Glas mit Münzgeld welches durch Sparen und Zinseszinsen langsam wächst.

Der Zinseszins einfach erklärt

Dein Geld soll sich von selbst vermehren? Dann solltest du auf jeden Fall nicht die Zinseszinsen außer Acht lassen. Was genau das ist, erklären wir dir in diesem Artikel.

Lesezeit: 7 Min.

Geld kann man bekanntlich nicht genug haben. Doch um das eigene Geld zu vermehren, gibt es viele unterschiedliche Wege, wie beispielsweise durch Sparbriefe, Aktien oder ETFs. Eine Möglichkeit wird jedoch häufig maßlos unterschätzt: der Zinseszins. Dabei hat selbst Albert Einstein schon damals bemerkt, dass “der Zinseszins die größte Erfindung menschlichen Denkens” ist. Diese Aussage ist zwar nicht zu 100 % belegt, zeigt aber dennoch die Relevanz des Zinseszins. Warum einer der bedeutendsten Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts sich eingängig mit dem Zinseszins beschäftigt hat und wie auch du ihn dir zu Nutze machen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Was versteht man unter Zinseszins?  

Der Begriff Zinseszins mag sich zunächst kompliziert anhören, ist aber in der Durchführung mehr als einfach. Legst du eine bestimmte Summe deines Ersparten zu einem bestimmten Prozentsatz an, so würdest du pro Jahr eine gewisse Summe als Rendite erhalten und über dieses Geld frei verfügen können. Beim Zinseszins legst du dein Geld auch über eine festgelegte Laufzeit und zu einem festgelegten Zinssatz an. Allerdings bekommst du die Gewinne pro Jahr nicht ausgezahlt, sondern reinvestierst diese Erträge zurück in deine Geldanlage. Dein ursprüngliches Startkapital wird also pro Jahr um eine gewisse Menge ergänzt, die genauso mitverzinst wird wie der Rest deines angelegten Geldes.

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Was ist ein Beispiel für den Zinseszins

Einfacher verständlich wird dies an einem Beispiel. Daniel und Julia wollen beide 10.000 € von ihrem Ersparten mit 5 % Zinssatz fest anlegen. Daniel will sich die Rendite jedes Jahr auszahlen lassen, Julia vertraut auf die Kraft des Zinseszinseffekts und reinvestiert ihre Rendite in ihre Geldanlage. Nach einem Jahr haben beide eine Rendite von 500 €. Da Julia ihren Gewinn wieder zurückführt, macht sich für sie aber schon ab dem zweiten Anlagejahr der Zinseszinseffekt bemerkbar.

Was ist der Zinseszinseffekt?

Jedes Mal, wenn die Zinsen deiner Geldanlage wieder reinvestiert und mitverzinst werden und sich dein Geld so von selbst vermehrt, spricht man vom sogenannten Zinseszinseffekt. Dein Kapital wächst durch die entstandenen Zinsen von selbst, auch ohne weitere monatliche Einzahlungen. Verkürzt du die Zinsperioden von einer jährlichen Zinsauszahlung zu einer halbjährlichen oder monatlichen, kannst du den Zinseszinseffekt sogar noch verstärken, da die laufende Verzinsung häufiger berücksichtigt wird. Dein Kapital kann dadurch noch schneller ansteigen.

Beispiel für den Zinseszinseffekt

Kommen wir zurück zum vorherigen Zinseszins-Beispiel. Daniel und Julia haben die gleiche Summe von 10.000 € investiert, Julia lässt sich die Zinsen allerdings nicht auszahlen, sondern reinvestiert sie jährlich. Nach einem Jahr haben beide bei einem 5 % Zinssatz einen Gewinn von 500 €. Ab dem zweiten Jahr kann Julia allerdings schon einen höheren Gewinn verzeichnen als Daniel, denn ihr Gesamtbetrag liegt jetzt bei 11.025 € statt bei Daniels 11.000 €. Besonders deutlich und ertragreich wird der Zinseszinseffekt allerdings erst nach einer längeren Anlagedauer. Nach 10 Jahren wird der Zinseszinseffekt noch deutlicher: Julia hat mittlerweile ein Gesamtkapital von rund 16.289 € durch die Verzinsung ihrer Zinsen erwirtschaftet, Daniel dagegen “nur” 15.000 €.

