Hochzeit: Wie du heiraten kannst & was es kostet

Du bist frisch verlobt und fragst dich, wie viel Geld du für die Hochzeit sparen solltest? Das kommt ganz darauf an. Welche Konzepte es gibt und was dich die Hochzeit kosten kann, erfährst du hier.

Lesezeit: 10 Min.

Du heiratest bald? Dann schwirrt dir wahrscheinlich schon der Kopf, denn eine Hochzeit plant sich nicht von selbst. Von der richtigen Jahreszeit über das Programm bis zur Gravur der Eheringe gibt es zahlreiche Entscheidungen zu treffen – und wer hat schon nicht den Anspruch, dass alles perfekt sein muss?  

Wir sind zwar kein Weddingplanner, nehmen dir aber gerne ein bisschen Arbeit ab. In diesem Artikel erfährst du mehr über die unterschiedlichen Konzepte und was eine Hochzeit kosten kann. Hast du erst einmal den passenden Rahmen für dich gefunden, fallen dir weitere Entscheidungen gleich viel leichter – zum Beispiel, wer auf die Gästeliste kommt, welches Outfit du tragen wirst und wie kreativ du bei der Budgetplanung sein solltest. 

Was sind Hochzeitskonzepte?

Ein Hochzeitskonzept ist eine Art Plan, nach dem du deinen großen Tag gestaltest. Es geht also primär um die Frage, wie du heiraten wirst. Das kann so individuell sein wie jedes Hochzeitspaar – von einer großen Party mit Halloweenkostümen bis zur 15-minütigen Trauung in Dänemark. 

Hochzeitskonzepte lassen sich in unterschiedliche Kategorien einteilen. Schauen wir uns diese der Reihe nach an!  

Hochzeit im Standesamt

Bis auf wenige Ausnahmen kommst du um eine standesamtliche Trauung nicht herum. Denn um rechtmäßig verheiratet zu sein, muss die Ehe durch einen Standesbeamten bzw. eine Standesbeamtin geschlossen werden. Das ist für viele der eher unromantische Teil einer Hochzeit, bei dem die persönlichen Angaben des Hochzeitspaars festgestellt, der Ehebucheintrag vorgelesen und die Heiratsurkunde unterschrieben werden. Nichtsdestotrotz halten viele StandesbeamtInnen wunderschöne Reden – Tränen der Rührung sind euch also gewiss!

Im Standesamt selbst hast du wenig kreativen Freiraum, denn die Termine sind meist eng getaktet und die Zahl der Plätze oft begrenzt. Es liegt jedoch ganz an dir, wie du den Tag selbst gestalten willst. Manche sehen die Hochzeit im Standesamt als rein formelle Angelegenheit, zu der sie niemanden als ihre TrauzeugInnen einladen. Die eigentliche Party feiern sie dann an einem anderen Ort. Andere möchten all ihre Liebsten dabei haben, mit anschließendem Sektempfang und Fotosession vor dem Standesamt. Du kannst auch außerhalbs des Standesamts heiraten. Beliebt sind zum Beispiel Hochzeiten im Leuchtturm, hier klettert die oder der Standesbeamte der Gemeinde einfach mit auf die Kuppel. Perfekte Aussichten für eine glückliche Ehe!  

Kosten Standesamt

Die Kosten für eine standesamtliche Heirat sind je nach Bundesland unterschiedlich hoch. Wir orientieren uns in der folgenden Liste an Berlin. Für genauere Angaben besuche am besten die Website deines Standesamtes oder frage persönlich vor Ort nach.  

  • Anmeldung und Prüfung der Ehevoraussetzung: 45 € (deutsche StaatsbürgerInnen), bei nichtdeutschen StaatsbürgerInnen fallen je 45 € extra an
  • Eheurkunde: 12 €, für jede weitere Ausstellung noch einmal 6 € 
  • Erweiterte Meldebescheinigung: 10 € (Wichtig: Dieses Dokument darf für die Anmeldung der Hochzeit nicht älter als 14 Tage sein und muss deinen Familienstand aufzeigen, eine einfache Meldebescheinigung reicht nicht.)
  • Beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister: 12 € (Wichtig: Kann nur von dem Standesamt ausgestellt werden, das deine Geburt beurkundet hat. Nicht zu verwechseln mit der Geburtsurkunde!)

