Mann hält einen Pass in der Hand.

Was ist Geldwäsche und wie verhindern Banken diese?

Wir erklären, wie Banken mithilfe von Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung verdächtiges Verhalten aufdecken und was du tun kannst, um dich selbst vor Kriminellen zu schützen.

Lesezeit: 7 Min.

Geldwäsche ist ein Mittel, das von Kriminellen – von Drogenhandel über Terrorismus bis hin zur Korruption – eingesetzt wird, um die Herkunft des illegal beschafften Geldes zu verschleiern. Aber wie können Banken Geldwäsche aktiv verhindern?

Banken und andere Finanzinstitutionen versuchen, verdächtige Aktivitäten durch aktive Geldwäschebekämpfung aufzudecken. Dadurch tragen sie dazu bei, dass Geld aus kriminellen Quellen keinen Weg ins offizielle Finanzsystem findet. Wir haben hier Fakten und Infos über Maßnahmen zur Verhinderung krimineller Finanzaktivitäten zusammengetragen – lies weiter, um mehr zu erfahren!

  • Was ist Geldwäsche? Geldwäsche ist ein Prozess, bei dem die Herkunft von illegal erworbenen Geldern verschleiert wird, um diese legal wirken zu lassen. Das Ganze lässt sich in drei Stufen beschreiben: Der Einspeisung (Placement), der Verschleierung (Layering) und der Integration.
  • Banken gehen dagegen vor, indem sie verpflichtende Identitätsprüfungen ihrer KundInnen durchführen und die sogenannte Haltefrist, sowie Anti-Geldwäsche-Software anwenden. 
  • Du kannst selbst vorbeugen, Opfer von Kriminellen zu werden, indem du deine Kontaktdaten, sowie Zugangsdaten zu Konten niemals weitergibst, Informationen, die du auf Webseiten von Drittanbietern findest, kritisch hinterfragst und nie auf Anweisung Dritter ein Bankkonto eröffnest.

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Was ist Geldwäsche?

Geldwäsche ist ein Prozess, der die Herkunft von illegal erworbenen Geldern verschleiert, um sie legal erscheinen zu lassen. Jedes Jahr werden schätzungsweise 740 Milliarden bis 2 Billionen €“gewaschen” – das sind ganze 2 bis 5 % der Weltwirtschaft. Allein in der EU werden jedes Jahr 197,2 Milliarden € "gewaschen".

Bevor solche Gelder "gewaschen" werden, stehen sie in direktem Zusammenhang mit dem Verbrechen und können zurückverfolgt werden. Kriminelle müssen das Geld deshalb "waschen", damit es einen legalen Anschein erhält. So kann es investiert werden und das Risiko, erwischt zu werden, ist kleiner. Zusammengefasst ist Geldwäsche also das "Waschen" von schmutzigem Geld, damit es sauber und legal erscheint.

Hier findest du es nochmal schön zusammengetragen vom Finanzministerium.

Erklär doch mal, Felix – Folge 5: Bekämpfung von Geldwäsche | Erklärfilm

Welche Methoden kommen bei der Geldwäsche zum Einsatz?

Du weißt jetzt schon was Geldwäsche ist, also lass uns einmal einen Blick darauf werfen, wie genau dieser Vorgang eigentlich abläuft und welche Methoden von Kriminellen genutzt werden, um das Geld zu “waschen”. 

Geld wird normalerweise nach einem einfachen dreistufigen Verfahren “gewaschen”: 

1. Der erste Schritt ist die Einspeisung (Placement). Das kriminell erworbene Geld wird zum ersten Mal in das offizielle Finanzsystem eingespeist.

2. Durch Verschleierung (Layering) wird die Herkunft des Geldes mit verschiedenen Buchhaltungstricks verborgen.

3. Wenn die Herkunft des Geldes erfolgreich verschleiert worden ist, kommt der letzte Schritt – die Integration. Nun kann das Geld abgehoben oder investiert werden.

