Was ist Kryptowährung? Ein Leitfaden für Einsteiger – N26

Kryptowährung ist eine digitale, rein elektronische Währung. Aber es steckt mehr dahinter. Hier erklären wir, wie Kryptowährungen funktionieren und warum sie das Finanzwesen revolutionieren könnten.

Lesezeit: 6 Min.

Momentan wird in den Medien viel darüber gesprochen, was Kryptowährung ist. Doch das Thema ist sicherlich kein einfaches. Deshalb bringen wir in diesem Beitrag etwas Licht ins Dunkel und beantworten Fragen rund ums Thema Kryptowährung. Bei Kryptowährung handelt es sich um eine Form von universellem, digitalem Geld, mit dem du Waren oder Dienstleistungen kaufen kannst. Außerdem kannst du mit Kryptowährungen handeln und in sie investieren – da sie sehr schwankungsanfällig sind, sind sie aber nichts für schwache Nerven. 

Was unterscheidet Kryptowährungen also von herkömmlichen Währungen wie dem Dollar oder dem Euro? Eine Grundvoraussetzung ist Vertrauen. Das Wort “Krypto” stammt von den kryptografischen Techniken, die für Kryptowährungen verwendet werden. Mit diesen Techniken wird gewährleistet, dass Transaktionen in Kryptowährungen sicher abgewickelt werden können. Außerdem ermöglichen diese Techniken, dass Transaktionen ohne Überwachung durch eine Drittpartei wie beispielsweise eine Bank durchgeführt werden können. 

Kryptowährungen erfreuen sich vor allem deswegen so großer Beliebtheit. Ein dezentralisiertes Finanzsystem, das nicht auf Banken oder einflussreiche Einrichtungen angewiesen ist, hat einige Vorteile. Es kann schneller, kostengünstiger, fairer und transparenter sein. Allerdings ist das momentan noch eine Zukunftsvision und für Kryptowährungen gibt es noch einige Herausforderungen zu überwinden. 

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Wie funktioniert Kryptowährung?

Viele Kryptowährungen basieren auf Blockchain-Technologien. Diese ermöglicht die Überprüfung und Genehmigung aller Transaktionen in einem dezentralisierten Netzwerk. Eine Blockchain ist eine Art digitales Kassenbuch, von dem alle Benutzer des Netzwerks eine Kopie erhalten. Wenn ein Nutzer versucht, die Blockchain eigenmächtig zu bearbeiten oder zu ändern, wird diese Version von anderen Nutzern abgelehnt. 

Im Grunde ist die Blockchain eine Datenbank, die große Mengen an Informationen speichert und keine Änderungen zulässt. Kryptowährungen verwenden jedoch ein dezentralisiertes Peer-to-Peer-Netzwerk zur Verifizierung neuer Transaktionen. Sie basieren somit auf dem gegenseitigen Vertrauen der Nutzer, was sie grundlegend von herkömmlichen Währungen unterscheidet.   

Während traditionelle Währungen von einer Bank oder einer zentralen Behörde ausgegeben und reguliert werden, gibt es keine zentrale Einrichtung, die typische Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum verwaltet. Zudem gibt es auch keine vertrauenswürdige Drittpartei (wie eine Bank), die Überweisungen zwischen zwei Parteien überwacht. Das macht zwar einen Teil des Reizes von Kryptowährungen aus, aber es kann beim Bezahlen zu Problemen führen.

So kannst du mit Kryptowährungen bezahlen

Du kannst deine Einkäufe tatsächlich mit Kryptowährungen bezahlen – schließlich sind es echte Währungen. Viele Websites und Onlineshops akzeptieren mittlerweile Bitcoin als Zahlungsmethode. Mit anderen Kryptowährungen kannst du alles Mögliche kaufen – von einem NFT bis hin zu einem virtuellen Grundstück in einem Online-Videospiel.

Um einen digitalen Kauf mit einer Kryptowährung zu tätigen, brauchst du ein Krypto-Wallet. In einem Krypto-Wallet kannst du Kryptowährungen sicher aufbewahren. Jedes Wallet enthält Private Keys und Public Keys (öffentliche und private Schlüssel), die zum Bezahlen und Empfangen von Kryptowährungen verwendet werden können. Der Public Key ist ein Code, den alle Nutzer innerhalb des Systems kennen. Der Private Key ist nur jeweils einem Nutzer bekannt und dient zur Verifizierung der Transaktionen. 

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Wie viele Kryptowährungen gibt es?

Laut statista.com gibt es momentan fast 6.000 verschiedene Kryptowährungen. Allerdings haben 20 dieser Währungen einen Marktanteil von 90 %. 

