Der Aufstieg der Gig Economy hat den Arbeitsmarkt dauerhaft verändert

Gig Economy – erfahre mehr über diese neue Art zu arbeiten.

Lesezeit: 8 Min.

Die Digitalisierung hat zu weitreichenden Veränderungen in der traditionellen Arbeitswelt geführt. Dinge wie E-Mails und neue Kommunikationsmittel haben unsere Arbeit flexibilisiert und vernetzen Menschen noch schneller. Vor allem in der aktuellen Situation erlauben uns diese Prozesse, auch von zu Hause aus effizient zu arbeiten.

Heutzutage haben Menschen viel mehr Möglichkeiten, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten – niemand muss dafür mehr zwingend einer geregelten 40-Stunden-Woche nachgehen. Die Menschen können jetzt kreativer und unabhängiger sein, was ihre Arbeit betrifft. Nach Wunsch oder Bedarf können sie so zeitlich befristete Aufträge annehmen – man nennt diese Art des Arbeitens auch Gig Economy.

Schon seit Jahren arbeiten Menschen in der Gig Economy. In den letzten Monaten lässt sich aber ein steigendes Interesse an Nebenjobs und freiberuflichen Tätigkeiten beobachten. Aber ist das eigentlich eine positive Entwicklung? Was spricht für und was gegen diese Arbeitsform? Sehen wir uns das Ganze einmal genauer an.

Was ist die Gig Economy?

Bei der Gig Economy handelt es sich um einen Arbeitsmarkt, der aus Aufträgen für Freiberufler oder Nebenjobs besteht. Das unterscheidet ihn vom klassischen Arbeitsmarkt mit Festanstellungen in Vollzeit. Es gibt eine weite Spanne von Tätigkeitsfeldern für Gig-Worker – vom Taxi fahren oder Bestellungen ausliefern über die Bearbeitung von Dokumenten bis hin zum technischen Kundendienst oder Auftritten als Künstler/in. Nicht etwa der berufliche Hintergrund oder die ausgewählte Branche sind ausschlaggebend dafür, dass jemand zur Gig Economy zählt, sondern die Tatsache, dass er oder sie auf kurzfristiger Projektbasis arbeitet – und nicht als Festangestellte/r eines bestimmten Unternehmens.

Zudem können Menschen auch Teil der Gig Economy werden, während sie anderswo fest angestellt sind. So kannst du als Büroangestellte/r oder Lehrer/in arbeiten und in deiner Freizeit verschiedene Nebenjobs annehmen, wie beispielsweise als Barkeeper/in oder als Babysitter/in, um dein Einkommen zu erhöhen. Gig Worker erledigen häufig viel mehr unterschiedliche Aufgaben als Angestellte, die in Vollzeit bei einem einzigen Unternehmen beschäftigt sind.

Jobs in der Gig Economy

Laut McKinsey stellen die kreativen Branchen und die wissensintensiven Sektoren die am schnellsten wachsenden Teile der Gig Economy dar. Ein Grafikdesign-Studio könnte beispielsweise einen Werbeberater engagieren, der das Studio bei einem bestimmten Projekt unterstützt. Eine Pizzeria könnte die Dienste eines talentierten Texters in Anspruch nehmen, der das Team beim Verfassen einer neuen Speisekarte unterstützt.

Über dieses Modell hinaus verhelfen moderne Tech-Unternehmen der Gig Economy zu schnellerem Wachstum, indem sie Auftragnehmer und Auftraggeber schneller und effizienter miteinander verbinden. Man kann also die verschiedenen Rollen in der Gig Economy wie folgt aufteilen:

  • Auftragnehmer in der Gig-Economy – Menschen, die für einen bestimmten Auftrag oder ein bestimmtes Projekt angeheuert werden

  • Auftraggeber – Menschen oder Unternehmen, die darauf angewiesen sind, dass ein bestimmter Auftrag erledigt wird (z. B. eine Taxifahrt, eine neu gestaltete Website oder eine Lieferung)

  • Unternehmen, die Auftragnehmer direkt mit Auftraggebern verbinden – zum Beispiel Uber oder Fiverr.

