Eine Gruppe von Menschen, die sich bei Sonnenuntergang umarmen.

Wie das Thema Geld in deiner Familie zu weniger Problemen führt

Erfahre in diesem Beitrag, wie du nicht nur die richtige Balance zwischen deiner Familie und euren Finanzen findest, sondern auch gleichzeitig die Familienbande stärken kannst.

Lesezeit: 6 Min.

Dreht sich die Familiendynamik ums Geld, ist das eine heikle Angelegenheit. Wenn das Thema Finanzen in der Familie aufkommt, können verschiedene Emotionen, Werte und Erwartungen an die Oberfläche gelangen – und zu anstrengenden Gesprächen führen. Familie und Finanzen unter einen Hut zu bringen, bedeutet jedoch mehr als kluge finanzielle Entscheidungen zu treffen. Es geht auch darum, die Beziehungen zu pflegen und die Ziele des anderen zu unterstützen. 

Familien können auch in stürmischen Zeiten weiterkommen, wenn sie die Finanzangelegenheiten mit Empathie und Verständnis angehen und sich bemühen, eine gemeinsame Basis zu finden. Wozu das letztendlich gut ist? Sie können dann das Geld so einsetzen, dass es für sie arbeitet, und gleichzeitig ihre Bindungen vertiefen.

Der Streit ums Geld innerhalb der Familie

Beim Thema Geld gibt es in Familien oft Streit, doch die Gründe dafür liegen meist viel tiefer, als man glaubt. Geld kann Sinnbild für viele Probleme sein, die sonst unter der Oberfläche brodeln. Dies beginnt bei wieder aufkeimenden Unsicherheiten und geht über komplexe Machtkämpfe bis hin zur Manipulation des Selbstwertgefühls: wenn in der Familie über Geld gestritten wird, geht es so gut wie nie nur um die kalte, harte Währung.

Verwechslung von Selbstwert und Nettowert

Die Diskussionen werden dann besonders hitzig, wenn das Geld eine übergroße Rolle dabei spielt, wie jemand seinen Selbstwert definiert. Da kann schon einmal ein Nettowert mit einem Selbstwert verflochten werden und die Familienmitglieder nehmen dann eine persönliche Identität verzerrt wahr. Und das macht dann Gespräche über Geld emotional viel aufgeladener. Manchmal kann das Geld auch für eine mangelnde emotionale Verbindung zwischen den Familienmitgliedern stehen und zu einem Ersatz für Zuneigung und Fürsorge werden. Damit stellen solche Streitgespräche über Finanzen eine größere emotionale Belastung dar.

Geld, Macht und Groll

Ungelöste Fragen über Macht und Kontrolle können ebenfalls zu einem finanziellen Konflikt führen. Wenn innerhalb der Familie ein finanzielles Ungleichgewicht besteht – wenn beispielsweise einer mehr verdient und deshalb die Finanzentscheidungen beherrscht – kann dies zu einem Machtkampf führen. Das passiert vor allem dann, wenn das autoritärere Familienmitglied die Vorschläge und Bedürfnisse der anderen ignoriert. Eine solche Ungleichheit kann das Vertrauen untergraben und Groll zwischen den Familienmitgliedern schüren. Das sind die Zutaten für Spannungen, die explodieren und über die Finanzangelegenheiten hinausschießen.

Unterschiedliche Wertvorstellungen und Erwartungen

Zwischenmenschliche und generationsübergreifende Konflikte um Geld können auf gesellschaftliche Wertvorstellungen und kulturelle Erwartungen zurückgeführt werden. Bestimmte Überzeugungen und Glaubenssätze über Wohlstand, Erfolg und Verantwortung können zu Spannungen führen – der Druck, traditionelle Geschlechterrollen aufrechtzuerhalten, ist ein Beispiel dafür. Kollidieren diese Erwartungen mit anderen Realitäten in der Familie, kann dies zu einer Menge Stress und Angst führen.

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Geld erben … und den Ärger dazu

Ungefähr 75 % aller Menschen werden sich wahrscheinlich einmal in ihrem Leben um ein Erbe streiten. Da die Anzahl der Erbstreitigkeiten zuzunehmen scheint, wird das Erbe zu einem der anstrengendsten Themen, mit denen sich eine Familie auseinandersetzen muss. Die Frage, wie das Vermögen aufgeteilt wird, wenn ein Familienmitglied stirbt, kann tiefe Gefühle auslösen, sowohl während der Testamentserstellung als auch nach dem Tod des Familienmitglieds. Deshalb ist es äußerst wichtig, sich bei der Testamentserstellung Gedanken darüber zu machen, wer betroffen sein wird und – so weit wie möglich – die verschiedenen Gefühle und Bedürfnisse zu berücksichtigen. 

