Wie Zölle deinen Geldbeutel beeinflussen

Du denkst, Zölle betreffen dich nicht? Höhere Preise für Lebensmittel und Elektronik sowie Schwankungen an den Aktienmärkten wirken sich auf uns alle aus. Wir erklären, was du zu Zöllen wissen musst.
Lesezeit: 4 Min.
Mal ehrlich: Wie oft denkst du an Zölle, wenn es nicht gerade um neue Hiobsbotschaften aus den USA geht? Für viele sind Zölle ein abstraktes Wirtschaftsthema, dabei beeinflussen sie unseren Alltag weit mehr, als uns bewusst ist. Sie bestimmen mit, wie viel wir ausgeben, was wir verdienen und wie sich unsere Investitionen entwickeln. Theoretisch sollen Zölle die heimische Industrie schützen, indem sie ausländische Waren verteuern. In der Praxis führen sie jedoch oft zu weniger Auswahl, höheren Preisen, einem volatileren Aktienmarkt und finanziellen Belastungen für Unternehmen sowie Haushalte.

Zölle einfach erklärt

Zölle sind letztlich nichts anderes als Steuern, die ein Staat auf importierte Produkte erhebt. Sie existieren bereits seit Jahrhunderten und dienten ursprünglich als wichtige Einnahmequelle. Heute werden sie vor allem als wirtschaftliches Machtinstrument genutzt – sei es zum Schutz lokaler Industrien oder als Druckmittel in internationalen Handelsstreitigkeiten.Wenn ein Land Zölle erhebt, verteuern sich importierte Produkte. Die Idee dahinter: VerbraucherInnen sollen eher auf günstigere, lokale Alternativen ausweichen. Zwar kann dies der heimischen Industrie kurzfristig Vorteile bringen, doch führen Zölle in der Regel zu höheren Preisen – letztlich zahlen also die EndverbraucherInnen drauf.Zölle sorgen seit jeher für politische und wirtschaftliche Debatten. Ein Blick auf die jüngsten Schlagzeilen zur Handelspolitik zeigt: Sie beeinflussen unseren Alltag stärker, als viele denken. Denn sie bestimmen mit, was wir im Supermarkt oder der Drogerie bezahlen, wie sich unser Einkommen entwickelt und wie stabil unsere Investitionen sind.

Wie sich Zölle auf den eigenen Geldbeutel auswirken

Durch die Globalisierung gibt es kaum noch Produkte, die ausschließlich in einem Land hergestellt werden. Ein Auto, das in den USA montiert wird, hat möglicherweise einen Motor aus Deutschland, Reifen aus Südkorea und Software aus Japan. Selbst ein einfaches T-Shirt besteht oft aus Materialien aus verschiedenen Ländern.Deshalb betreffen Zölle nicht nur importierte Waren. Sie können auch die Preise für inländisch produzierte Produkte steigen lassen. Die USA importieren beispielsweise Waren im Wert von über 450 Milliarden US-Dollar aus China. Erhebt die Regierung darauf einen Zoll von 20 Prozent, spüren US-amerikanische VerbraucherInnen dies direkt. Laut dem Thinktank Tax Foundation muss ein durchschnittlicher Haushalt in den USA aufgrund geplanter Zölle mit Mehrkosten von etwa 329 US-Dollar pro Jahr rechnen.

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Einkommensschwache Haushalte sind am stärksten betroffen

Zölle treffen nicht alle gleichermaßen. Einkommensschwache Familien leiden stärker unter steigenden Preisen als wohlhabende Haushalte. Der Grund: Menschen mit geringerem Einkommen geben einen größeren Teil ihres Budgets für lebensnotwendige Güter wie Lebensmittel und Kleidung aus – genau die Produkte, bei denen Preissteigerungen besonders auffallen. Zwar verteilen sich die wirtschaftlichen Folgen von Zöllen mit der Zeit breiter, da sie auch Gehälter und Kapitalrenditen beeinflussen. Doch kurzfristig tragen Haushalte mit niedrigem Einkommen die höchste Last.Auch kleine Unternehmen haben mit Zöllen zu kämpfen. Im Gegensatz zu Großkonzernen fehlt ihnen oft die finanzielle Stabilität, um steigende Kosten zu kompensieren. Viele sind auf importierte Materialien angewiesen, was ihre Produktionskosten erhöht. Wenn sie diese Kosten an ihre Kunden weitergeben, riskieren sie, Aufträge an größere Konkurrenten zu verlieren, die flexiblere Preismodelle haben.

Was AnlegerInnen über Zölle wissen sollten

Zölle existieren nicht isoliert. Sie sind Teil eines komplexen wirtschaftlichen Gefüges, das von vielen Faktoren beeinflusst wird – von Inflation und Zinssätzen bis hin zur globalen Handelspolitik. Deshalb lässt sich die Marktreaktion auf neue Zölle nur schwer vorhersagen. Manchmal werden ihre Effekte durch andere wirtschaftliche Entwicklungen ausgeglichen, manchmal lösen sie jedoch Schockwellen an den Aktienmärkten aus. Dennoch gibt es Strategien, um Marktschwankungen besser zu bewältigen.

Beim Investieren langfristig denken

Marktschwankungen können beunruhigend sein. Doch langfristige Anlagestrategien haben sich historisch als erfolgreicher erwiesen als kurzfristige Reaktionen auf Trends.Wer sein Portfolio ständig auf Basis von Schlagzeilen umschichtet, riskiert unnötige Handelsgebühren. Zudem kann schlechtes Timing dazu führen, dass man Markterholungen verpasst. Ein Beispiel: Im März 2020, zu Beginn der COVID-19-Pandemie, brachen die Märkte ein. Viele AnlegerInnen verkauften in Panik. Doch diejenigen, die investiert blieben oder sogar nachkauften, erzielten erhebliche Gewinne, als sich die Märkte wenige Monate später erholten. Die Vergangenheit zeigt: Auf einen Bärenmarkt folgt ein Bullenmarkt. Zwar gibt es keine Garantie, doch historisch gesehen erholen sich die Märkte immer wieder.

Diversifikation und automatisierte Investments nutzen

Eine effektive Strategie, um trotz Schwankungen am Markt investiert zu bleiben, ist das automatische Investieren, zum Beispiel über einen monatlichen Sparplan. Wer regelmäßig investiert, unabhängig von der aktuellen Marktlage, profitiert langfristig vom Durchschnittskosteneffekt. Dadurch kann sich das Vermögen stetig aufbauen, ohne dass man sich um den perfekten Einstiegszeitpunkt sorgen muss.Zusätzlich hilft eine breite Diversifikation. Wer sein Kapital über verschiedene Sektoren, Branchen und Länder streut, minimiert Risiken. So ist man nicht ausschließlich von einer bestimmten Anlagegruppe abhängig, die möglicherweise von Handelsstreitigkeiten betroffen ist.Märkte sind unberechenbar, und Zölle sind nur ein Faktor unter vielen, die die Aktienkurse beeinflussen. Die Versuchung ist groß, sich von Schlagzeilen leiten zu lassen. Doch die beste Strategie bleibt: Ruhe bewahren, breit diversifizieren und konsequent investieren – unabhängig von kurzfristigen Trends.

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VON N26Love your bank

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