Die Geldwäschemethoden sind unterschiedlich komplex. Folgende Methoden werden dafür verwendet: 

  • Die am häufigsten angewendete Methode ist, das Geld in ein anderes, auf Bargeld basierendes Geschäft einfließen zu lassen. Viele kriminelle Organisationen besitzen mehrere "Tarnorganisationen", von Restaurants bis hin zu Spielcasinos. Legitime Gewinne aus diesen Geschäften vermischen sie dann mit dem illegal erworbenen Geld. 
  • Eine andere Methode ist das sogenannte Structuring, bei dem große Geldsummen in kleinere Beträge aufgeteilt und auf mehrere Konten verteilt werden. Die EU-Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche sehen vor, dass Transaktionen ab 10.000 € überprüft werden müssen. Structuring umgeht diese Vorschrift durch Einzahlung kleinerer Beträge, die weniger verdächtig erscheinen.
  • Dann gibt es auch noch den Bargeldumtausch, bei dem schmutziges Geld von Tauschbüros umgetauscht wird. Es kann sein, dass das Tauschbüro nicht weiß, woher das Geld stammt, oder dass die Bartransaktion ein Tarngeschäft ist.
  • Immobilienkäufe ermöglichen es Kriminellen, ihr Geld in Häuser und Geschäftsgrundstücke zu verwandeln, die später verkauft werden können.
  • Auch der Kunstmarkt ist aufgrund der hohen Geheimhaltung und der potenziell wertvollen Objekte ins Visier von Geldwäschern geraten.

Was ist Geldwäschebekämpfung und das Geldwäschegesetz?

1989 wurde das internationale Gremium Financial Action Task Force (FATF) gegründet, um Geldwäsche zu bekämpfen. Die FATF legt den Rahmen für die Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung fest und kontrolliert, ob diese in den verschiedenen Ländern umgesetzt werden. Die einzelnen Länder haben darüber hinaus eigene Aufsichtsbehörden, die von nationalen Aufsichtsbehörden überwacht werden. Auf globaler Ebene ergreifen die UNO, die Weltbank und der Internationale Währungsfonds eigene Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche.

Die Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung geben Prozesse vor, mit denen verdächtige Aktivitäten aufgedeckt werden können. Je leichter es Kriminellen fällt, illegale Gelder unentdeckt auszugeben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch in Zukunft Straftaten begehen. Die Bestimmungen zur Geldwäschebekämpfung machen auf Warnsignale aufmerksam und sorgen dafür, dass die jeweiligen Institutionen die Aktivitäten ihrer KundInnen proaktiv überwachen. Aber was genau sind diese "verpflichteten Einrichtungen"?

Unter verpflichteten Einrichtungen versteht man Institutionen, die mit Finanztransaktionen in Berührung kommen, welche von Geldwäschern ins Visier genommen werden könnten. Dazu gehören Banken, Zahlungsabwickler und der Wett- und Glücksspielmarkt. In der EU legt die Europäische Bankenaufsichtsbehörde Leitlinien und Bestimmungen für die Aufsicht fest. Die für die Bekämpfung der Geldwäsche zuständigen Aufsichtsbehörden überwachen dann jede einzelne Einrichtung, um zu sehen, wie effizient die Geldwäschebekämpfung erfolgt.

Die Regelungen zur Geldwäscheprävention sind im Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten, auch bekannt als Geldwäschegesetz (kurz:GwG), festgehalten und richten sich nach den Vorgaben der EU. Nach dem Geldwäschegesetz müssen die Verpflichteten ihre kundenbezogenen Sorgfaltspflichten wahren und ein Risikomanagement einrichten.

Geldwäscheprävention: So bekämpfen Banken Geldwäsche

Als Fundament des Finanzsystems brauchen die Banken ein wachsames Auge, um verdächtiges Verhalten zu erkennen. Auch die von den Banken ergriffenen Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung unterliegen FATF-Richtlinien. Die MitarbeiterInnen mit Kundenkontakt werden in der Geldwäschebekämpfung geschult und sind gesetzlich verpflichtet, verdächtige Aktivitäten zu melden.

Viele Banken stellen Teams auf, deren Aufgabe es ist, Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung zu optimieren. Diese SicherheitsexpertInnen werden auch Compliance-Beauftragte oder AML-SpezialistInnen genannt. Die Geldwäschebekämpfung im Bankensektor beruht auf drei Säulen: Identitätsprüfung, Haltefrist und Anti-Geldwäsche-Software zur Überwachung von Transaktionen.

