Hand hält ein transparentes Eis am Stiel, in dem sich Münzen befinden.

Was ist eine Zentralbank und welche Aufgaben hat sie?

Du hast bestimmt schon einmal davon gehört, doch was macht eine Zentralbank eigentlich? Hier erfährst du, welche Aufgaben sie hat und wie sie die Wirtschaftslage eines Landes beeinflusst.

Lesezeit: 5 Min.

Die Zentralbank wird oft als Bank der Banken bezeichnet. Sie ist eine unabhängige öffentliche Institution, deren oberstes Ziel die Preisstabilität ist. Die Zentralbank verwaltet die Währung eines Landes (bzw. einer Gruppe von Ländern) und kontrolliert, wie viel Geld in Umlauf ist. Jedes Land hat eine eigene Zentralbank, welche in der Regel vollständig dem jeweiligen Staat gehört. Doch es gibt auch Ausnahmen: Zum Beispiel die Schweizerische Nationalbank (SNB), die privatrechtlich als Aktiengesellschaft organisiert ist.

Innerhalb der Eurozone, die sich aus 19 EU-Ländern zusammensetzt, ist die Europäische Zentralbank (EZB) für die Verwaltung des Euros und die Ausführung der Währungs- und Wirtschaftspolitik zuständig.

Was macht eine Zentralbank?

Eine Zentralbank hat drei Hauptaufgaben:

  • Preisstabilität gewährleisten, indem sie eine Inflation von 2 % ansteuert
  • Die Ausgabe von Geld, also Münzen und Banknoten in Umlauf bringen
  • Geld an Geschäftsbanken verleihen

Zentralbanken kontrollieren also nicht nur die Geldmenge, die innerhalb eines Landes in Umlauf ist, sondern auch den Wert des Geldes. Denn sie legen den Leitzins fest, zu dem sich die Geschäftsbanken bei den Zentralbanken Geld leihen oder anlegen können. Er dient zur Geldmarktsteuerung, also dazu die Wirtschaftslage, die Inflation und den Kurs von Währungen zu beeinflussen. Außerdem sind Zentralbanken dafür verantwortlich, dass ausreichend ausländische Währungsreserven vorhanden sind – also Vermögenswerte in Fremdwährungen oder Gold.

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Was ist die Europäische Zentralbank?

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist die gemeinsame Währungsbehörde der Mitgliedstaaten der Eurozone. Zusammen mit den nationalen Zentralbanken der EU-Staaten bildet sie das Europäische System der Zentralbanken (ESZB).

Die Aufgaben der EZB wurden erstmals 1992 im Vertrag von Maastricht festgelegt. Seit 1998, dem offiziellen Gründungsjahr, hat die EZB ihren Sitz in Frankfurt am Main. Sie ist verantwortlich für die Durchführung der Geldpolitik im gesamten Euroraum. Ihr zentrales Ziel ist es, Preisstabilität zu gewährleisten und damit den Wert des Euro zu wahren. Um das zu erreichen, ist die EZB stets unabhängig von anderen Institutionen – inklusive der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten. Die Richtlinien der EZB müssen von allen Zentralbanken innerhalb der Eurozone befolgt werden.

Wie für jede andere Zentralbank gehört es auch zu den Aufgaben der EZB, zu stabilen Preisen, Wirtschaftswachstum und niedrigen Arbeitslosenquoten beizutragen. Dazu kontrolliert sie die Geldmenge, die in Umlauf ist, um so die Risiken einer sehr starken Inflation oder Deflation zu minimieren. Um die langfristige Tragfähigkeit des Bankensystems zu gewährleisten, setzt die EZB auch die Mindestreserven fest (also den Betrag, den nationale Zentralbanken auf ihren EZB-Konten lagern müssen). Wie oben erwähnt, legt die EZB auch die Leitzinsen fest, welche Einfluss auf die kurzfristigen Zinssätze und die Geldmenge in der Wirtschaft haben.

Apropos Geldmenge: Die EZB ist die einzige europäische Institution, die  die Ausgabe von Euro-Banknoten genehmigen kann. Das heißt, dass Nationalbanken immer erst die Zustimmung der EZB benötigen, bevor sie eine Währung herausgeben können.

Wer verwaltet die EZB?

Seit November 2019 ist Christine Lagarde Präsidentin der EZB. Sie ist übrigens die erste Frau, die dieses Amt ausübt. Bevor sie ihren Platz an der Spitze der EZB einnahm, war sie von 2011 bis 2019 Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IMF). Zwischen 2007 und 2011 diente sie als Frankreichs Wirtschaftsministerin.

Die EZB hat 3 Organe: 

  • EZB-Rat
  • Direktorium der EZB 
  • Erweiterter Rat

Der EZB-Rat, der als oberstes Entscheidungsorgan die Geldpolitik festlegt, und das EZB-Direktorium, welches die Beschlüsse des EZB-Rats umsetzt, sind die Entscheidungsgremien der EZB. Der Erweiterte Rat ist größtenteils für administrative Aufgaben zuständig, einschließlich der Erhebung von statistischen Daten.

Was ist die Deutsche Bundesbank?

Die Deutsche Bundesbank ist die Zentralbank der Bundesrepublik Deutschlands. Sie ist Teil des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) und wurde am 1. August 1957 gegründet. Ihren Sitz hat sie – genau wie die EZB – in Frankfurt am Main. Präsident, Vizepräsident und ein weiteres Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank werden von der Bundesregierung vorgeschlagen. Der Bundesrat schlägt dann im Einverständnis der Bundesregierung drei weitere Vorstandsmitglieder vor. 

Seit dem 1. Januar 2022 hat Joachim Nagel das Amt des Präsidenten der Deutschen Bundesbank inne. Die beiden Hauptaufgaben der Deutschen Bundesbank sind:

  • Ausgabe der Währung im Land, nach Zustimmung der EZB
  • Anwendung der von der EZB festgelegten finanzpolitischen Maßnahmen

Das Hauptziel der Deutschen Bundesbank könnte dir mittlerweile schon bekannt vorkommen. Richtig, die Mission lautet: Preisstabilität. Doch die Deutsche Bundesbank verwaltet auch die Währungsreserven des Landes und sorgt für die bankmäßige Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Außerdem trägt sie zur Stabilität der Zahlungs- und Verrechnungssysteme bei.

Wie werden Zentralbanken finanziert?

In Zeiten schwerwiegender Finanzkrisen kann eine Zentralbank zusätzliches Geld in die Wirtschaft injizieren. Ein Beispiel dafür ist die Hypothekenkrise 2007. Tatsächlich können Zentralbanken unbegrenzt viel Geld drucken und Geschäftsbanken kurzfristige Darlehen gewähren – natürlich mit Zinsen. 

Doch auch wenn Zentralbanken theoretisch beliebig viel Geld in die Wirtschaft spritzen können, dürfen sie ihr Ziel der Preisstabilität nicht aus den Augen verlieren. Denn wenn zu viel Geld gedruckt wird, besteht das Risiko einer Inflation – und das führt zu einer Schwächung der Kaufkraft. Im Extremfall kann daraus eine Hyperinflation werden. So passiert in Deutschland vor knapp 100 Jahren, als der Staat nach dem Ersten Weltkrieg in kurzer Zeit riesige Geldmengen in Umlauf brachte.

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