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Überweisungsbetrug: Wie du dich vor der Betrugsmasche schützt

Eine kurze Unachtsamkeit und schon ist das Geld weg. Mit welchen Mitteln Kriminelle bei Überweisungsbetrug vorgehen und wie du dich schützen kannst, erfährst du hier.

Lesezeit: 6 Min.

2019 waren 70 Prozent der Unternehmen von mindestens einem Überweisungsbetrug betroffen. Während der Pandemie haben die Fallzahlen noch einmal stark zugenommen. Doch nicht nur Unternehmen werden zur Zielscheibe für Betrüger, die ihre Opfer meist im Internet ausspähen. Auch für Privatleute besteht die Gefahr, auf die Betrugsmasche mit Überweisungen hereinzufallen. Wie du dich oder dein Unternehmen vor dieser Form des Internetbetrugs schützen kannst, zeigen wir hier. Weiterlesen lohnt sich. 

Überweisungsbetrug - was ist das?

Überweisungsbetrug ist eine Art des Finanzbetrugs, der Unternehmen und Privatpersonen betreffen kann. Die Opfer werden - anders als bei einem Kartenbetrug - von Cyberkriminellen getäuscht und schließlich davon überzeugt, ihr Geld auf das Konto der Betrüger zu überweisen. Dabei geben sich die Täter oft als eine vertraute Person oder Angehörige eines Unternehmens aus. Die benötigten Informationen finden die Betrüger in Sozialen Medien. Folgende Arten des Überweisungsbetrugs gibt es:

  • Betrug mit flaschen Lieferanten und Bankkonten: Bei dieser Form des Überweisungsbetrugs sammeln die Betrüger Informationen über die Lieferanten eines Unternehmens und über die Kontaktperson, die Banküberweisungen für das Unternehmen ausführt. Sie setzen sich mit dieser Person in Verbindung und behaupten, dass sich die Bankdaten des Lieferanten geändert haben. Nichtsahnend wird so oft eine Überweisung auf die vermeintlich neuen Konten des Lieferanten getätigt. Ein ähnliches kriminelles Vorgehen ist die Ausstellung falscher Rechnungen im Namen eines Lieferunternehmens. 
  • Betrug mit falscher Geschäftsführung: Bei dieser Betrugsmasche geben sich Kriminelle als Geschäftsführer eines Unternehmens aus und nehmen Kontakt mit Mitarbeitenden der Buchhaltung auf. Der falsche CEO verlangt dann eine dringende Banküberweisung, wobei sich die Betrüger das sogenannte Social Engeneering zunutze machen. Im Jahr 2013 verliert das Unternehmen Vallourec aufgrund eines solchen Betrugs in nur wenigen Wochen fast 23 Millionen Euro an Cyberkriminelle. 
  • Phishing:Phishing dürfte den meisten E-Mail-Empfängern ein Begriff sein. Sie ist eine der häufigsten Online-Betrügereien, die nicht nur Privatpersonen, sondern auch viele Unternehmen betrifft. Dabei werden persönliche Daten gesammelt, um die Identität der Betroffenen zu stehlen. Phishing ist oft die Vorarbeit für einen Überweisungsbetrug oder einen Betrug, in dem ein Geschäftsführer imitiert wird. 
  • Interner Betrug: Darüber hinaus kann Überweisungsbetrug auch intern organisiert werden. Mitarbeitende, die Zugang zu sensiblen Daten haben, können diese Informationen nutzen, um Finanzmittel zu veruntreuen. Korruption, Veruntreuung, überhöhte Rechnungen und Kassenfehler sind Beispiele für interne Betrugsfälle. Ein Unternehmen kann dieser Betrug aus den eigenen Reihen jedes Jahr 5 % des Umsatzes kosten. 

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Haftung bei Überweisungsbetrug: Werden Überweisungen geprüft?

Nach dem aktuellen Geldwäschegesetz werden Überweisungen ab 1.000 Euro von Finanzdienstleistern und Ermittlungsbehörden überprüft. Bei Auffälligkeiten muss die Herkunft oder der Zweck der Überweisung nachgewiesen werden. So soll nicht nur Geldwäsche, sondern auch andere kriminelle Transaktionen verhindert werden. 

Was überprüft die Bank bei einer Überweisung?

Sobald eine Überweisung bei einer Bank eingeht, wird diese von einem Algorithmus und bei Auffälligkeiten auch noch einmal manuell überprüft. Dabei werden vor allem die Internationale Bankkontonummer(IBAN)und der Bank-Identifizierungs-Code (BIC-Code) überprüft. Finanzdienstleister sind allerdings nicht dazu verpflichtet, auch den Namen des Zahlungsempfängers zu prüfen. Trotz all dieser Vorkehrungen haftet eine Bank nicht, wenn du einem Überweisungbetrug zum Opfer gefallen bist. 

Überweisungsbetrug beim Online-Banking: Was ist APP-Fraud? 

