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Wie funktioniert die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland?

Egal ob angestellt, selbstständig oder StudentIn: Für alle Menschen mit Wohnsitz in Deutschland gilt die Krankenversicherungspflicht. Alles, was du dazu wissen musst, erfährst du hier.

Lesezeit: 8 Min.

Die Krankenversicherung hat in Deutschland eine lange Tradition. Denn es gibt sie schon seit 1883, als sie Otto von Bismarck ins Leben rief und damit Deutschland zum ersten Land mit einer nationalen Sozialversicherung machte. 

Heute besteht für alle Menschen mit Wohnsitz in Deutschland eine Krankenversicherungspflicht – die auch für Freelancer, Selbstständige und Studierende gilt. Wenn du also einen Umzug nach Deutschland planst, sollte deine Krankenversicherung ganz oben auf deiner To-do-Liste stehen. Denn ohne sie erhältst du auch keine Aufenthaltserlaubnis. Aber keine Sorge, hier erfährst du alles, was du über die Krankenversicherung für Ausländer in Deutschland wissen musst. 

Gesetzliche Krankenversicherung Deutschland

Es gibt zwei Krankenversicherungssysteme in Deutschland: ein öffentliches und ein privates. Rund 70 Millionen Menschen (also fast 90 % der Bevölkerung) sind in der gesetzlichen Krankenkasse versichert. 

Grundsätzlich sind alle ArbeitnehmerInnen, deren Jahreseinkommen unter 64.350 €, oder Monatseinkommen unter 5.362,50 € (Stand: 2022) liegt, in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert. Du kannst selbst wählen, bei welcher gesetzlichen Krankenkasse du dich versichern lassen möchtest. Zu den drei größten Anbietern gehören die TK (Techniker Krankenkasse), AOK und Barmer GEK – sie alle haben ziemlich genau dieselben Regelleistungen im Angebot. Viele Expats empfehlen allerdings vor allem die TK, weil sie die meisten englischen Ressourcen anbietet. Über diesen Link kannst du dich online für eine Krankenversicherung bei der TK anmelden. Du solltest dann innerhalb des nächsten Tages von der TK kontaktiert werden, um die nächsten Schritte zu klären. 

Sobald du bei einer Krankenkasse deiner Wahl angemeldet bist, erhältst du deine Gesundheitskarte, die du bei jedem Arztbesuch vorlegen musst.

Jede Krankenkasse deckt dieselben medizinischen Pflichtleistungen ab, zum Beispiel Behandlung beim Haus- und Facharzt, Krankmeldungen, Krankenhausbehandlungen, Impfungen, Vorsorgeuntersuchungen, Rezepte für verschreibungspflichtige Medikamente, Zahnarztbehandlungen und vieles mehr. Allgemein gilt: Notwendige Behandlungen sind kostenlos, während du für Zusatzleistungen einen Anteil der Behandlungskosten selbst bezahlen musst. Zum Beispiel wird eine Kariesbehandlung beim Zahnarzt vollständig von deiner Versicherung übernommen, doch für eine Zahnreinigung musst du eventuell selbst aufkommen. Durch diese selbst bezahlten Zusatzleistungen versucht die Regierung, Kosten zu sparen, ohne Einschnitte im Gesundheitswesen zu machen. 

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Ist die Krankenversicherung in Deutschland kostenlos? 

Die Antwort: leider nein. Allerdings sind Ehepartner und Kinder in deiner gesetzlichen Krankenversicherung kostenlos mitversichert, sofern sie selbst kein oder nur ein geringes Einkommen haben. Für Kinder gilt dabei eine bestimmte Altersgrenze, die davon abhängt, ob sie noch in die Schule gehen bzw. eine Berufsausbildung machen.

Wie viel kostet die Krankenversicherung in Deutschland?

Wie viel du für deinen gesetzlichen Krankenversicherungsschutz bezahlst, hängt von deinem Jahreseinkommen ab. Bis zu einer Gehaltshöhe von 58.050 € beträgt der Versicherungsbeitrag bei allen gesetzlichen Krankenkassen 14,6 % deines Bruttoeinkommens. Als ArbeitnehmerIn teilst du dir diese Kosten allerdings 50/50 mit deinem Arbeitgeber, sodass du selbst nur 7,3 % zahlen musst. Wie oben erwähnt, sind Ehepartner und Kinder in deiner gesetzlichen Krankenversicherung kostenlos mitversichert. Die gesetzliche Krankenkasse ist für die meisten Menschen die einfachste Lösung – vor allem für Arbeitnehmende, denn dann kümmert sich der Arbeitgeber um den Papierkram.

