Eine Frau mit Rucksack fährt Fahrrad.

Der echte Preis der CO2-Neutralität

Ein nobles Ziel, aber sicher nicht einfach: Komplette CO2-Neutralität erfordert einiges an Einsatz. Hier zeigen wir dir ein paar Wege, wie du sie erreichen kannst, und was dich das kostet.

Lesezeit: 6 Min.

Weil das Wetter immer unvorhersehbarer wird, fragst du dich vielleicht selbst, wie du etwas unternehmen und deine Auswirkungen auf die Umwelt verringern kannst. 

Wenn es um die Verlangsamung des Klimawandels geht, ist das kaum greifbare Konzept der CO2-Neutralität schon seit Jahren ein heiß diskutiertes Thema. Allerdings produzieren die modernen Gesellschaften so viel CO2, dass es ganz schön schwierig sein kann, den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. In diesem Artikel befassen wir uns eingehend mit dem Konzept der CO2-Neutralität, den kleinen Veränderungen, die uns zu einem grüneren Lebensstil verhelfen, sowie der Frage, wie das Streben nach CO2-Neutralität bares Geld spart.

Was bedeutet CO2-Neutralität?

Der Anteil an CO2 in der Erdatmosphäre ist in nur 200 Jahren um 50 % gestiegen. Weil unsere Gesellschaft von fossilen Energieträgern wie Öl, Gas und Kohle abhängt, ist Kohlendioxid zu einem lästigen Nebenprodukt unserer modernen Lebensweise geworden. Jedes Mal, wenn wir in ein Flugzeug steigen, einen Kaffee kochen, unsere Handys laden oder sogar Netflix schauen, werden Treibhausgase – vor allem Kohlendioxid – in unsere Atmosphäre abgegeben. Diese Gase absorbieren die Wärme der Sonne und hindern sie am Entweichen. Dadurch geht auch die Temperatur der Erde nach oben.

Der CO2-Fußabdruck ist im Grunde die Summe aller Treibhausgasemissionen, die eine Person in ihrem Leben verursacht. Aktuelle weltweite Schätzungen gehen von einem durchschnittlichen CO2-Fußabdruck von etwa 4,6 Tonnen Kohlendioxid pro Person und Jahr aus, allerdings schwankt dieser Wert erheblich je nach Lebensstil und Wohnort. Bei der CO2-Neutralität geht es letztendlich darum, sämtliche CO2-Emissionen zu kompensieren, die wir in unserem Alltag verursachen.

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Der Preis der CO2-Neutralität

CO2-Neutralität ist ein hehres, aber auch ein ambitioniertes Ziel. Die Realität sieht so aus: Selbst dann, wenn du komplett energieautark lebst und dich nachhaltig und regional ernährst, verursachst du höchstwahrscheinlich trotzdem Treibhausgase. Dennoch kann es sich lohnen, den CO2-Fußabdruck erheblich zu verkleinern. Und je nachdem, wie du es angehst, kann es sich sogar positiv auf deine Finanzen auswirken. 

Stromverbrauch reduzieren

Der Stromverbrauch in unseren Haushalten zählt zu den Faktoren, die am stärksten zu unserem CO2-Fußabdruck beitragen. In den USA gehen 38 % der Treibhausgasemissionen von Privathaushalten auf Heizungen und Klimaanlagen zurück und weitere 15 % auf die Warmwassererzeugung. Außerdem verursacht die durchschnittliche Waschmaschinennutzung pro Jahr 51 kg CO2 – eine Menge, für deren Ausgleich es 5,1 Bäume bräuchte – und 3,5 Stunden Netflix pro Woche verursachen unglaubliche 584 kg CO2. Für deren Ausgleich bräuchte es ganze 58,4 Bäume. 

Wenn wir also unseren Stromverbrauch reduzieren, verringern wir damit auch signifikant unseren CO2-Fußabdruck – und unsere Stromrechnung. Möglichkeiten zur Reduzierung unseres Stromverbrauchs sind beispielsweise, die Heizung in nicht benutzten Räumen abzudrehen, Thermostate zu installieren und nicht benötigte Abonnements zu kündigen. Wenn du etwas Geld übrig hast, könntest du auch in teurere Lösungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen und zur langfristigen Senkung deiner Stromrechnung investieren, wie eine bessere Dämmung deines Hauses oder die Installation eines Cool Roof oder nachhaltiger Bodenbeläge. 

Mobilität überdenken

Der Verkehr ist für etwa 20 % der gesamten weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. 75 % dieser Verkehrsemissionen gehen auf den Straßenverkehr und 11 % auf den Flugverkehr zurück. Das bedeutet, dass 15 % der weltweiten CO2-Emissionen im Straßenverkehr und 2,5 % im Flugverkehr entstehen. Diese Zahl mag überraschen, wenn man bedenkt, wie viel Augenmerk auf die deutlich schlechtere CO2-Bilanz des Flugzeugs im Vergleich zum Auto gelegt wird. 

Muss es immer das eigene Auto sein? Eine der besten Möglichkeiten, den CO2-Fußabdruck zu verkleinern, ist es, eine Alternative zum Auto zu finden. Laut einer Studie aus dem Jahr 2017 könnte ein Jahr ohne Auto unsere jährlichen CO2-Emissionen um ca. 2,4 Tonnen senken. Außerdem spart der Verzicht auf ein (eigenes) Auto bares Geld. Einige Schätzungen ergaben, dass durch die Bildung von Fahrgemeinschaften Einsparungen von bis zu 1000 Euro pro Jahr möglich sind. Und die American Public Transportation Association schätzt, dass Privatpersonen (in Nordamerika) durch den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel umgerechnet bis zu 8730 Euro pro Jahr einsparen können. Trotzdem ist der Verzicht auf unnötige Flüge auch eine gute Strategie. Ein durchschnittlicher Flug erzeugt immerhin 250 kg CO2 pro Passagier und Stunde, was sehr schnell zu einer beträchtlichen Menge an Emissionen führt.   