Es ist relativ unkompliziert, eine Kryptowährung ins Leben zu rufen, was die stark gestiegene Anzahl von Kryptowährungen in den letzten Jahren erklärt – 2013 gab es z. B. noch weniger als 70 Kryptowährungen. Zu den beliebtesten Kryptowährungen gehören Bitcoin, Ethereum und Litecoin.

Wie wird der Wert der einzelnen Kryptowährungen bestimmt?

Im Vergleich zu anderen Finanzmärkten unterliegt der Markt für Kryptowährungen relativ starken Schwankungen. Und das ist noch vorsichtig formuliert: Der Wert von Kryptowährungen kann innerhalb von Tagen oder sogar Stunden dramatisch ansteigen – aber auch genauso schnell wieder fallen.

Viele Kryptowährungen wie Bitcoin haben keinen intrinsischen Wert. Stattdessen richtet sich ihr Wert nach Angebot und Nachfrage. Wollen viele Menschen bei knappem Angebot eine Kryptowährung kaufen, steigt der Wert. Bitcoin und viele andere Kryptowährungen haben eine begrenzte Anzahl von Token, weshalb das Angebot die Nachfrage nicht übersteigt – zumindest fürs Erste.  

Worum handelt es sich beim Mining von Kryptowährungen?

Beim Krypto-Mining geht es darum, neue Krypto-Einheiten im Markt einzuführen. Nutzer können Einheiten “schürfen”, indem sie Transaktionen verifizieren und diese zu einer Blockchain hinzufügen.

In diesem System aktualisieren und sichern die Nutzer das Netzwerk laufend und erhalten dafür Kryptowährungen wie Bitcoin. Zum Mining brauchst du lediglich einen Computer und einen Internetzugang, doch es ist nicht immer lukrativ. Die Erfolgsrate des Minings hängt davon ab, welche Kryptowährung du “schürfst”, wie leistungsstark dein Computer ist und wie viel Strom du verbrauchst.

Bei Bitcoin funktioniert der Mining-Prozess wie eine Lotterie. Jedes Unternehmen oder jede Einzelperson, die sich am Mining beteiligen möchte, muss versuchen, einen speziellen Code vor allen anderen Beteiligten zu lösen. Dieser Code bestätigt die Transaktion und speichert die Details in der Blockchain. Anschließend erhält der Gewinner neue Bitcoins zur Belohnung.

So investierst du in Kryptowährung

Heutzutage gibt es Websites, die als Börsen für Kryptowährungen dienen – hier kannst du Kryptowährungen kaufen und verkaufen. Dazu gehören Websites von Unternehmen wie Binance, Coinbase Exchange oder Huobi Global. Viele dieser Börsen erheben Gebühren für verschiedene Arten von Transaktionen. Sei dir also darüber bewusst und informiere dich frühzeitig darüber, was diese Gebühren für deine möglichen Gewinne bedeuten können. 

Bei einigen Kryptowährungen kannst du in Euro bezahlen, bei anderen nur in einer Kryptowährung. Bei Bitcoin ist z. B. beides möglich. Um mit dem Handel zu beginnen, musst du zunächst ein Konto bei einer Krypto-Börse einrichten – so kannst du z. B. Euro überweisen und anschließend Kryptowährungen kaufen.

Viele Börsen stellen dir ein sogenanntes “Custodial-Wallet” zur Verfügung. Hierin kannst du alle deine Kryptowährungen, die du an der Börse kaufst oder verkaufst, aufbewahren. Üblicherweise hat die Börse die Private Keys zu diesem Wallet. Vergewissere dich also, dass du der Börse vertrauen kannst, bevor du deine Kryptowährungen in diesem Wallet aufbewahrst. 

Ist das Investieren in Kryptowährungen riskant?

Mit einem Wort: Ja. Es ist sehr riskant, in Kryptowährung zu investieren.

Wenn du nur in eine Kryptowährung investierst, konzentriert sich das Risiko auf diese eine Währung. Du kannst das Risiko womöglich etwas senken, indem du verschiedene Kryptowährungen über einen börsengehandelten Fonds (Exchange Traded Fund, ETF) kaufst. So kannst du in mehrere Währungen auf einmal investieren, doch auch das ist keine sichere Anlagemöglichkeit. Das gesamte Krypto-System ist nach wie vor instabil und bietet keine langfristige Sicherheit. Informiere dich also gut, bevor du größere Beträge investierst.

Warum sind Kryptowährungen so beliebt?

Menschen sind aus unterschiedlichen Gründen an Kryptowährungen interessiert – doch es gibt auch viele Skeptiker. Hier sind einige mögliche Gründe, warum Kryptowährungen bei eingefleischten Fans immer beliebter werden:

Weniger Gebühren

Ein Grund für die Beliebtheit bestimmter Kryptowährungen sind die vergleichsweise niedrigen Gebühren. Die Gebühren sind im Vergleich zu den Kosten für herkömmliches Banking oft niedriger, da es keine zentrale Behörde gibt, die die Zahlungen verwaltet. 