Zwei Dinge, die bei einem Erbschaftsdrama helfen können: Ehrlichkeit und klare Kommunikation. Es mag zunächst zu Spannungen oder zu einem Konflikt führen, wenn man sehr transparent ist, aber letztlich bietet dies allen eine bessere Chance, eine vernünftige Lösung zu finden. Informationen zurückzuhalten oder Familienmitglieder zu täuschen, kann Emotionen hochkochen lassen und die Beziehungen belasten, insbesondere nach einem Todesfall in der Familie. Stattdessen sollte man dies lieber besprechen, solange die Familienmitglieder noch leben. So können alle ihre Absichten und Gedanken offen mitteilen – das sorgt später für weniger Vermutungen und Missverständnisse.

Familie und Geschäft vereinen

Bei Familienunternehmen trifft die private auf die öffentliche Welt. Da jedoch 75 % der Unternehmer und 81 % der niedergelassenen Geschäftsinhaber ihre Unternehmen gemeinsam mit Familienmitgliedern besitzen oder leiten, ist dieser Mix aus Arbeits- und Privatleben für viele Normalität. Dennoch haben nur 19 % der Familienunternehmen ein Protokoll zur Konfliktlösung – sodass Spannungen oft vorprogrammiert sind. 

Wenn ungelöste Familienkonflikte wieder an die Oberfläche kommen, kann dies schnell Auswirkungen auf Geschäftsentscheidungen haben. In Mehrgenerationenunternehmen können Strukturen, die einst zum Erfolg führten, heute veraltet und nicht länger effektiv sein. In solchen Fällen ist man gut beraten, sich von Fachleuten helfen zu lassen, die Erfahrung im Umgang mit Konflikten und deren Lösung haben. Letztendlich geht es darum, weder die Familienbeziehungen noch das Geschäft zu schädigen.

Trotz aller Herausforderungen birgt es jedoch ein großes Potenzial, wenn eine Familie zusammenarbeitet. Es kann eine einzigartige Möglichkeit bieten, die Familienmitglieder auf einer tieferen Ebene kennenzulernen und gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten. Zudem kann ein Familienunternehmen als Plattform dafür dienen, der nächsten Generation den klugen Umgang mit Geld, die Bedeutung starker Beziehungen und den Wert von Zusammenarbeit zu vermitteln.

Geld von der Familie leihen

Sich Geld von einem Familienmitglied zu leihen, kann heikel sein. Wenn dieses Thema aufkommt, ist es ratsam, sowohl die finanzielle als auch die Beziehungsseite zu betrachten. Vielleicht gibt es den Wunsch zu helfen, aber es ist wichtig, die Umstände objektiv zu betrachten, bevor man sich bereit erklärt, einem Familienmitglied Geld zu leihen.

Forschungsergebnisse zeigen, dass es ganz unterschiedlich ausgehen kann, wenn man einem Familienmitglied finanziell unter die Arme greift. Eine Umfrage von Bankrate im Jahr 2019 zeigte, dass ca. 60 % der US-Amerikaner ihrer Familie oder Freunden Geld geliehen haben. Von den Befragten gaben allerdings 37 % an, Geld verloren zu haben und 21 % sagten, das Darlehen habe sich negativ auf die Beziehung ausgewirkt. Bei Familiendarlehen ist es also wichtig, genau festzulegen, wie der Betrag vollständig zurückgezahlt werden soll. Andernfalls kann es zu finanziellen und familiären Schäden kommen.

Manchmal ist es also das Beste, „Nein“ zu sagen, wenn ein Familienmitglied um Geld bittet. So können die Vermögenswerte und gleichzeitig die Beziehung geschützt werden. Es kann mitunter die bessere Alternative sein, andere Ressourcen vorzuschlagen oder Familienmitglieder mit Finanzinstituten zusammenzubringen, die besser helfen können, anstatt das Geld sofort zu überweisen.

Wie man Geld und Familie besser vereinen kann

Machst du dir Sorgen, wie du die knifflige Dynamik von Geld und Familie unter einen Hut bringen kannst? Es muss nicht unbedingt stressig werden, aber einige offene Gespräche sind notwendig sowie gemeinsame Werte und ein zukunftsgerichteter Fokus. Zuerst solltest du eine sichere Atmosphäre schaffen, in der die Familienmitglieder nicht verurteilt werden, sondern diese offen ihre Einstellungen und Wertvorstellungen zum Thema Geld besprechen können. Dabei sollte herausgefunden werden, wie das Geld verwendet, gespart und innerhalb der Familie aufgeteilt wird. Dabei muss verstanden werden, wie die unterschiedlichen finanziellen Werte, Ziele und Gewohnheiten zusammenspielen. Familien können nämlich eine solide Grundlage für gemeinsame Finanzentscheidungen bilden, wenn sie die Perspektiven vergleichen und Gemeinsamkeiten finden.

Bei der Konfliktlösung hilft gutes Zuhören ungemein. Die unterschiedlichen Ansichten zu verstehen – und damit die zugrunde liegenden Emotionen und Dynamiken – hilft, Spannungen abzubauen. Der Schlüssel liegt in Empathie, Verständnis und gemeinsamen Bemühungen, die starken Familienbeziehungen zu unterstützen. Mit diesen Zutaten können Familien eine angenehme und unterstützende Umgebung schaffen, in der sich alle gehört und wertgeschätzt fühlen.


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Von N26

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