APP kommt aus dem Englischen und steht für “Authorized Push Payment". Das heißt, APP-Fraud ist ein Überweisungsbetrug mit autorisierten Push-Zahlungen. Um ihre Opfer davon zu überzeugen eine Überweisung zu veranlassen, nutzen die Betrüger einen Identitätsdiebstahl und geben sich meist als eine der folgenden Personen aus: 

  • Lieferanten
  • Angestellte 
  • Manager oder Managerinnen

Beispiel: Vermeintliche Sicherheitsexperten deines Mobilfunkanbieters setzen sich mit dir in Verbindung, um dich vor einer Sicherheitslücke zu warnen. Du wirst aufgefordert, schnellstmöglich eine Überweisung zu machen, um sehr hohe Kosten für dein Unternehmen zu vermeiden. Du wirst bewusst unter Druck gesetzt und so lange beeinflusst, bis du das Geld überweist.

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Überweisungsbetrug: So erkennst du Betrugsversuche bei Banküberweisungen

Glücklicherweise gibt es Tipps, mit denen du Überweisungsbetrug einfach erkennen und dich so besser schützen kannst. Hier haben wir unsere Top 5 für dich zusammengefasst: 

  • Wenn du beispielsweise Geld für eine Dienstleistung an einen Dritten überweisen musst, ist es besonders wichtig auf Ungereimtheiten zu achten und die Bankverbindung im Zweifelsfall noch einmal zu prüfen. 
  • Besonders aufmerksam solltest du bei Banküberweisungen ins Ausland sein. Überweisungsbetrug, der im Ausland über internationale Konten organisiert wird, ist keine Seltenheit. 
  • Vor allem bei Rechtschreibfehlern, Domain-Namen mit Tippfehlern (bekannt als Typosquatting) und ungewöhnlichen Domain-Erweiterungen (Cybersquatting) sollten bei dir die Alarmglocken schrillen. Überprüfe immer zuerst die Glaubwürdigkeit der E-Mail, um Überweisungsbetrüger von vornherein zu entlarven. 
  • Gar nicht erst öffnen solltest du Anhänge mit einer unbekannten Erweiterung wie .scr oder .cab. Auch Zweifel am Absender solltest du ernst nehmen. 
  • Bei einem Betrugsverdacht im Zusammenhang mit deinem Unternehmen solltest du dich immer bei Lieferanten oder anderen Organisationen direkt erkundigen, um zu sehen, ob die Kontaktaufnahme legitim ist. Das ist besonders wichtig, wenn es um Bankdaten geht. Verwende deshalb nicht einfach die Daten, die von irgendwem in einer Anfrage gesendet wurden, da diese gefälscht sein könnten. 

Wie du Überweisungsbetrug beim Online-Banking verhindern kannst und von vornherein auf Nummer sicher gehst, erfährst du in unserem Sicherheitsleitfaden

Was tun bei Überweisungsbetrug?

Bist du bereits Opfer eines Überweisungsbetrugs geworden, solltest du schnellstmöglich folgende Schritte unternehmen, um den Schaden zu begrenzen: 

  1. Identifiziere die Überweisung an die Betrüger. 
  2. Ändere im Falle eines Identitätsdiebstahls sofort dein Passwort.
  3. Wende dich schnellstmöglich an deine Bank oder an die zuständige Finanzabteilung in deinem Unternehmen, um die Überweisung eventuell noch zu stornieren.
  4. Wenn die Überweisung bereits ausgeführt wurde, kannst du versuchen, die Rückerstattung wegen Überweisungsbetrugs zu beantragen. Die Chancen sind allerdings gering, da die Überweisung von dir freigegeben wurde. 
  5. Sammle so viele Informationen über die Betrüger wie möglich (E-Mail-Adressen, Websites, Überweisungsaufträge, Briefe und versandte Rechnungen). 
  6. Sprich mit der Polizei und schildere deinen Fall. 

Kann ich das Geld nach der Überweisung wieder zurückholen?

Hast du fälschlicherweise Geld überwiesen, solltest du schnell reagieren. Bevor die Überweisung auf dem Konto des Empfängers eingegangen ist, kann deine Bank noch eingreifen und dir das Geld unter Umständen einfach wieder zurücküberweisen. In diesem Fall hättest du noch einmal Glück gehabt. Der Rückholservice der Bank kostet dich in der Regel zwischen zehn und zwanzig Euro. Bei einem drei- oder sogar vierstelligen Überweisungsbetrag ist es einen Versuch auf jeden Fall wert. 

Wie lange kann ich überwiesenes Geld zurückholen?

Wie lange du eine Überweisung wieder rückgängig machen kannst, hängt stark von deiner Bank ab und davon, wie schnell du deinen Fehler bemerkst. Viel Zeit hast du in jedem Fall nicht. Eine Überweisung kann zwischen einigen Stunden und mehreren Tagen dauern. Wenn das Geld dem Empfänger bereits auf sein Konto gutgeschrieben wurde, ist es leider zu spät. Dann sind dir die Hände gebunden, da die Betrüger für eine Rücküberweisung kooperieren müssten. Eher unwahrscheinlich. 

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Von N26

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