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Digitaler Euro: Digitale Währung einfach erklärt

Du fragst dich, was ein digitaler Euro ist und wie digitales Geld funktionieren soll? Hier erfährst du alles, was du zur Digitalwährung der EZB wissen musst.

Lesezeit: 6 Min.

Egal ob Apple Pay, DeFi oder Bitcoin – digitale Zahlungsmethoden sind in ganz Europa auf dem Vormarsch. Um die Stabilität des Euros gegenüber Kryptowährungen und den Digitalwährungen anderer Länder zu schützen, arbeitet die Europäische Zentralbank (EZB) derzeit an einer eigenen digitalen Währung: dem digitalen Euro. Denn wenn es um digitale Zentralbankwährungen geht, also die sogenannte „Central Bank Digital Currency“ (CBDC), sind andere Zentralbanken schon deutlich weiter als wir es in Europa sind. So läuft in Schweden zum Beispiel gerade das Pilotprojekt „E-Krone“ und in China ist der digitale Yuan bereits seit 2020 im Umlauf.

Eine Digitalwährung ist eine digitale Form von Zentralbankgeld, das so ähnlich genutzt werden kann wie Bargeld – nur eben virtuell. Du fragst dich, wie der digitale Euro funktioniert, wann er eingeführt wird und welche Vorteile und Risiken er mit sich bringt? All das und mehr erfährst du, wenn du weiterliest.

Was genau ist der digitale Euro?

Der digitale Euro wäre eine digitale Form des Zentralbankgeldes, also des Euros. Er könnte genau wie Bargeld genutzt werden – aber in virtueller Form. Der digitale Euro wäre also das digitale Zentralbankgeld (Central Bank Digital Currency, CBDC) des Euroraums. Im Grunde würde er so ähnlich funktionieren wie Kryptowährungen oder virtuelle Währungen, allerdings mit einigen Besonderheiten:

  • Die Rechtsgültigkeit des digitalen Euro wird von der EZB garantiert
  • Der digitale Euro kann – neben Banknoten und Münzen – zur Zahlung in den 19 Ländern der Eurozone verwendet werden
  • Der digitale Euro bietet eine schnelle, sichere und innovative Zahlungsmethode
  • Sowohl PrivatverbraucherInnen als auch Unternehmen können den digitalen Euro nutzen.

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Wie funktioniert digitales Geld?

Um zu verstehen, wie der digitale Euro funktioniert, ist es hilfreich, sich einige Beispiele ähnlicher Zahlungsmittel anzusehen: nämlich Kryptowährungen und virtuelle Währungen. Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) definiert virtuelle Währungen als „eine bestimmte Art von nicht reguliertem digitalem Geld, das nicht von einer Zentralbank herausgegeben oder gesichert wird und als Zahlungsmittel verwendet werden kann.“ Sowohl virtuelle als auch Kryptowährungen:

  • werden im Internet erstellt
  • sind unabhängig von Zentralbanken und Behörden und werden stattdessen von Privatpersonen ausgestellt
  • ermöglichen Peer-to-Peer-Transaktionen, also ein sofortiger Geldwechsel über spezielle Apps oder digitale Plattformen, die nicht unbedingt eine Bank als Vermittler benötigen
  • haben keine Verbindung zu den üblichen gesetzlichen Währungen wie Euro (EUR) oder Dollar (USD)
  • haben einen stark schwankenden Wert 

Virtuelle Währungen gibt es heute fast wie Sand am Meer. Momentan stehen dir 9.408 unterschiedliche Kryptowährungen zur Verfügung (Stand: Oktober 2022). Die wohl bekannteste davon ist Bitcoin. Um Bitcoin und andere Kryptowährungen zu nutzen, benötigst du ein Krypto-Wallet, mit dem du diese virtuellen Währungen aufbewahren und ausgeben kannst. Über dein Wallet kannst du dann sichere und nachvollziehbare Transaktionen machen, die mithilfe von Blockchain-Technologie aufgezeichnet werden.

Kryptowährungen werden traditionell hauptsächlich für Investitionen verwendet, doch heute akzeptieren auch immer mehr Onlineshops und sogar offline Geschäfte Kryptowährungen als Zahlungsmethode.

Ist der digitale Euro eine Kryptowährung?