Du oder deine bessere Hälfte wurdest im Ausland geboren, eingebürgert oder besitzt keine deutsche Staatsbürgerschaft? Dann solltest du weitere Gebühren einkalkulieren, zum Beispiel für ein Ehefähigkeitszeugnis oder (je nach Sprachniveau) einen Dolmetscher. Außerdem zahlst du mehr, wenn du außerhalb der Öffnungszeiten des Standesamts oder an einem anderen Ort heiraten willst. Für einen Leuchtturm in der Geltinger Bucht sind das zum Beispiel 200 € an Raummiete. Bedenke hier auch die Reise- und Übernachtungskosten, sofern du nicht in der Nähe wohnst.

Wenn du nach der Hochzeit im Standesamt weiterfeiern willst, kommen weitere Ausgaben dazu – zum Beispiel für das Outfit, den Hochzeitsstrauß, die Fotografin, den Sektempfang oder einen Restaurantbesuch. Wieviel Geld du dafür einplanen solltest, hängt größtenteils von der Anzahl deiner Gäste ab. Für den Sektempfang vor dem Standesamt kannst du mit etwa 5 € pro Hochzeitsgast rechnen – mit Fingerfood und Stehtischen erhöht sich der Preis auf etwa 15 €. Ein Picknick im Park, zu dem alle etwas beisteuern, ist wesentlich günstiger – aber auch vom Wetter abhängig. Wenn du eine große Wohnung oder ein eigenes Haus hast, kannst du die Party natürlich auch daheim ausrichten (lassen). 

Kirchliche Trauung

In Deutschland heiraten nur noch wenige Menschen kirchlich, in 2021 waren es laut einer Erhebung von Statista 16 %. Die kirchliche Trauung ist heute also etwas ganz Besonderes – von den wunderschönen Räumlichkeiten bis zum Glockenläuten. Es reicht sogar, wenn nur eine Person getauft ist, manchmal ist jedoch die Zustimmung vom Bischoff oder einer anderen höheren Instanz nötig. Plane daher genug Zeit ein, bis alles in Sack und Tüten ist. Falls ihr unterschiedlichen Konfessionen angehört, könnt ihr euch auch für eine ökumenische Trauung entscheiden. Dabei werdet ihr entweder von einem evangelischen, einem katholischen oder von beiden Geistlichen getraut. Ein größeres Problem stellt der Familienstand dar. Falls du (oder deine bessere Hälfte) geschieden bist, wird eine kirchliche Hochzeit schwieriger – denn die Ehe gilt als unauflöslich. Vor allem die katholische Kirche ist hier sehr streng.

So oder so solltest du ein Gespräch mit dem Priester oder der Pfarrerin vereinbaren, um den Ablauf der Heirat zu planen. Denn anders als bei den meisten Standesämtern gibt es in der Kirche viel mehr Sitzgelegenheiten, außerdem kannst du Blumenschmuck anbringen und Musik spielen lassen. Darüber hinaus dauert die Zeremonie länger als im Standesamt – vor allem, wenn ihr schon Kinder habt und bei der Trauung gleich noch die Taufe miteinplant (auch “Traufe” genannt). Übrigens: Es spielt keine Rolle, ob du die kirchliche Hochzeit vor oder nach der standesamtlichen planst. Viele Paare entscheiden sich, die Termine auf zwei Tage zu legen, weil das weniger Stress bedeutet. Ihr müsst euch dann nur entscheiden, welcher Tag euer Hochzeitstag ist. Du kannst die kirchliche Trauung aber auch ein Jahr später, am ersten Hochzeitstag, feiern. Das ist ganz dir überlassen. Bedenke: Wegen des Gottesdienstes ist eine Heirat am Sonntag in der Regel nicht möglich.