Warum heißt es Gig Economy?

Überraschenderweise stammt der Begriff der "Gig Economy" aus dem Jazzbereich. 1915 nannten Jazzmusiker ihre individuellen Auftritte erstmals "Gigs". Mittlerweile verwenden nicht nur Musiker sämtlicher Genres diesen Begriff, sondern auch Menschen mit einem ganz anderen beruflichen Hintergrund.

Auf dieses moderne Arbeitsmodell angewandt, ist der Begriff "Gig" fast gleichzusetzen mit "Projekt". Im Grunde betont es die Tatsache, dass es sich bei dem Auftrag um eine zeitlich befristete und einmalige Tätigkeit handelt – egal, ob jemand als Jazzmusiker/in, Grafikdesigner/in oder jemand mit einem anderen Profil beauftragt wird.

Der Aufstieg der Gig Economy

Immer mehr Menschen wenden sich der Gig Economy zu, um sich etwas dazuzuverdienen oder gar ihren Lebensunterhalt auf diese Weise zu bestreiten. Aber wie kam es zu diesem explosionsartigen Wachstum? Mehrere Faktoren haben dazu beigetragen, dass der Einstieg in die Gig Economy so einfach ist. Wir wollen uns die Hauptursachen nun genauer anschauen.

Die Wirtschaftskrise ab 2008

Infolge der Wirtschaftskrise ab dem Jahr 2008 sahen sich viele Menschen Arbeitslosigkeit oder Unterbeschäftigung ausgesetzt. Infolgedessen stieg die Nachfrage nach Zeitarbeit exponentiell stark an, da Menschen nach Wegen suchten, eine neue Einkommensquelle zu erschließen oder ihr Einkommen aufzustocken.

Viele Menschen gingen plötzlich mehreren neben- oder freiberuflichen Tätigkeiten gleichzeitig nach, wieder andere nahmen zusätzlich zu ihrem Hauptberuf einen flexiblen Minijob an. Dadurch ist diese Form der Arbeit Teil der Normalität geworden.

Der schnelle Aufstieg digitaler Technologien

Dank des Internets können Gig Worker weltweit Aufträge finden. Der geografische Standort ist kein Faktor mehr bei der Suche nach den richtigen Personen, mit denen man zusammenarbeiten möchte – das gilt sowohl für freiberufliche Grafiker, die nach einem Copywriter suchen, als auch Agenturen, die die Hilfe eines SEO-Experten für ein großes Projekt benötigen.

Hinzu kommt, dass die moderne Technologie für die Schaffung digitaler und oftmals App-basierter Gig Economy-Plattformen gesorgt hat, auf denen Auftraggeber direkt mit Auftragnehmern in Kontakt treten können – gute Beispiele dafür sind Uber und Airbnb.

Gig Economy in schwierigen Zeiten

Vor allem in den letzten Monaten sind Auftragnehmer der Gig Economy immer wichtiger geworden, um für eine Art Normalität zu sorgen und um Dienste am Laufen zu halten, die andernfalls der Krise zum Opfer gefallen wären. Angefangen mit kontaktlosen Lieferungen von Lebensmitteln und Medikamenten bis hin zu Online-Lehrveranstaltungen haben Gig Worker gezeigt, wie wichtig diese Arbeitsform ist. Hinzu kommt, dass sich viele Menschen der Gig Economy zugewandt haben, um ihr Einkommen, das sie infolge von Entlassungen oder Kurzarbeit verloren haben, zu ersetzen.

Heutzutage ist es nicht ungewöhnlich, dass Menschen von einer Festanstellung in einer Branche in eine freiberufliche Tätigkeit in einer anderen Branche wechseln. Ein bekanntes Beispiel dafür sind etwa Eventmanager, die mittlerweile bei Bedarf Online-Konferenzen organisieren – oder auch Texter, die zuvor bei einem Unternehmen in Vollzeit beschäftigt waren und jetzt als Freiberufler für mehrere Kunden tätig sind.

