
Die einfache Verzinsung basiert auf dem Kapital – der ursprüngliche Geldbetrag, der entweder als Darlehen gewährt oder in ein Sparkonto eingezahlt wurde. Einfache Verzinsungen werden in der Praxis meist bei Autokrediten, kurzfristigen Krediten und Hypotheken angeboten. Um auszurechnen, wie viel du bei einfacher Verzinsung insgesamt für dein Darlehen zahlen musst, brauchst du nur das geliehene Kapital mit den Tageszinsen und der Anzahl der Tage bis zum Ende der Kreditlaufzeit multiplizieren.
Bei der Zinseszinsrechnung werden die Zinsen zum Grundbetrag hinzuaddiert und dann in der weiteren Verzinsung berücksichtigt – die Zinsen werden also erneut verzinst. Der Gesamtbetrag steigt somit schneller an als bei der einfachen Verzinsung. Bei Kreditkarten fallen häufig Zinseszinsen an. Es ist also besser, nach dem Tag der Kreditkartenabrechnung innerhalb der angegebenen Zahlungsfrist die Zinsen, wenn möglich, vollständig zu tilgen, damit der geschuldete Betrag nicht weiter ansteigt.

Angebot und Nachfrage spielen eine wichtige Rolle bei Kreditzinssätzen. Kreditzinsen sinken meistens dann, wenn es ein schwaches Wirtschaftswachstum oder niedrige Inflationsraten gibt aber auch, wenn Banken mehr Geld verleihen und investieren können. Das Kreditangebot wird erhöht, Kunden erhalten eine niedrigere Rendite und zahlen weniger bei der Neukreditaufnahme.
Kreditzinssätze ändern sich ständig. Möchtest du also ein Darlehen aufnehmen, solltest du auf die schwankenden Kreditzinsen achten. In Zeiten von Wirtschaftswachstum und Inflation können die von Banken gewährten Darlehen von heute auf morgen an Wert verlieren, da der Wert des Geldes im Verlaufe einer Inflation immer weiter abnimmt – so ist z. B. der Preis von Milch in den letzten 10 Jahren immer weiter angestiegen. Banken erhöhen dann ihre Kreditzinssätze, um den finanziellen Verlusten entgegenzuwirken.