Wie berechnet man den Zinseszins?

Wer also Kapital und Geduld hat, kann den Zinseszinseffekt nutzen, um das eigene Geld ohne große Mühe zu vermehren. Wie viel dir die Zinsen auf dein Geld über die Jahre bringen werden, lässt sich mit einfachen mathematischen Formeln ausrechnen.

Formel zum Zinseszins berechnen

Um zu berechnen, wie viel dir dein Kapital an Zinseszinsen in einem Jahr einbringt, kannst du folgende Formel verwenden:

Endkapital = Startkapital * (1 + Zinssatz/ 100)

Im Beispiel von Julia sähe die Formel wie folgt aus: 

10.500 € = 10.000 € * (1 + 5/100)

Willst du herausfinden, wie hoch deine Zinsen nach 10, 20 oder sogar 30 Jahren ausfallen würden, gilt folgende Formel:

Nach x Jahren erhaltene Zinsen = Startkapital * Zinssatz/ 100* X Jahre

Oder verdeutlicht an Daniels Beispiel über eine Zeit von 10 Jahren:

5.000 € = 10.000 € *  5/100* 10 

Um zu errechnen, wie hoch dein Gewinn nach einer bestimmten Zeit ausfällt, gibt es noch eine weitere Formel, die berücksichtigt, wie viele Jahre dein Kapital weiter verzinst wird, sprich der Zinseszinseffekt:

Endkapital nach X Jahren = Startkapital * (1 + Zinssatz/ 100)^ X Jahre

Anhand von des Beispiels hätte Julia dann folgenden Gewinn nach 10 Jahren erzielt:

16.289 € = 10.000 € * (1 + 5/ 100)^ 10 Jahre

Excel Formel für den Zinseszins 

Du kannst deinen Zinseszins entweder im Kopf ausrechnen oder einen Zinseszinsrechner benutzen. Aber auch in Excel gibt es eine Funktion, die dir deinen Zinseszins schnell kalkuliert. So kannst du beispielsweise mit wenigen Klicks die Rendite einer Investition oder die Auswirkungen eines Kredits herausfinden.

Zunächst solltest du dazu dein Excel-Sheet dementsprechend einrichten, damit die Zinseszinsformel Ke=Ka(1+p/100)^neinwandfrei funktioniert:

  • Im Feld A2 gibst du das Startkapital (Ka) in Euro ein
  • Im Feld B2 gibst du den Jahreszins (p) in Prozent ein
  • Im Feld C2 gibst du die Anlagedauer (n) in Jahren ein
  • Im Falle eines Kredits gibst du für “Ka” den Kreditbetrag, für “p” die Kreditzinsen und “n” die Laufzeit des Darlehens ein

In der Zelle D2 gibst du nun die Zinseszinsformel ein. Diese lautet:

=A2*(1+B2/100)^C2

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Zinseszins Aufgaben 

Du willst dein mathematisches Geschick auf die Probe stellen und dich am Zinseszins üben? Dann sind hier ein paar Aufgaben für dich, mit denen du die Formel anwenden und den Effekt vom Zinseszins sehen kannst!

  1. Wie hoch wäre der Gewinn für Julia bei einem Startkapital von 6.500 € und einem Zinssatz von 6,4 % über eine Anlagedauer von 8 Jahren?
  2. Wie viel Kapital hätte Julia nach 34 Jahren, wenn er 2.000 € zu einem Zinssatz von 4,8 % anlegt?
  3. Daniel und Julia wollen ein gemeinsames Sparkonto für ihre neugeborene Tochter eröffnen, das sie zum 18. Geburtstag erhalten soll. Wie viel Geld erhält die Tochter bei einem Startkapital von 6.000 € und einem Zinssatz von 3,7 %?

Die Antworten findest du am Ende des Artikels

Zinseszins & Zinseszinseffekt als Anlageform 

Sich den Zinseszins und den Zinseszinseffekt zu Nutze zu machen, ist eine langfristige und konservative aber auch lohnenswerte Art und Weise, dein Geld anzulegen. Denn hier kannst du schon mit relativ kleinen Beträgen über einen längeren Zeitraum viel bewirken. Generell lohnt es sich, dein Geld divers zu streuen und nicht nur auf ein Pferd zu setzen. 

