zurückzahlen. Inflation hat also auch ihre gute Seiten. Wirklich schlimm ist die Hyperinflation, bei der die Inflationsrate über 50 % liegt. Das war zum Beispiel bei der Deutschen Inflation von 1914-1923 in der damaligen Weimarer Republik der Fall. Die Mark verlor im Ersten Weltkrieg zunehmend an Wert, der Staat druckte immer mehr Geld und die Inflationsrate schoss förmlich in die Höhe. In 1923 hättest du gegen einen einzigen US-Dollar unglaubliche 1 Mio. Mark tauschen müssen, so wenig war sie noch wert. Von dieser Art von Inflation sind wir in Deutschland aktuell weit entfernt, trotz der steigenden Preise. 

Das Gegenteil der Inflation ist die Deflation, also eine Geldaufwertung. Diese sehen die meisten WirtschaftsexpertInnen mit größerer Sorge. Bei einer Deflation sinken die Preise – zum Beispiel aufgrund von Überproduktion – und der Wert des Geldes steigt. Geld selbst wird zum knappen Gut und die Kaufkraft sinkt. Wenn der Euro so viel wert ist, behältst du ihn schließlich lieber auf , anstatt ihn auszugeben. In Folge kühlt sich die Wirtschaft ab, die Löhne sinken und die Arbeitslosigkeit steigt. Wieder entsteht eine Spirale, aber nach unten. Denn wenn du weniger bekommst oder sogar deinen Job verlierst, gibst du erst recht weniger Geld aus und die Wirtschaft kommt weiterhin nicht Schwung. Das war zum Beispiel während der Wirtschaftskrise in den USA in den 1930er Jahren der Fall. 

Auch Deflation kann einen Vorteil haben, nämlich wenn du Aktien hast. Durch die Aufwertung des Geldes sind deine Kapitalanlagen wertvoller und du profitierst von höheren Zinsen – vorausgesetzt, der Leitzins wird nicht gesenkt. Was das bedeutet, erfährst du im nächsten Abschnitt. 

Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank

Inflation und Deflation werden nicht nur durch die Marktwirtschaft beeinflusst. Neben Angebot und Nachfrage spielt auch die Geldpolitik eine Rolle. Die Europäische Zentralbank (EZB) kann den sogenannten Leitzins anheben oder senken, um die Preisentwicklung zu lenken. Seit einigen Jahren verfolgt die EZB eine Nullzinspolitik: Das heißt, der Leitzins liegt bei 0,00 % (Stand 24.3.2022). Entsprechend gering sind die Zinsen, die Banken ihren Kunden bieten können. Deshalb lohnen sich beispielsweise Sparkonten seit Jahren nicht mehr, denn dein Vermögen kann sich ohne einen ordentlichen Zinssatz kaum vermehren.

Die Idee hinter einem niedrigen Leitzins: Wenn es sich nicht lohnt, Geld auf dem Konto zu parken, geben wir es halt aus – das gilt für Einzelpersonen und Unternehmen. Das kurbelt die Wirtschaft an, die Nachfrage steigt, Firmen tätigen mehr Investitionen, stellen mehr ein und zahlen höhere Löhne. Und in der Folge steigen auch die Preise. 

Ergreift die EZB entsprechende Verknappung zur Inflationsbekämpfung?

Die Inflation war in Deutschland in den letzten zehn Jahren stabil und lag meist unter dem Ziel der EZB von 2,00 %. Seit 2021 steigt sie jedoch und liegt aktuell vor allem aufgrund momentaner geopolitischer Spannungen bei 7,3 %. In Österreich lag die Inflation im März 2022 bei 6,8 %. 

Die Rufe nach einer restriktiven Geldpolitik mit einem höheren Leitzins werden daher lauter. Ein höherer Leitzins könnte die aktuelle Preisentwicklung ausgleichen. Wir würden weniger ausgeben und dank höherer Zinsen lieber unser Geld vermehren, die Nachfrage würde sinken und die Preise fallen. Ein höherer Leitzins könnte insbesondere einkommensschwache VerbraucherInnen entlasten. Die EZB öffnet sich zwar allmählich einer restriktiven Geldpolitik, hat den Leitzins bis dato jedoch noch nicht angehoben. Die USA haben den Schritt bereits getan, am 17.3.2022 erhöhte die US-Zentralbank Fed den Leitzins von 0,25% auf 0,5%. Warum zögert die EZB, trotz der relativ hohen Inflationsrate? 

Wie du oben gelesen hast, gilt vielen die Deflation als weitaus größeres Problem. Die Wirtschaft könnte durch die Leitzinserhöhung abflauen, Löhne sinken, die Arbeitslosigkeit steigen. Ein höherer Leitzins wäre im schlimmsten Fall also eine Art Wachstumsbremse – zumal die hohen Energie- und Rohstoffpreise damit nicht vom Tisch wären. Unternehmen müssten die hohen Kosten immer noch ausgleichen. Wenn sie die Preise anheben, um überhaupt Gewinn zu machen, würde die neue Geldpolitik ihr Ziel verfehlen. Hohe Preise stünden einer geringen Kaufkraft gegenüber. Dank höherer Zinsen könnten deine zwar mehr Geld abwerfen, allerdings würden auch die Kreditzinsen steigen. Das ist einer der Gründe, warum eine Leitzinserhöhung gut überlegt sein muss.

Du siehst: Geldpolitik ist ein komplexes Thema und die langfristigen Folgen nicht immer absehbar. Möglicherweise wird die EZB den Leitzins noch in 2022 anheben, um die aktuelle Inflation in Deutschland und der EU abzumildern. Doch was kannst du bis dahin machen?

Was du bei einer Inflation tun kannst

Ganz gleich, wie stark die Auswirkungen der Inflation für dich persönlich sind: Du kannst etwas tun, um dein Geld zu schützen. Unter anderem gibt es die Möglichkeit, dein Geld in ETFs oder Aktien anzulegen oder deine eigene Wohnung zu kaufen. So würdest du dein Geld im besten Fall gewinnbringend investieren. Bei Anlagen wie ETFs, Aktien oder Kryptowährungen solltest du aber auch beachten, dass diese nicht ohne Risiken daherkommen und Marktschwankungen gleichermaßen ausgeliefert sind.

Du hast nur ein begrenztes Budget zur Verfügung? Dann hast du jetzt noch mehr Gründe, deine Finanzen in die Hand zu nehmen! Mit einem Haushaltsbuch oder praktischen Tools wie findest du heraus, wohin dein Geld jeden Monat fließt. So siehst du, ob du zum Beispiel noch ungenutzte Abos kündigen oder kannst. Statt alleine mit dem Auto zu fahren, könntest du mit Menschen aus deinem Ort Fahrgemeinschaften bilden. Vielleicht hast du sogar die Möglichkeit – darüber freut sich auch die Umwelt!

Die hohen Energiekosten sind eine Belastung und du tust sicher schon viel, um weniger zu verbrauchen. Möglicherweise gibt es aber noch den ein oder anderen Tipp, um . Falls du nicht Nein zum dritten Coffee-to-go oder neuen Klamotten sagen kannst, schiebe dir mit selbst einen Riegel vor. Oder du überweist jeden Monat automatisch einen kleinen Sparbetrag auf ein Extrakonto wie (Unterkonten). So gibst du nicht mehr Geld als nötig aus und legst einen Notgroschen an. Was auch immer du tust – bei N26 ist . Als Bank mit europäischer Vollbanklizenz sind deine Einlagen bis 100.000 € geschützt. und erfahre, wie du mit der mobilen Bank !

Von N26

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