Kosten kirchliche Trauung

Wie bereits erwähnt, bist du in Deutschland nur rechtmäßig verheiratet, wenn du dich standesamtlich trauen lässt. Die kirchliche Trauung ist rechtlich nicht bindend. Daher zahlst du, sofern du dich auch vor dem Gesetz binden willst, sowohl für die standestamtliche als auch für die kirchliche Hochzeit. Zum Glück fallen die Kosten hier recht niedrig aus, denn als Kirchenmitglied musst du nichts zahlen (mal abgesehen von der Kirchensteuer). Es ist jedoch üblich, eine Spende von 50 bis 150 € zu entrichten. Außerdem können Ausgaben für die Blumendekoration, das Orgelspiel und die Ministranten anfallen. Nicht zu vergessen den Anzug, das Brautkleid, das Styling und die Fotosession.

Die kirchliche Trauung dauert meist länger als die Hochzeit im Standesamt. Doch auch hier entscheiden sich viele Paare im Anschluss weiterzufeiern, zum Beispiel im Restaurant oder in einer anderen Location. In manchen Fällen kannst du im Gemeindehaus deiner Kirche feiern. Wenn du dir ein teures Catering und den Kater am nächsten Morgen sparen willst, kannst du im Anschluss an die Trauung auch einfach nur zu Kaffee und Hochzeitstorte einladen und abends entspannt in die Federn fallen.  

Freie Trauung

Wer weder standesamtlich noch kirchlich heiraten möchte, entscheidet sich für eine freie Trauung. Sie ist rechtlich nicht bindend, vor dem Gesetz bist du also weiterhin ledig. Dem solltest du dir unbedingt bewusst sein – vor allem, wenn es um Themen wie die Erbschaftssteuer und gemeinsame Kinder geht.  

Die meisten Paare wählen das freie Hochzeitskonzept, um ganz nach ihren eigenen Vorstellungen zu heiraten. Du kannst den Ort und die Zeit flexibel wählen, egal, ob Sonn- oder Feiertag. Außerdem ist eine freie Trauung viel persönlicher, denn die Traurede kann alle Punkte beinhalten, die euch als Paar wichtig sind. Statt einer Standesbeamtin oder eines Pfarrers führt nämlich ein Trauredner oder eine Traurednerin durch die Zeremonie. Meist handelt es sich dabei um professionelle SprecherInnen oder Menschen mit einer Schauspielausbildung. Du kannst aber auch die beste Freundin, deinen Lieblingsonkel oder eine gute Kollegin bitten – wichtig ist, dass sie oder er gut schreiben kann und sich wohl fühlt, vor großem Publikum zu sprechen.

Kosten freie Trauung

Bei einer freien Trauung sparst du dir zwar die Kosten für offizielle Dokumente oder die Kirchenspende. Günstig ist sie aber nicht. Professionelle TraurednerInnen nehmen meist ein Honorar von 700 - 1.500 €, da die Rede einzigartig ist und in der Regel sehr viel länger dauert als im Standesamt oder in der Kirche. Dazu kommt die Raummiete – außer du hast das Glück einen großen Garten zu besitzen – sowie das Hochzeitsessen, Getränke, Dekoration und mehr. Im Grunde kannst du dich an den Ausgaben für eine Hochzeitsparty orientieren. Mehr erfährst du in unserem Ratgeber zu den durchschnittlichen Kosten einer Hochzeit

Destination Wedding

Einer der größten Stressfaktoren bei der Hochzeitsplanung ist die Gästeliste. Wen einladen und wen nicht? Du willst schließlich niemandem auf den Schlips treten. Eine schöne Alternative? Eine Hochzeit im Ausland! Hier kannst du im kleinsten Rahmen feiern und sparst dir eine Menge Planungsstress. Eine sehr beliebte Location sind zum Beispiel die schottischen Highlands. Hier könnt ihr euch vor malerischer Kulisse und nur mit zwei TrauzeugInnen das Ja-Wort geben. Mindestens genauso beliebt sind Strandhochzeiten, zum Beispiel in Griechenland. Denn was gibt es Romantischeres als einen Strandspaziergang vor dem Sonnenuntergang? Wohin es in die Flitterwochen geht, ist damit auch entschieden. 