Neue Essgewohnheiten entwickeln

Die Lebensmittelproduktion ist für 37 % aller Treibhausgasemissionen weltweit verantwortlich. 57 % davon gehen auf die Zucht und Haltung von Nutztieren zurück und nur 29 % auf die Erzeugung pflanzlicher Nahrungsmittel. Wenn du also nach einem Weg suchst, deinen CO2-Fußabdruck über die Ernährungsweise zu verkleinern, dann ist ein Umstieg auf eine verstärkt pflanzliche Ernährung sicherlich eine gute Idee. Da Fleisch im Allgemeinen auch teurer als pflanzliche Nahrungsmittel ist, wirkt sich eine Reduzierung des Fleischkonsums auch positiv auf deine Finanzen aus.

Außerdem solltest du wissen, dass die Menge der Emissionen stark von der Nutztierart abhängt. In der Rinderzucht fällt zum Beispiel mehr als das Doppelte an Treibhausgasen pro Kilogramm Fleisch an als in der Zucht von Lämmern und mehr als acht Mal so viel wie in der Schweine- und Hühnerzucht. Wenn du also auf eine Fleischsorte ganz besonders verzichten willst, ist Rindfleisch die richtige Wahl.

Es geht aber nicht nur darum, was wir essen, sondern auch, wie wir essen. 6 % der weltweiten CO2-Emissionen gehen auf Lebensmittel zurück, die im Müll landen. Dieser Wert ist sehr hoch – und könnte mit etwas vorausschauender Planung reduziert werden. Wenn wir weniger Essen wegwerfen, senken wir damit nicht nur unsere CO2-Emissionen, wir sparen auch Geld, da wir weniger Lebensmittel einkaufen müssen. Wenn wir unsere Mahlzeiten im Voraus planen, Lebensmittel verarbeiten, die wir bereits im Kühlschrank haben, und Reste aufbrauchen, ist das gut für unseren Planeten und unseren Geldbeutel!

In Initiativen zur CO2-Kompensation investieren

Auch wenn du dich an alle Tipps von oben hältst und dir alle Mühe gibst, deinen CO2-Fußabdruck zu reduzieren, wirst du es nicht schaffen, zu 100 % CO2-neutral zu werden. Aus diesem Grund unterstützen viele Menschen, die CO2-Neutralität anstreben, Initiativen zur CO2-Kompensation, um ihre jährlichen Netto-CO2-Emissionen auf null zu senken. Der erste Schritt dabei besteht darin, einen Online-CO2-Rechner zu nutzen, um eine Schätzung deiner jährlichen CO2-Emissionen zu erhalten. Danach kannst du die zahlreichen verschiedenen Initiativen zur CO2-Kompensation durchforsten und dich für eine oder mehrere entscheiden. 

Die Preise dieser Initiativen sind sehr unterschiedlich – und variieren zwischen 6 USD pro Kilo und bis zu 1.200 USD pro Kilo, je nachdem, wie genau der Ausgleich erfolgt. Anstatt gleich in die Vollen zu gehen und alle jährlichen Emissionen auf einmal zu kompensieren, beginnen viele Menschen mit der Kompensation bestimmter Aktivitäten, wie z. B. einem Flug oder ihrem jährlichen Fleischkonsum, und steigern sich dann immer weiter.

Können solche Einzelaktionen wirklich etwas bewirken?

CO2-Neutralität ist nicht einfach zu erreichen – und für einige ein umstrittenes Thema. Gerade einmal 90 Unternehmen sind für 66 % der gesamten weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Aus diesem Grund halten es viele Menschen für unfair und wenig effektiv, die Verantwortung für die Senkung der CO2-Emissionen auf Einzelpersonen abzuwälzen. 

BP, der Mineralölkonzern, ist dafür ein perfektes Beispiel. Im Jahr 2005 startete das Unternehmen eine bekannte Medienkampagne, die das Konzept des persönlichen CO2-Fußabdrucks vorstellte. Dieser Gigant im Bereich der fossilen Energie verschob damit den Verantwortungsschwerpunkt von den Machtträgern auf Otto Normalverbraucher und konnte so weiter unfassbare Mengen an CO2 ausstoßen, während alle anderen begannen, das Recycling zu einer Obsession werden zu lassen und panisch alle Lichter auszuschalten, wenn sie den Raum verließen.

Eine der wirkungsvollsten Maßnahmen, die wir ergreifen können, um die globalen CO2-Emissionen zu reduzieren, ist es, diejenigen in Machtpositionen aufzufordern, weitreichende Änderungen umzusetzen. Dies könnte bedeuten, bei Wahlen für eine umweltfreundlichere Politik zu stimmen, Umweltschutzprojekte zu unterstützen oder sich in Umweltschutzorganisationen zu engagieren. Die Reduzierung der weltweiten CO2-Emissionen ist für uns und unseren Planeten überlebenswichtig und wir sind nicht machtlos – aber wir können auch nicht die gesamte Verantwortung alleine schultern.  


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