Ein Paar steht nebeneinander.

Finanzielles Ungleichgewicht überwinden für eine erfolgreiche Partnerschaft

So gleicht ihr Einkommensunterschiede in eurer Beziehung aus und legt den Grundstein für eine stabilere finanzielle Zukunft.

Lesezeit: 7 Min.

Gemeinsame Finanzen können eine tolle Möglichkeit für Paare sein, ihre gemeinsame Kaufkraft zu erhöhen und ihre Kommunikation zu stärken. Was aber, wenn einer der Partner richtig viel verdient und der andere kaum über die Runden kommt? Auch wenn der Einkommensunterschied nicht so groß ist, sind Streitigkeiten in einer Beziehung keine Seltenheit, wenn ein Part der klare Brotverdiener ist. Und dabei können nicht nur Unterschiede im Ausgabeverhalten zu Konflikten führen: Ein finanzielles Ungleichgewicht ist häufig mit tiefer liegenden Problemen, wie Schulden oder Scham über die finanzielle Situation, verbunden. Unterschiedliche Einkommen müssen jedoch nicht gleich die Katastrophe bedeuten – mit ein wenig Empathie und guter Kommunikation können Paare an ihrem gemeinsamen finanziellen Erfolg arbeiten.

Wie ein finanzielles Ungleichgewicht zu Konflikten führen kann

Laut einer deutschen Studie von Verivox und Parship sagen 35 % der Erwachsenen, dass Geld eine der wichtigsten Ursachen für Konflikte in ihren Beziehungen ist. Auch wenn diese Konflikte um das Thema Geld nicht zwangsläufig zur Trennung führen, ist Geld immer noch ein schwieriges Thema, über das nicht gerne gesprochen wird. Ein finanzielles Ungleichgewicht ist eine der Hauptursachen für Spannungen, und die komplexeren Themen, die sich daraus ergeben, können eine Beziehung belasten. Manchmal kann die Situation zu ungleichen Machtverhältnissen führen, wenn einer der Partner die meisten finanziellen Entscheidungen trifft, ohne sich mit dem anderen abzusprechen. Außerdem können Schuld- und Schamgefühle in die Beziehung Einzug halten. So schwierig es auch sein mag, die verschiedenen Faktoren zu verstehen, die eine finanzielle Ungleichheit verschärfen können, ist schon die halbe Miete für eine friedliche Lösung.

Ungleiche Machtverteilung

Anders lautende utopische Vorstellungen hin oder her: die Realität ist, dass unterschiedliche Karrierewege sehr unterschiedliche Gehälter mit sich bringen. Außerdem müssen viele Menschen den Job und familiäre Verpflichtungen unter einen Hut bringen, was sich auf das Gehalt auswirken kann. Bei einigen Paaren kann das zu einem Ungleichgewicht in der Machtdynamik und dazu führen, dass der besserverdienende Teil beim Treffen finanzieller Entscheidungen eine autoritärere Rolle einnimmt. Ohne offene Gespräche auf Augenhöhe mit dem Partner wird der Brot verdienende Teil – ob bewusst oder nicht – diktieren, wie die Finanzen des Paares verwaltet werden sollen. Dies führt bei der anderen Person zu einem Gefühl der Machtlosigkeit. Dieses Machtungleichgewicht kann auch auf andere Bereiche der Beziehung übergreifen und so die ganze partnerschaftliche Dynamik beeinträchtigen und Unzufriedenheit schüren.

Heimlichtuerei bei den Finanzen

Manche Menschen reagieren auf wirtschaftliche Ungleichheit, indem sie das Thema Geld ausschweigen. Unsicherheit bezüglich des Einkommens oder gar Schuldgefühle, weil man mehr verdient als der Partner, machen es schwer, offen mit dem Thema Geld umzugehen. Es ist zwar wichtig, dass in einer Partnerschaft beide eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit wahren, Heimlichtuerei in Sachen Finanzen kann aber Vertrauen zerstören und eine Partnerschaft langfristig schwächen.  

Umgang mit Schuld- und Schamgefühlen

Ein finanzielles Ungleichgewicht kann in einer Beziehung zu Schuld- und Schamgefühlen führen. Die Person in der Partnerschaft, die mehr verdient, fühlt sich möglicherweise schuldig wegen des erlangten Status oder Erfolgs auf der Karriereleiter. Die Person mit dem geringeren Einkommen fühlt sich möglicherweise schuldig, weil sie nicht so viel zu den gemeinsamen Haushaltsfinanzen beitragen kann, und versucht vielleicht, diese Lücke auf Kosten der eigenen Bedürfnisse oder Wünsche zu schließen. Wird auf solche Gefühle nicht eingegangen, kann das zu Unzufriedenheit und Ärger führen.

Die Last der Geschlechterrollen

Die alten Geschlechterbilder sterben einfach nicht aus: Laut einer Studie der Universität von Bath finden es heterosexuelle Cis-Männer typischerweise schwierig, wenn die Partnerin die Hauptverdienerin ist. Bei dieser Studie wurden 6.000 heterosexuelle Paare über einen Zeitraum von 15 Jahren begleitet und man fand heraus, das Cis-Männer glücklicher sind, wenn beide Partner einen finanziellen Beitrag leisten – allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt. Sobald die Partnerinnen mehr als 40 % des Haushaltseinkommens verdienten, wuchs der Stress der Männer. Eine kürzlich durchgeführte YouGov-Umfrage ergab, dass 60 % der Cis-Männer in heterosexuellen Beziehungen mehr verdienten als ihre Partnerinnen und 40 % der Ansicht waren, dass es ihre Verantwortung sei, die Familie zu ernähren. 