Identitätsprüfung

Bestimmte Institutionen (wie z. B. Banken) sind verpflichtet, KYC-Verfahren (Know Your Customer) zu befolgen. Darunter versteht man die Schritte, die Banken zur Identitätsüberprüfung ihrer KundInnen durchführen müssen. Obwohl die FATF-Richtlinien den Rahmen vorgeben, sind die einzelnen Banken selbst für ihre eigenen KundInnen verantwortlich. So liegt es in ihrer Verantwortung, Transaktionen mit hohem Risiko zu melden.

Was überprüfen die Banken also? KYC-Richtlinien verlangen von den Banken, dass sie den Namen, das Geburtsdatum, die Adresse und gelegentlich zusätzliche Informationen (z. B. Beruf des Kunden bzw. der Kundin) überprüfen. In der Regel verlangen die Banken von den KundInnen bei der Eröffnung eines Kontos die Überprüfung ihrer Identität anhand von Ausweisdokumenten. In letzter Zeit verwenden Banken auch biometrische Identifizierungsverfahren, wie Gesichts- oder Stimmerkennung oder Fingerabdruck-Scans.

Haltefrist

Eine weitere Methode zur Verhinderung von Geldwäsche besteht in der sogenannten Haltefrist. Bei diesem Vorgehen müssen Einzahlungen mindestens fünf Handelstage auf einem Konto verbleiben. Diese Haltedauer kann Maßnahmen gegen Geldwäsche unterstützen und lässt mehr Zeit für Risikobewertungen.

Anti-Geldwäsche-Software zur Überwachung von Transaktionen

Viele Banken haben Millionen von KundInnen und verwalten Millionen von Transaktionen. Bei einem so hohen Volumen ist es unmöglich, jede einzelne Transaktion manuell zu überwachen – hier kommt die Anti-Geldwäsche-Software zur Überwachung von Transaktionen ins Spiel. Diese Technologie ermöglicht es Banken und anderen Finanzinstituten, Transaktionen täglich in Echtzeit zu überwachen.

Eine solche Software kombiniert verschiedene Informationsquellen, wie z. B. Kontoverlauf, Risikoeinschätzung und Details einzelner Transaktionen, wie die Gesamtsumme des Geldes und die beteiligten Länder. Das gilt gleichermaßen für Bareinzahlungen, Überweisungen und Abhebungen. Wenn eine Transaktion als risikoreich eingestuft wird, wird sie vom System als verdächtige Aktivität gekennzeichnet.

Geldwäscheprävention: Was du tun kannst, um nicht Opfer von Geldwäsche zu werden 

Es gibt einige Maßnahmen, die du selbst beachten kannst, um dich vor Kriminellen zu schützen:

  1. Gib keine persönlichen Daten wie z. B. deinen Namen, Geburtsdatum, Geburtsort, Adresse, E-Mail-Adresse etc. an Dritte heraus. Hierzu gehören auch Kopien von persönlichen Dokumenten wie dem Personalausweis, Reisepass, Geburtsurkunde, Führerschein, etc.
  2. Deine Zugangsdaten zu deinem Bankkonten oder Bank- und Kreditkarte solltest nur du wissen und niemals weitergeben. Dazu zählen auch deine E-Mail-Adresse, dein Passwort und deine PINs.
  3. Hinterfrage Informationen, die du auf Webseiten von Drittanbietern findest, kritisch. Oftmals gibt es Hinweise darauf, dass etwas nicht stimmt.
  4. Eröffne niemals ein Bankkonto auf Anweisung von Dritten. N26 hat keine Kooperationen mit Marktforschungsinstituten, Kreditvermittlern, die über externe Seiten angeboten werden, oder Job- und Wohnungsvermittlungen, bei denen Angebote durch ein Videotelefonat bestätigt oder erlangt werden können. Solltest du auf eine Webseite stoßen, handelt es sich in allen diesen Fällen um Betrug!

Was passiert, wenn es einen Geldwäsche-Fall gibt

N26 meldet verdächtige Transaktionen, die darauf hindeuten, dass eine Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung oder sonstige strafbare Handlung vorliegt, an die deutsche Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU). Die weiteren Ermittlungen werden in diesen Fällen von den zuständigen Strafverfolgungsbehörden durchgeführt.

Du kannst weitere praktische Informationen in dem N26 Support Center finden.

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