Effizienz

Die Verfügbarkeit und Geschwindigkeit der Transaktionen macht ebenfalls einen Teil des Anreizes bei verschiedenen Kryptowährungen aus. Transaktionen können innerhalb weniger Minuten durchgeführt werden – und das rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Man muss sich nicht an Öffnungszeiten halten und es erfolgt keine zusätzliche Bearbeitung durch Dritte. Der Umgang mit den Währungen ist also unkompliziert und sie sind sehr zugänglich.

Sicherheit

Die Blockchain-Technologie ist das System, das für die Abhandlung vieler Kryptowährungen zuständig ist. Das macht es sehr schwierig, Transaktionsdaten nach der Eingabe in das System zu ändern. Dieses Sicherheitsmerkmal hat zu einer erhöhten Nachfrage beigetragen. 

Ein weiterer Grund ist die fehlende menschliche Beteiligung – das Computernetzwerk gibt die in die Datenbank eingehenden Daten frei und senkt so das Fehlerrisiko.

Keine Beteiligung von Regierungen

Das Fehlen jeglicher Regulierung durch eine Regierung kommt bei manchen ebenfalls gut an. Verschiedene Kryptowährungen scheinen deshalb stabiler und weniger gefährdet, wenn z. B. in einer bestimmten Region Unruhen auftreten. 

Rentabilität als Investition

Die Möglichkeit, Gewinne zu erzielen, ist natürlich auch attraktiv. Der Markt für Kryptowährungen ist sehr aktiv. Da Banken in Projekte zur Einführung der Blockchain-Technologie investieren, könnten Kryptowährungen in Zukunft ein wichtiger Bestandteil der Finanzbranche werden.

Wie kann ich mit Kryptowährungen handeln?

Kryptowährungen werden über eine digitale Währungsbörse (Digital Currency Exchange, DCE) gehandelt, die auch als Kryptowährungsbörse bezeichnet wird. Online-Unternehmen sind auf diese DCE ausgerichtet. So kannst du Kryptowährungen mit einer Vielzahl von Zahlungsmethoden – einschließlich Kreditkarten und Überweisungen – kaufen. Anschließend kannst du die Währung über diese Börsen kaufen und verkaufen.

Kann ich mit Kryptowährungen Geld verdienen?

Ja, das geht – so wie du auch an der regulären Börse Geld verdienen kannst. Du kaufst einfach eine Kryptowährung zu einem bestimmten Preis, bewahrst sie auf und verkaufst sie, wenn der Preis steigt. Bei dieser Methode musst du die Börse ständig im Auge behalten, um die Entwicklung zu verfolgen und den besten Zeitpunkt für den Kauf oder Verkauf abzuschätzen. Es besteht zwar ein gewisses Risiko, aber du bestimmst den Betrag deiner Investition.

Muss ich Steuern auf Kryptowährungen zahlen?

Ja, Kryptowährungen unterliegen der Kapitalertragssteuer. Die Regeln für die Wechselkurse und die Besteuerung sind von Land zu Land unterschiedlich. Je nachdem musst du zwischen 0 % und 50 % Steuern zahlen.

Kryptowährungen werden in der Regel in ganz Europa als legal angesehen. Allerdings sind sie nicht reguliert, weshalb es zu großen Börsenschwankungen kommen kann und Investoren möglicherweise Verluste erleiden. Kryptowährungen basieren jedoch auf der Blockchain-Technologie, die über mehrere Sicherheitsmechanismen verfügt. Alle Transaktionen werden mit einem speziellen Code und einem Datumsstempel gespeichert, was Hackern das Leben schwer macht. Viele Banken sind dabei, dieses System in ihren Betrieb zu integrieren.

Was ist Krypto-Staking?

Beim Staking kannst du durch das Aufbewahren bestimmter Kryptowährungen Belohnungen verdienen. Das geht nicht bei allen Kryptos, aber wenn es erlaubt ist, kannst du dein Guthaben “staken” (einsetzen), um im Laufe der Zeit Prämien zu verdienen. Dein Einsatz wird von der Blockchain zum Verifizieren und Sichern deiner Transaktionen verwendet. Dieses Prozess wird als “Proof of Stake” (Anspruchsnachweis) bezeichnet und ist Teil des gesamten Zulassungsverfahrens. Im Wesentlichen geht es darum, Vorteile aus deinen Währungsanteilen zu ziehen, während du gleichzeitig zur Sicherheit des Systems und zur Effizienz der Blockchain beiträgst.

Von N26

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