Die Gig Economy hat sogar das Überleben von manchen Restaurants gesichert, die andernfalls im Lockdown für immer hätten schließen müssen. Und während die Dienste normaler Arbeitnehmer wie Kellner und Barkeeper im Lockdown nicht benötigt werden, sind es jetzt die Lieferboten, die in die Bresche gesprungen sind, um das Essen aus der Küche zu den hungrigen Kunden zu bringen. Auf diese Weise können Köche ihre Jobs behalten und Restaurants weiterhin ihre Miete zahlen, sodass sie – mit einer Prise Glück – nach Ende des Lockdowns wieder Gäste begrüßen dürfen. Dank vieler verschiedener Apps wie Uber Eats, Deliveroo und Wolt entstehen auch Jobs für Personen, die Essen ausliefern wollen.

Die Vor- und Nachteile der Gig Economy

Zwar hat es die Gig Economy Millionen von Menschen ermöglicht, auf eine vollkommen neue und selbstbestimmte Weise zu arbeiten – sie hat aber auch Schattenseiten. Bevor du also selbst Teil der Gig Economy wirst, solltest du dir über die Vor- und Nachteile des Marktes im Klaren sein.

Die Vorteile eines Jobs in der Gig Economy

"Flexibel" zu arbeiten hat definitiv seine Vorteile. Für die meisten Menschen bedeutet es:

  • Einfacher Einstieg: Jede/r kann Teil der Gig-Economy werden, unabhängig von ihren/seinen Fähigkeiten.

  • Die Möglichkeit, die eigene Work-Life-Balance anzupassen

  • Flexible Arbeitszeiten, in der Regel zusammen mit der Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wann und wie lange man arbeitet

  • Die Wahl zu haben, welche Aufträge und Projekte man annehmen möchte

  • Die Möglichkeit zu haben, von überall auf der Welt aus zu arbeiten

Nachteile der Gig Economy

Sei dir über die Nachteile eines Jobs in der Gig Economy bewusst, bevor du einen Vertrag unterzeichnest oder bevor du deinem bisherigen Arbeitgeber Lebewohl sagst. Zu diesen Nachteilen zählen zum Beispiel:

  • Kein Arbeitgeber, der für Renten- und Krankenversicherung, Krankenstand oder Urlaub aufkommt

  • Minimale Arbeitsplatzsicherheit in Bezug auf Abfindungen oder Kündigungsfristen

  • Keine Kollegen, mit denen du dich regelmäßig austauschen kannst

Plattformen der Gig Economy

Mit dem Aufstieg der Gig Economy werden auch die Online-Plattformen größer, die es einem Gig Worker überhaupt erst ermöglichen, Aufträge an Land zu ziehen. Diese Websites und Apps vermitteln die Aufträge zwischen dem Gig Worker und den Menschen und Unternehmen, die auf der Suche nach einer bestimmten Dienstleistung sind. Um ein lukratives Geschäftsmodell zu gewährleisten, verlangen sie für die Vermittlung dieser Aufträge eine geringe Gebühr. Viele dieser internationalen Plattformen – wie etwa Airbnb, Deliveroo, Uber, Fiverr und Amazon – gehören mittlerweile zu den gewinnstärksten Unternehmen der Welt.

Plattformen der Gig Economy in Deutschland

Zwar zählen einige internationale Plattformen der Gig Economy zu den erfolgreichsten Unternehmen der Welt, aber es gibt auch zahlreiche lokale Unternehmen in Deutschland, die sich auf dem Markt der Gig Economy richtig gut schlagen. Zu ihnen zählen:

  • Hermes Group

  • Foodora

  • Foodpanda

  • Fiverr

  • Blacklane

  • Myhammer

  • 9flats

  • Wimdu

  • Helping


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Von N26

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