Frau, die einen Stift hält und schreibt.

Verschiedene Steuerarten in Deutschland

In Deutschland gibt es mehr als 40 verschiedene Steuerarten. Welche davon relevant für dich sind und warum es sie überhaupt gibt, erfährst du in diesem Artikel!

Lesezeit: 5 Min.

Was sind Steuern?

Steuern begleiten uns schon seit Menschengedenken: Die alten Ägypter mussten eine Erntesteuer leisten, im Mittelalter zahlten Reisende Wegzoll und im Deutschland des 18. Jahrhunderts gab es sogar eine Spatzensteuer. 

Der Zweck ist immer derselbe: Die Einnahmen aus Steuergeldern sollen der Allgemeinheit zugute kommen – zum Beispiel, um den Straßenbau zu finanzieren. Es handelt sich bei Steuern also um öffentlich-rechtliche Abgaben, die steuerpflichtige Personen an den Staat leisten müssen. 

Steuerarten in Deutschland

So einfach der Zweck von Steuern erscheint – in der Praxis ist es deutlich komplizierter. Das liegt unter anderem daran, dass es in Deutschland über 40 verschiedene Steuerarten gibt. Darüber hinaus zieht nicht nur der Bund Steuern ein. Auch die Bundesländer, die Gemeinden und die Kirche erheben Steuern. Nicht zu vergessen die verschiedenen Steuersätze! Aber keine Sorge: Hier findest du einen guten Überblick.  

Das Steuersystem in Deutschland

Deutschland hat ein Vielsteuersystem, das sich unterschiedlich kategorisieren lässt. Schauen wir uns zuerst die drei Bereiche an, in die verschiedene Steuerarten unterteilt werden:

  • Verkehrssteuern sind all jene Steuern, die auf wirtschaftliche Vorgänge erhoben werden. Dazu gehört zum Beispiel die Umsatzsteuer, die beim Kauf einer Ware fällig wird. Auch die Kraftfahrzeugsteuer für die Haltung eines Autos oder die Versicherungsteuer für Beitragszahlungen sind Verkehrssteuern.
  • Verbrauchssteuern sind zum Beispiel die Stromsteuer, die Schaumweinsteuer oder die eingangs erwähnte Kaffeesteuer. Wie der Name vermuten lässt, zahlst du hier also Steuern für den Ge- oder Verbrauch bestimmter Waren wie Strom und Genussmitteln. 
  • Besitzsteuern, beispielsweise die Gewerbesteuer, die oder die Grundsteuer. Ob du nun ein eigenes Haus mit Garten hast oder ein jährliches erzielst – für deinen Besitz zahlst du ebenfalls Steuern. Dabei wird zwischen Ertragsteuern (zum Beispiel auf dein Einkommen) und Substanzsteuern (für dein bestehendes Vermögen) unterschieden. 

Welche Steuerarten gibt es?

Keine Sorge, alle 40 Steuerarten zählen wir hier nicht auf. Denn es gibt in Deutschland sehr spezifische Steuerarten wie die Aufsichtsratsteuer, die Lotteriesteuer oder die Fischereisteuer, die für dich wahrscheinlich kaum von Belang sind. Dann vielleicht schon eher die Hundesteuer, die Biersteuer oder die Luftverkehrsteuer.

Die wichtigsten Steuerarten in Deutschland sind diejenigen, mit denen der Staat die meisten Einnahmen erzielt. Dazu gehören unter anderem die:

  • (auf Waren und Dienstleistungen)
  • Einkommensteuer und Lohnsteuer (auf Gehälter und Einkommen aus selbstständiger Arbeit)
  • Energiesteuer (auf Strom, Gas, Biodiesel und Co.)
  • Einfuhrumsatzsteuer und Zölle (auf importierte Waren)

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Was sind direkte und indirekte Steuern?

Eine andere Möglichkeit ist, zwischen direkten und indirekten Steuern zu unterscheiden. Direkte Steuern werden – wie der Name vermuten lässt – direkt beim Steuerpflichtigen erhoben. Sie heißen deshalb auch Quellensteuer. Bei Firmen ist das zum Beispiel die Kapitalertragsteuer (eine Art Einkommensteuer für Firmen), die das Unternehmen ohne Umwege ans Finanzamt zahlt. Auch die Lohnsteuer ist eine direkte Steuer, die von deinem abgeht. 

Indirekte Steuern wiederum werden auf Endverbraucher umgelegt. Ein prominentes Beispiel ist die (auch Umsatzsteuer genannt): Unternehmen sind in der Regel umsatzsteuerpflichtig. Sie führen die Steuer zwar ebenfalls an den Fiskus ab, schlagen sie vorher aber mit 19 bzw. 7 % auf den Nettopreis der Ware oder der Dienstleistung. Deshalb siehst du auf Kassenbons und Rechnungen auch immer den Netto- und Bruttobetrag.   

Wer muss welche Steuern zahlen?

Du fährst Auto und hast einen Hund? Dann zahlst du Hundesteuer und KfZ-Steuer. Menschen mit Katze oder Fahrrad werden hingegen nicht belangt. Um Abgaben wie die Mehrwertsteuer, die Energiesteuer und die Versicherungssteuer kommt jedoch niemand von uns herum. Als EndverbraucherInnen zahlen wir sie indirekt. 

Bei der Einkommensteuer sieht es etwas anders aus. Hier gibt es einen Grundfreibetrag. Hast du in 2021 weniger als 9.744 € verdient, zahlst du auf dieses Einkommen keine Steuer. Danach fällt je nach Höhe deines ein Steuersatz von mindestens 14 % bis maximal 45 % an.

Arbeitnehmende zahlen die Einkommensteuer über die sogenannte Lohnsteuer. Diese wird hierzulande jeden Monat vom Bruttogehalt abgezogen und durch den Arbeitgeber ans Finanzamt überwiesen. Selbstständige zahlen die Einkommensteuer einmal jährlich und selbst. Auch RentnerInnen müssen ihre Rente versteuern, wenn sie den geltenden Freibetrag übersteigt (ein guter Grund, schon früh ). Studierende zahlen nur Steuern, wenn sie mit ihrem Nebenjob mehr als den Grundfreibetrag verdienen bzw. eine versicherungspflichtige Anstellung haben. Wer Arbeitslosengeld bezieht, ist von der Einkommensteuer befreit. 

Muss ich eine Steuererklärung einreichen und wenn ja, wann?

Wenn du angestellt bist, zahlst du automatisch die Lohnsteuer. Im Gegensatz zu Selbstständigen musst du keine Einkommensteuererklärung einreichen. Es lohnt sich aber, die , da du verschiedene Ausgaben von der Steuer absetzen kannst. Dazu gehören zum Beispiel Fahrt- oder Bewerbungskosten. Diese werden mit deiner bereits gezahlten Lohnsteuer verrechnet – und eventuell erhältst du dann etwas Geld vom Finanzamt zurück! Die Steuererklärung für das Vorjahr musst du bis zum 31. Juli des aktuellen Jahres einreichen. Was du alles von der Steuer absetzen kannst, erfährst du .  

Viele andere Steuern bekommen wir jedoch nicht zurück. Sie gehören zum Alltag dazu und oft bemerken wir sie gar nicht – beim Kaffeetrinken zum Beispiel. Und wenn davon Schlaglöcher in der Straße repariert werden, ist das beim Autofahren ja durchaus praktisch… 


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