Private Krankenversicherung Deutschland

Neben der gesetzlichen Krankenkasse gibt es in Deutschland auch die Option der privaten Krankenversicherung. Allerdings ist gesetzlich vorgegeben, wer sich privat versichern darf und wer nicht. Denn je nach Art der Berufstätigkeit gelten unterschiedliche Regelungen. Als ArbeitnehmerIn kannst du dich zum Beispiel nur dann privat versichern lassen, wenn dein Jahreseinkommen über der Versicherungspflichtgrenze von 64.350 € (Stand: 2022) liegt. Studierende, Beamte und Selbstständige können dagegen ohne besondere Voraussetzungen eine private Krankenversicherung abschließen. Auch viele FreiberuflerInnen können freiwillig in die private Krankenversicherung wechseln. Wenn du allerdings in die Berufsgruppe der KünstlerInnen und PublizistInnen fällst, musst du zuerst prüfen, ob du nicht der Versicherungspflicht der Künstlersozialkasse unterliegst, in welchem Fall eine private Kranken­versicherung nicht möglich ist. 

Wenn du bereits Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland bist, musst du deine gesetzliche Krankenversicherung zuerst kündigen, bevor du zu einer privaten Krankenkasse wechseln kannst. Aber Vorsicht: Eine Rückkehr zur gesetzlichen Krankenkasse ist nicht immer unproblematisch. Zudem ist eine private Krankenversicherung meistens auch teurer als eine gesetzliche. Denn im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung richten sich die Versicherungsbeiträge für eine private Krankenversicherung nicht nach dem Einkommen, sondern nach Alter, Gesundheitsstatus und den gewünschten Leistungen. So zahlen ältere Versicherte oder Menschen mit Vorerkrankungen mehr als junge, gesunde Versicherte. Und auch Familienmitglieder sind in deiner privaten Krankenversicherung nicht kostenlos mitversichert, für sie fallen zusätzliche Beiträge an.

Aber natürlich hat die private Krankenversicherung auch einige Vorteile. Zum Beispiel kannst du Leistungen wie Zahnbehandlungen und Krankentagegeld je nach deinen individuellen Bedürfnissen frei wählen und diese bei eventuellen  Beitragserhöhungen auch jederzeit anpassen. Zudem stehen dir Leistungen zur Verfügung, die über die Grundversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen, zum Beispiel kürzere Wartezeiten, alternative Behandlungen, private Kliniken und freie Arztwahl. So kannst du beispielsweise speziell ÄrztInnen auswählen, die deine Sprache sprechen. Allerdings solltest du beachten, dass Rechnungen zunächst selbst übernommen werden müssen. Das heißt, du bezahlst zuerst aus eigener Tasche und musst dann die jeweilige Rechnung bei deiner privaten Krankenversicherung einreichen, um die Kosten zurückerstattet zu bekommen.

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Private Zusatzversicherungen

Es gibt auch die Option, deine gesetzliche Krankenversicherung mit einer privaten Krankenzusatzversicherung zu ergänzen. Dadurch kannst du versichern, dass du im Fall der Fälle die beste Versorgung erhältst – beispielsweise ein Einbettzimmer im Krankenhaus oder Behandlungen, die von deiner gesetzlichen Krankenkasse nicht gedeckt werden. Wenn du zum Beispiel einen Zahnersatz benötigst und dein gesetzlicher Schutz nur einen Teil der Kosten abdeckt, kannst du dich mit einer privaten Zusatzversicherung absichern. Wenn es um Krankenzusatzversicherungen geht, hast du in Deutschland die Qual der Wahl. Es lohnt sich also, die Leistungen und Tarife der verschiedenen Versicherungsanbieter zu vergleichen, bevor du eine Entscheidung triffst. 

Krankenversicherung für Ausländer in Deutschland

Du bist Freelancer, SprachstudentIn oder gerade noch auf der Suche nach einem Job? Dann gibt es noch eine weitere Art der Krankenversicherung, die für dich besonders relevant sein könnte, nämlich eine Krankenversicherung für EU-Bürger ohne Einkommen in Deutschland. Diese Krankenversicherung ist zum Beispiel ideal, wenn du gerade nach Deutschland gezogen bist, dich aber noch nicht für eine gesetzliche Krankenversicherung anmelden kannst, weil du beispielsweise noch auf Jobsuche bist. Oder vielleicht planst du ohnehin, nicht länger als zwei Jahre in Deutschland zu bleiben. Stell dir diese Krankenversicherung am besten als eine Art verlängerte Reiseversicherung vor: Sie bietet dir eine bezahlbare Gesundheitspflege und du kannst dennoch – sollten sich deine persönlichen Umstände ändern – jederzeit einer gesetzlichen Krankenkasse beitreten. Am wichtigsten ist aber, dass diese Expat-Krankenversicherung die Versicherungspflicht für deine Aufenthaltserlaubnis erfüllt. Klicke auf diesen Link, um dich online anzumelden und in nur wenigen Stunden (manchmal sogar Minuten) versichern zu lassen. Aber nicht vergessen: Diese Versicherung gilt höchstens zwei Jahre.

