Statue von einem Bullen aus Metall.

Der Bullenmarkt und seine Bedeutung

Mit männlichen Rindern hat ein Bullenmarkt wenig zu tun – mit ihren Hörnern hingegen schon. Lies weiter und erfahre, was sich hinter dem Begriff verbirgt, wie Bullenmärkte entstehen und vieles mehr!

Lesezeit: 8 Min.

Ganz gleich, ob du dein Geld in Kryptowährungen oder in Aktien anlegen willst: Mit einem Bullenmarkt wirst du es in beiden Fällen immer mal wieder zu tun haben. Hoffentlich! Denn Bullenmärkte stehen für eine positive Entwicklung an der Börse. Doch was ist ein Bullenmarkt genau, woher kommt die Bezeichnung und was ist sein Gegenteil? Das und vieles mehr erfährst du hier! 

Was ist ein Bullenmarkt?

Ein Bullenmarkt bezeichnet eine kontinuierlich positive Kursentwicklung an der Börse. Die Stimmung ist gut und der Blick auf die zukünftige Entwicklung positiv. Im Französischen wird diese Situation Hausse genannt, was übersetzt Aufschwung bedeutet. Das klingt einleuchtend, aber warum sagen wir im Deutschen Bullenmarkt? 

Der Bulle ist eines der beiden Symbole für die Börse. Bestimmt hast du ihn schon mal in Form einer Bronzestatue vor der Börse gesehen, im Fernsehen zum Beispiel oder auf Fotos in Nachrichtenportalen. Der Bulle hat lange, spitze Hörner und wenn er angreift, stößt er mit den Hörnern von unten nach oben. Das symbolisiert in der Börsenwelt die steigenden Aktienkurse. Expertinnen und Experten sagen dann, die Bullen haben die Kontrolle übernommen. 

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Wann befinden wir uns in einem Bullenmarkt?

Schwankungen sind an der Börse gang und gäbe. Wenn du regelmäßig Nachrichten guckst oder die Aktienkurse am Smartphone verfolgst, weißt du, dass sich die Werte im Minutentakt ändern. Von einem Bullenmarkt sprechen wir erst, wenn sich die positive Kursentwicklung über einen längeren Zeitraum erstreckt und die Kurse um 20 % oder mehr seit dem letzten Tiefpunkt zugelegt haben. Steigen die Kurse – bis auf die typischen Schwankungen – weiter an und zeigen sich Börsenexpertinnen und -experten entsprechend optimistisch, befinden wir uns in einer Hausse. 

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Wie kommt es zu einem Bullenmarkt?

Oft geht ein Bullenmarkt mit einem Konjunkturaufschwung einher. Wenn sich die Wirtschaft zum Beispiel nach einer Stagflation oder einer Deflation wieder erholt und ein deutliches Wachstum zeigt, wirkt sich das ebenfalls positiv auf die Kursentwicklung an der Börse aus. Die allgemeine Stimmung ist wieder optimistisch, die Produktivität steigt, die Arbeitslosenquote sinkt und die Kaufkraft zieht an. Unternehmen erzielen höhere Umsätze und Gewinne und steigern dadurch auch ihren Börsenwert. Menschen und Unternehmen haben mehr Geld für Investitionen zur Verfügung und legen es zum Beispiel in Aktien an. Das Wachstum kann sich auch in einzelnen Branchen zeigen, etwa im Technologiesektor – mit Auswirkungen auf die gesamte Kursentwicklung. 

Auch die Geldpolitik der Zentralbanken kann eine Hausse begünstigen. Lange hat die Europäische Zentralbank EZB den Leitzins bei 0,0 % gehalten und somit sehr viel Geld in die Finanzmärkte gebracht. Auf Tagesgeld- oder Sparkonten konnte sich Geld infolge der Nullzinspolitik kaum vermehren. Deshalb wurden beispielsweise Aktien, ETFs und Immobilien für AnlegerInnen interessanter, denn mit diesen Anlageoptionen ließen sich noch Gewinne erzielen.

Wie sich Bullenmarkt und Bärenmarkt unterscheiden

Wie du weiter oben schon gelesen hast, hat die Börse zwei Symbole. Neben dem Bullen spielt auch der Bär eine Rolle. Er steht sinnbildlich für Abschwung und negative Aussichten. Während ein Bullenmarkt von steigenden Kursen und Optimismus geprägt ist, sind die Kurse und Aussichten bei einem Bärenmarkt eher düster. Das französische Pendant ist Baisse und bedeutet Abschwung. In diesem Artikel erfährst du mehr über die Bedeutung und Ursachen von Bärenmärkten.