Dieser gesellschaftliche Druck führt bei Cis-Männern in heterosexuellen Beziehungen nicht nur zu viel Stress, sondern möglicherweise auch dazu, dass sie sich vom Erfolg und der Leistung ihrer Partnerinnen bedroht fühlen. Letztendlich entsteht daraus eine "Lose-Lose-Situation".

Finanzielles Ungleichgewicht – so schließt ihr die Lücke

Ein finanzielles Ungleichgewicht mag Herausforderungen mit sich bringen, es ist aber absolut möglich, diese Schwierigkeiten zu überwinden und als Paar stärker daraus hervorzugehen. Eine offene Kommunikation, die Bereitschaft, sich mit den finanziellen Vorstellungen des/der anderen auseinanderzusetzen, und die Suche nach Kompromissen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Wenn diese Probleme gelöst sind, können Paare anfangen, sich gemeinsam eine gleichberechtigte finanzielle Zukunft aufzubauen – mit oder ohne Gehaltsunterschied. Schauen wir uns das einmal genauer an.

1. Reden, reden, reden

Wenn ihr das Thema finanzielles Ungleichgewicht angehen wollt, ist gute Kommunikation das A und O. Offene Kommunikation kann dazu beitragen, Ängste, Unbehagen, Ärger oder andere unangenehme Gefühle zu adressieren, die sich aus Einkommensunterschieden ergeben. Außerdem ist eine gute Kommunikation eine Grundvoraussetzung für andere Strategien, mit denen Paare Einkommensunterschiede ausgleichen können. Wenn man der Diskussion aus dem Weg geht, verlängert das die Probleme nur.

2. Seid ehrlich und empathisch

Nochmals: Einkommensunterschiede können schwierige Gefühle hervorrufen. Daher ist es wichtig, dass in der Partnerschaft beide zu ihren Gefühlen stehen und sie ausdrücken dürfen, so unschön sie auch sein mögen. Dazu braucht es Mut, Ehrlichkeit und Unvoreingenommenheit auf beiden Seiten. Indem sie ihre Erfahrungen und Erwartungen preisgeben, können Paare ein eingehenderes Verständnis dahingehend erlangen, wie sich das finanzielle Ungleichgewicht auf ihre Beziehung auswirkt. Denkt daran, aufmerksam zuzuhören und auch sinnvolle Fragen zu stellen. Wenn man Finanzgespräche mit Empathie führt, können Konflikte entschärft und Spannungen abgebaut werden.

3. Findet ein gemeinsames Verständnis

Wenn ihr als Paar eine gemeinsame Gesprächsgrundlage finden wollt, dann seid offen gegenüber anderen Überzeugungen und Haltungen zum Thema Geld. Es ist wichtig, darüber zu sprechen, wie jede Partei zu Geld steht, was sie über das Ausgabeverhalten denkt und welche Gefühle Geld bei ihr hervorruft. Auf diese Weise können beide verstehen, wie sie einander besser unterstützen. 

Indem sie über persönliche Erlebnisse sprechen, können Paare möglicherweise verstehen, welche verborgenen Motivationen den unterschiedlichen Ansätzen beim Thema Geld zugrunde liegen. Es ist wichtig, die unterschiedlichen finanziellen Spielräume des anderen und die jeweiligen Erwartungen zu kennen und zu wissen, wie viel Unabhängigkeit jeder braucht. Dadurch können Paare Ansätze für die Verwaltung ihrer Finanzen erarbeiten, die für beide zufriedenstellend sind. Letztendlich geht es nur darum, sich abzustimmen und gemeinsam an der Zukunft zu schmieden.

4. Ein gemeinsames und gleichberechtigtes Budget aufbauen

Ein gemeinsames Budget ist eine hervorragende Lösung, um für ein Gefühl der Gleichberechtigung und der Zusammenarbeit als Paar zu sorgen. Je größer jedoch der Gehaltsunterschied, desto schwieriger wird es für die Person mit dem geringeren Einkommen, denselben Beitrag zum gemeinsamen Budget zu leisten. Ein fairerer Ansatz könnte für manche Paare daher lauten, dass beide denselben Prozentsatz ihres Einkommens beitragen. Wenn beide proportional zu ihrem jeweiligen Einkommen für gemeinsame Ausgaben zahlen, können sie sich als gleichwertige Beitragende fühlen, auch wenn die Beträge unterschiedlich hoch sind.

Denkt daran, das Budget anzupassen, wenn und falls sich die Umstände ändern. Es ist wichtig, dass beide das Gefühl haben, dass das Budget die Realität ihrer Beziehung fair widerspiegelt. Ein gemeinsames Budget sollte auch die individuellen finanziellen Ziele berücksichtigen, damit sich beide ein gewisses Gefühl der finanziellen Unabhängigkeit wahren können.

5. Nicht-monetäre Beiträge anerkennen 

Geld ist nur eine Möglichkeit von vielen, wie man einen Beitrag zu einer Beziehung leisten kann. Die Person, die weniger verdient, mag jeden Monat weniger Geld in die Beziehung bringen, aber vielleicht leistet sie an anderer Stelle wichtige Beiträge, zum Beispiel, indem sie den Nachwuchs betreut, den Haushalt übernimmt oder leckeres Essen kocht. Es braucht mehr, um eine Beziehung zu pflegen und einen Haushalt zu führen, als nur Geld. Durch Anerkennung dieses nicht-finanziellen Beitrags können wir dafür sorgen, dass sich beide in einer Partnerschaft wertgeschätzt fühlen. 


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Von N26

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