ETF Zinseszins 

Möchtest du vom Zinseszinseffekt profitieren und auf einen ETF (Exchange Traded Funds) setzen, solltest du einen thesaurierenden ETF wählen, da dieser die erwirtschafteten Gewinne direkt wieder in weitere Fonds reinvestiert. Im Gegensatz dazu bekommst du bei einem ausschüttenden ETF zwar die Renditen ausgezahlt, häufig können hier aber Gebühren für eine Auszahlung anfallen, die deinen Gewinn zusätzlich schmälern. 

Je früher du mit deinem ETF-Sparplan startest, desto mehr macht sich ein Zinseszinseffekt über die Zeit bemerkbar. Natürlich kannst du auch nur einmalig einen Betrag investieren, oder du entscheidest dich dazu, monatlich eine kleine Summe zu investieren, um deinen Fonds langsam aber sicher wachsen zu lassen.

Gibt es Zinseszins für Aktien? 

Anders als bei festgelegtem Geld in einem Sparbrief erhältst du auf Aktien, die du besitzt, keine Zinsen. Mit dem richtigen Anlege-Geschick kannst du trotz dessen von einer Art Zinseszinseffekt Gebrauch machen. Zahlreiche börsennotierte Unternehmen beteiligen ihre AnlegerInnen am erwirtschafteten Gewinn mit einer jährlichen Dividendenausschüttung. Diesen Gewinn kannst du dann direkt wieder in weitere Wertpapiere investieren und so möglicherweise deinen Gewinn von Jahr zu Jahr sowie dein gesamtes “Aktienvermögen” vermehren. Hier gilt allerdings zu beachten, dass sowohl die Gewinnausschüttung als auch der Wert einzelner Aktien jährlich stark schwanken kann, Dividenden nicht garantiert sind und jederzeit gestrichen oder gekürzt werden können. Daher kann nicht immer mit einem Gewinn und dem damit einhergehenden Reinvestieren gerechnet werden.

Wann merkt man den Zinseszins?

Generell gilt: Je länger du dein Geld für dich arbeiten lässt, die Zinserträge immer wieder reinvestierst und mitverzinst, desto mehr Gewinn erhältst du nach Ablauf der Laufzeit. Bei einer einmaligen Investition von beispielsweise 10.000 € zu 5 % über einen Zeitraum von 20 Jahren kommst du auf ein Endkapital von 26.533 €. Investierst du aber zusätzlich 50 € pro Monat in deinen Fonds bei gleichen Konditionen, so verdoppelt sich dein Endkapital beinahe und liegt nach 20 Jahren bei 46.373 €. 

Den Zinseszins und den damit einhergehenden Effekt merkst du zwar schon nach 2-5 Jahren, große Renditen werden aber erst nach längeren Anlage-Perioden deutlich. 

Dein Geld bei N26

Das eigene Geld zu vermehren und die beste Geldanlage zu finden ist nicht einfach. Bei Sparbriefen mit langer Laufzeit kannst du dir den Zinseszinseffekt zu Nutze machen, während du bei uns ein kostenloses Konto eröffnen kannst.

Um aber überhaupt erstmal Geld anzusparen und dieses in Aktien oder ähnliches zu reinvestieren, bietet dir N26 jede Menge Features, die dir das Sparen erleichtern. Zum Beispiel Spaces – Unterkonten, die du mit nur wenigen Klicks erstellen kannst. Mit Spaces ist es noch leichter, deine alltäglichen Finanzen (wie Miete oder Rechnungen) zu verwalten, oder für kurz- und langfristige Sparziele zu nutzen. 

Du kannst Geld ganz einfach per Drag-and-Drop zwischen deinem Hauptkonto und deinen Spaces hin- und herbewegen und sogar Regeln erstellen, die das Sparen für dich automatisieren. So behältst du die Kontrolle über deine Finanzen und kannst deine Sparziele schneller erreichen! Finde jetzt das N26 Konto, das zu deinen Bedürfnissen passt.

Antworten

(Antwort A: rund 4.177 €) 

(Antwort B: 9.847 €)

(Antwort C: 11.539 €)

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Von N26

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