Sowohl Bären- als auch Bullenmärkte gehören zum natürlichen Börsenzyklus, können aber auch ins Extrem umschlagen. Wenn die Kurse und Aussichten bei einer Baisse derart schlecht sind, dass immer mehr AnlegerInnen ihre Aktien verkaufen, fällt der Kurswert rapide ab. Im schlimmsten Fall können ganze Börsen kollabieren, schließlich leben sie vom Handel mit Aktien. Doch auch Bullenmärkte können sich ins Extrem steigern. Wenn die Kurse und Aussichten positiv sind, wollen immer mehr Menschen ins Aktiengeschäft einsteigen und Gewinne erzielen. Dieser Optimismus treibt nicht nur den Kurswert nach oben – denn je größer die Nachfrage, desto höher der Preis. Es ruft auch immer mehr SpekulantInnen auf den Plan und kann dazu führen, dass sich der Markt überhitzt.

Die Verknappung der noch zu handelnden Wertpapiere führt zu einem rasanten Kursanstieg. Die Wachstumsrate steigt exponentiell, wächst also immer schneller und steiler. Du kannst dir das in etwa so ähnlich vorstellen wie die rapide Geldentwertung bei einer Inflation oder einer Hyperinflation. Der hohe Preis an der Börse entspricht dann nicht mehr dem tatsächlichen Wert der Anlageoption. Wenn zum Beispiel Unternehmen trotz enorm hoher Aktienkurse insolvent gehen, kann sich das Blatt blitzschnell wenden. Plötzlich haben viele AnlegerInnen Angst, ihr Geld zu verlieren – und ziehen sich aus dem Aktiengeschäft zurück. Das lässt die Kurse fallen und führt dazu, dass immer mehr Menschen ihre Anteile wieder verkaufen und die Aktien rapide an Wert einbüßen.

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Wie erkenne ich einen Bullenmarkt?

Wer auf hohe Renditen abzielt, verfolgt in der Regel eine kurzfristige Anlagestrategie und hat die Kursentwicklung genau im Blick. Ein Bullenmarkt ist für AnlegerInnen daher eine gute Chance, ihr Geld gewinnbringend zu vermehren. Doch wie lässt sich ein Bullenmarkt erkennen? Schließlich zählt der richtige Zeitpunkt, um einzusteigen. Expertinnen und Experten sprechen von einer Hausse, wenn die Kurse nach einem Tiefpunkt über mehrere Monate um 20 % oder mehr gestiegen sind. Du kannst zum Beispiel an Charts ablesen, wie sich der Markt in den letzten drei Monaten entwickelt hat.  

Ein weiterer Indikator ist die allgemeine Stimmung an der Börse. Wenn die Kurse kontinuierlich steigen und immer mehr Menschen Aktien kaufen, beeinflusst das die Hausse positiv. In der Folge steigen die Kurse weiter und das Vertrauen in die zukünftige Entwicklung des Aktienmarktes wächst. Weitere Anzeichen für einen Bullenmarkt kannst du auch außerhalb der Börse finden. Wenn etwa die Wirtschaft stetig wächst und die Arbeitslosigkeit sinkt, macht sich diese positive Entwicklung in der Regel auch am Aktienmarkt bemerkbar.

Gibt es überdurchschnittlich viele neue Börsengänge, kann dies ebenfalls als Zeichen für einen Bullenmarkt gedeutet werden. Denn wenn immer mehr Unternehmen an die Börse gehen, hoffen sie, von der Hausse zu profitieren und den Wert ihrer Aktien zu steigern.

Wie lange dauern Bullenmärkte?

Während einer Bullenphase ist nicht nur wichtig zu wissen, wann sie kommt, sondern auch, wie lange sie dauert. Wie du weiter oben schon gelesen hast, wechseln sich Bullen- und Bärenmärkte gegenseitig ab. Generell gilt: Ein Kursverlust bedeutet nicht gleich das Ende einer Hausse. Oft handelt es sich um eine sogenannte Korrektur. Diese verhindert eine Überhitzung der Märkte und wirkt der Bildung von Spekulationsblasen entgegen.

Wann endet der Bullenmarkt?