Bedenke jedoch, dass bei der sogenannten Destination Wedding viele andere To-dos auf deiner Liste landen werden. Dazu zählen zum Beispiel weitere Dokumente wie ein Ehefähigkeitszeugnis sowie beglaubigte Übersetzungen, was mit zusätzlichen Gebühren einhergeht. In vielen islamischen Ländern musst du zudem einen Ehevertrag vorlegen. Auch wenn die Ehe im Ausland rechtskonform ist, solltest du sie in Deutschland registrieren lassen – nur so kannst du beispielsweise in eine andere Steuerklasse wechseln. Der wohl entscheidendste Punkt ist jedoch, welches Recht im Hochzeitsland gilt. Bei einer Scheidung unterliegt ihr möglicherweise dem dort geltenden Recht, auch wenn die Ehe in Deutschland geschieden wird. Das kann Konsequenzen für die Gütertrennung und andere finanzielle Angelegenheiten haben. Wo wir auch schon bei den Kosten dieser Hochzeit sind.

Kosten Destination Wedding

Pauschal lässt sich nur schwer sagen, wie teuer eine Destination Wedding ist. Das kommt ganz auf das Land und eure Pläne an. Wenn du ohne Hochzeitsgäste heiraten willst, musst du in erster Linie die Gebühren für die Eheschließung und wichtige Dokumente einkalkulieren. In Schottland belaufen sich die Kosten hierfür auf etwa 155 £. Willst du außerhalb des Standesamts, zum Beispiel am Loch Coruisk, heiraten, kommen etwa 200 £ obendrauf. In Griechenland werden oft Komplettpakete mit Behördengängen und deutschsprachiger Begleitung angeboten, diese betragen etwa 1.200 €. Denke auch an die Übernachtungs- und Reisekosten.

Willst du deine Familie und FreundInnen dabei haben? Es ist nicht unüblich, dass Hochzeitsgäste die Anreise und Unterkunft selbst zahlen. Im Gegenzug erwarten die meisten jedoch eine große Hochzeitsparty mit allem Drum und Dran. Hier kannst du von ähnlichen Kosten ausgehen wie hierzulande, also etwa 15.000 € für 60 Personen. Willst du nur im engsten Kreis feiern, kannst du die Reise- und Übernachtungskosten übernehmen – das ist eine schöne Geste. Mit genügend Vorlauf lassen sich günstige Flüge und Hotelzimmer buchen. Und je nach Reiseland sind die Kosten für das gemeinsame Hochzeitsessen im Restaurant günstiger als hierzulande. 

Welches Konzept passt zu mir?

Und, welches Hochzeitskonzept hat dich am meisten angesprochen? Wichtig ist, dass dein großer Tag deinen Vorstellungen entspricht. Den anderen kannst du es sowieso nicht zu 100 % recht machen. Also geh nach deinem Herzen! Doch ganz gleich, für welche Art der Hochzeit du dich entscheidest: Mit dem Sparen kannst du nie früh genug anfangen. Dank Spaces (Unterkonten) geht das kinderleicht. Erstelle einfach ein Unterkonto für deine Hochzeitspläne und nutze Regeln, um jeden Monat automatisch einen Sparbetrag zur Seite zu legen. So wächst dein Hochzeitsbudget, ohne dass du es merkst. Mit der Aufrundungsregel geht das sogar beim Geldausgeben! Aktivierst du sie, wird jede Kartenzahlung auf den vollen Euro aufgerundet und das Wechselgeld dem Space deiner Wahl zugeschrieben.

Und wenn du bis zum großen Tag nicht genug sparen konntest? Dann hast du mit N26 Kredit die Möglichkeit, in Minutenschnelle einen Kredit von bis zu 25.000 € aufzunehmen. Noch kein Konto bei N26? Entdecke unser 100 % flexibles Girokonto und verwalte dein Hochzeitsbudget bequem am Smartphone! Übrigens: Mit Shared Spaces kannst du deine Unterkonten auch gemeinsam verwalten – perfekt für ein erfolgreiches Kostenmanagement in der Ehe.

Beiträge, die dem folgenden Thema entsprechen

Von N26

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