Privathaftpflichtversicherung

Die Privathaftpflichtversicherung, oder Unfallversicherung, ist zwar genau genommen keine Krankenversicherung, aber wenn du gerade deinen Umzug nach Deutschland planst, ist sie definitiv eine Überlegung wert. Denn wenn du zum Beispiel durch ein Missgeschick einen Sach- oder Personenschaden verursachen solltest, kommt die Privathaftpflicht für Kosten in Höhe von bis zu 30 Mio. € auf. Und auch wenn jemand, der keine Haftpflichtversicherung hat, dir einen Personen- oder Sachschaden verursacht, bist du durch deine Privathaftpflicht abgesichert. Sie ergänzt deine Krankenversicherung insofern, als sie neben Arztrechnungen auch Kosten für Krankenwagen und Lohnverluste abdeckt. Über diesen Link kannst du mehr dazu erfahren und für nur 5 € im Monat eine Privathaftpflichtversicherung abschließen.

Krankenversicherungen für Arbeitnehmende

Wie schon erwähnt, ist die gesetzliche Krankenversicherung für ArbeitnehmerInnen die einfachste Art, dich in Deutschland zu versichern. Wenn dein Jahreseinkommen unter 64.350 € oder dein Monatseinkommen unter 5.362,50 € liegt, wirst du automatisch bei einer gesetzlichen Krankenkasse angemeldet. Dein Arbeitgeber kümmert sich zum größten Teil um den Papierkram und deine Versicherungsbeiträge werden automatisch von deinem Monatsgehalt abgezogen. Wenn du im Jahr mehr als 64.350 € verdienst, kannst du entscheiden, ob du zu einer privaten Krankenkasse wechseln willst. Auch hier beteiligt sich dein Arbeitgeber an deinen Versicherungsbeiträgen. Allerdings wird nicht die Hälfte deiner Beiträge vom Arbeitgeber übernommen, sondern maximal der Höchstbeitrag, der auch zur gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung deiner MitarbeiterInnen beigesteuert wird.

Krankenversicherungen für Freelancer oder Freiberufler

Du bist Freelancer oder selbstständig? Dann musst du dich selbst um deine Krankenversicherung kümmern. Folge dazu einfach diesen Schritten:

  1. Entscheide dich, ob du dich gesetzlich oder privat versichern möchtest
  2. Wähle eine Krankenkasse und finde das richtige Anmeldeformular auf ihrer Website
  • Stelle persönliche Informationen wie Name, Geburtsdatum und Staatsbürgerschaft bereit
  • Mache Angaben zu deinem Job, einschließlich Berufsbezeichnung und Beginn deiner Tätigkeit
  • Gib Auskunft darüber, ob du bereits Mitglied bei einer Krankenversicherung in Deutschland bist und wenn ja, bei welcher
  • Schicke das vollständig ausgefüllte Formular an die richtige Adresse (du findest sie normalerweise auf dem Formular)
  • Reiche ein aktuelles Passfoto für deine Gesundheitskarte ein
  • Richte ein Lastschriftverfahren ein, damit deine Beiträge automatisch von deinem Konto abgezogen werden können

Wenn du dich für eine private Krankenversicherung entschieden hast, hast du die Wahl zwischen zahlreichen Tarifen, die jeweils unterschiedliche Leistungen bieten. Eine private Krankenversicherung ist meistens dann empfehlenswert, wenn du jung und gesund bist, und nicht langfristig in Deutschland bleiben möchtest. 

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Krankenversicherungen für Studierende

Für StudentInnen verhält sich die Anmeldung bei einer Krankenkasse ähnlich wie für Freelancer, nur dass es ein spezielles Formular für Studierende gibt. Versicherungsbeiträge für StudentInnen sind weitaus günstiger, informiere dich also am besten zuerst bei deiner Universität, bevor du diesen Schritten folgst:

  • Entscheide dich, ob du dich gesetzlich oder privat versichern möchtest
  • Wähle eine Krankenkasse und finde das richtige Anmeldeformular auf ihrer Website
  • Stelle persönliche Informationen wie Name, Geburtsdatum und Staatsbürgerschaft bereit
  • Mache Angaben zu deiner Immatrikulation, wie Namen deiner Universität, Studiengang und voraussichtliches Abschlussdatum
  • Gib Informationen zu Beschäftigungsmöglichkeiten an, z. B. ob du während deinem Studium Einkommen haben wirst
  • Gib Auskunft darüber, ob du bereits Mitglied bei einer Krankenversicherung in Deutschland bist und wenn ja, bei welcher
  • Schicke das vollständig ausgefüllte Formular an die richtige Adresse (du findest sie normalerweise auf dem Formular)
  • Reiche ein aktuelles Passfoto für deine Gesundheitskarte ein
  • Richte ein Lastschriftverfahren ein, damit deine Beiträge automatisch von deinem Konto abgezogen werden können

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