Einer Auswertung von S&P Global Ratings (ehemals Standard & Poor’s) zufolge beträgt die durchschnittliche Dauer eines Bullenmarktes 4,4 Jahre, mit einem kumulativen Gewinn von 155,7 %. Die US-amerikanische Ratingagentur wertete dafür die Kursentwicklungen des S&P 500 Index von den Jahren 1942 bis 2022 aus. Bullenmärkte und Bärenmärkte wechseln sich immer wieder ab, wobei Bullenmärkte deutlich länger dauern als Bärenmärkte. Die längste Hausse in den USA dauerte zum Beispiel 12,3 Jahre, die kürzeste nur 3,4 Monate.

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So verhalten sich Aktien und Kryptowährungen in einem Bullenmarkt 

Neben klassischen Anlageoptionen wie Aktien, Fonds und Staatsanleihen sind in den letzten Jahren auch Kryptowährungen immer beliebter geworden. Wie unterscheiden sich Bullenmärkte in der Krypto- und Börsenwelt?   

Der Aktien-Bullenmarkt 

Aktien sind Wertpapiere und werden von Unternehmen vergeben. Wenn du Aktien eines Unternehmens kaufst, erhältst du damit also Anteile. Über die Dividende wird dir in der Regel einmal jährlich dein Gewinn ausgeschüttet, außerdem kannst du an der Hauptversammlung teilnehmen und bei Abstimmungen deine Aktionärsrechte ausüben. Nicht jedes Unternehmen ist börsennotiert, das heißt, nicht jedes Unternehmen entscheidet sich, an die Börse zu gehen. Meist sind es große Konzerne, die für Investitionen mehr Kapital benötigen und dafür Aktien ausgeben.

Bei einem Bullenmarkt gewinnen Aktien an Wert, was Unternehmen mehr Geld beschert – genauso wie du als AktionärIn von steigenden Kursen profitierst. Allerdings kannst du auch Pech haben, denn eine Hausse bezieht sich auf die allgemeine Kursentwicklung, nicht auf einzelne Unternehmen. Leitindizes wie der DAX bilden die stärksten Konzerne am Aktienmarkt ab und können eine positive Entwicklung zeigen. Die Aktien einzelner Unternehmen können sich dennoch abwärts bewegen. 

Der Kryptowährungs-Bullenmarkt 

Kryptowährungen funktionieren nach einem anderen Prinzip als Aktien. Es handelt sich um neuartige Währungen, die auf der Blockchain-Logik basieren und dezentral verwaltet werden. Wenn du Kryptowährungen kaufst, erwirbst du also keine Anteile an Unternehmen, sondern tauchst dein Geld gegen virtuelle Coins. Der Bitcoin war die erste und bislang stärkste Kryptowährung, die gehandelt wurde, seither sind viele weitere entstanden. Eine Zeit lang legte der Kryptomarkt enorm zu und viele Menschen wollten von der Hausse profitieren. Allerdings gilt für Coins dasselbe wie für Aktien: Selbst während eines Bullenmarkts können einzelne Coins verlieren. Darüber hinaus sind Kryptowährungen sehr volatil und der relativ neue Markt unterliegt anderen Regeln. Wie lange Bullenmärkte bei Kryptowährungen dauern, lässt sich daher (noch) nicht mit Bestimmtheit sagen.   

Ob du lieber in Aktien oder Kryptowährungen investieren solltest, hängt auch von deiner Risikobereitschaft ab. Einige Menschen haben während eines Kryptowährungs-Bullenmarkts Millionenbeträge erzielt, weil sie früh eingestiegen sind – und zur richtigen Zeit wieder verkauft haben. Professionelle Trader beobachten den Markt stündlich, um den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Wer zu spät reagiert, kann eine Menge Geld verlieren. Das Gleiche gilt für Aktien. Sie sind mit kurzfristig höheren Gewinnen, aber auch mit mehr Risiko verbunden. Als sicherere Optionen gelten daher zum Beispiel ETFs sowie Sparbriefe und Sparkonten, bei denen du dein Geld langfristig anlegst. 

Ganz gleich, welche Anlagestrategie dir persönlich zusagt: Informiere dich vorab genau über die Vor- und Nachteile von Kryptowährungen, Aktien, Fonds und Co. Wenn du mit Begriffen wie Bullenmarkt und Bärenmarkt vertraut bist, kannst du fundiertere Entscheidungen treffen, um mehr aus deinem Geld zu machen oder zu sparen. Weitere hilfreiche Artikel rund ums Thema Finanzen findest du auf unserem Blog!   

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Von N26

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