Nein. Denn auch wenn der digitale Euro höchstwahrscheinlich sehr ähnlich funktionieren wird wie Kryptowährungen, gibt es wichtige Unterschiede zwischen den beiden Zahlungsmitteln. Der größte Vorteil des digitalen Euro? Er wird im Gegensatz zu Kryptowährungen wie Bitcoin oder Facebooks Diem über die EZB gesteuert und ist damit genauso sicher wie echtes Bargeld. 

In seiner Funktionsweise teilt der digitale Euro allerdings auch einige Gemeinsamkeiten mit Kryptowährungen:

  • Beide sind digitale Zahlungsmittel auf der Grundlage eines Blockchain-Systems
  • Um diese Zahlungsmittel zu nutzen, benötigst du ein digitales Wallet, allerdings musst du dazu kein Bankkonto eröffnen. Tatsächlich kann das Geld direkt bei der EZB angelegt werden. So können Peer-to-Peer-Transaktionen durchgeführt werden, ohne dass Geschäftsbanken als Vermittler fungieren müssen.

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Wird der digitale Euro das Bargeld ersetzen?

Keine Sorge, ein digitaler Euro würde das Bargeld nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen. Im Euroraum wird es laut EZB auch weiterhin Bargeld geben. Der digitale Euro könnte ganz einfach neben dem Bargeld genutzt werden, um VerbraucherInnen eine schnelle und sichere digitale Bezahlmöglichkeit zu bieten.

Was ist der Unterschied zwischen Zahlungen mit dem digitalen Euro und elektronischen Zahlungen? 

Der größte Unterschied besteht darin, dass es sich beim digitalen Euro um echtes, digitales Bargeld handelt. Daher wird für seine Nutzung auch keine Bank als Vermittler benötigt. Denn im Gegensatz zu elektronischen Zahlungen, die normalerweise mit der Kredit- oder Debitkarte deiner Bank verknüpft sind, benötigst du kein Bankkonto, um mit dem digitalen Euro bezahlen zu können. Um dein digitales Geld zu verwalten, Zahlungen zu tätigen oder Geld zu erhalten, brauchst du stattdessen ein digitales Wallet, ähnlich wie das, das man für Kryptowährungen verwendet.

Die Vorteile eines digitalen Euros

Aber warum brauchen wir den digitalen Euro eigentlich? Die EZB möchte mit seiner Einführung die Stabilität des Euros gegenüber Kryptowährungen und den digitalen Zahlungsmitteln anderer Länder schützen. Außerdem soll die neue Digitalwährung sowohl PrivatverbraucherInnen als auch Unternehmen in der Eurozone eine sichere, schnelle und moderne Bezahlmöglichkeit bieten. Hier sind einige der größten Vorteile des digitalen Euro:

  • Reibungsloser Zahlungsverkehr – durch die Digitalisierung können Zahlungen und Transaktionen einfach und sicher abgewickelt werden, und das in Sekundenschnelle.
  • Niedrigere Kosten – die Gebühren im Zusammenhang mit Zahlungssystemen würden deutlich sinken.
  • Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks – der digitale Euro würde die ökologischen Auswirkungen von Währungs- und Zahlungssystemen drastisch reduzieren.
  • Sofortige Hilfsmaßnahmen – Regierungen könnten BürgerInnen in Krisenzeiten eine finanzielle Soforthilfe zur Verfügung stellen.
  • Geldwäschebekämpfung – die Registrierung von Transaktionen mit dem digitalen Euro würde kriminelle Aktivitäten wie Geldwäsche und Steuerhinterziehung drastisch reduzieren.
  • Finanzielle Inklusion – weil zur Verwendung des digitalen Euro kein Bankkonto erforderlich ist, könnten alle BürgerInnen einfache und sichere digitale Zahlungen machen.

Welche Risiken sind mit dem digitalen Euro verbunden?

Natürlich könnte eine digitale Währung im Euroraum auch so manche Risiken mit sich bringen. Vor allem zwei Punkte müssen vor der Einführung des digitalen Euro dringend geklärt werden:

  • Datenschutz und Privatsphäre – der digitale Euro soll laut EZB das Bargeld ergänzen, nicht ersetzen. Dennoch befürchten einige KritikerInnen, dass durch digitales Bargeld einer der größten Vorteile des echten Bargeldes verloren gehen würde: nämlich die Anonymität beim Bezahlen. Eine Echtzeitverfolgung von Zahlungen mit dem digitalen Euro würde zwar bei der Geldwäschebekämpfung helfen, doch gleichzeitig könnte es auch die Privatsphäre von VerbraucherInnen einschränken.
  • Die Rolle von Banken – die Einlagen von Kreditinstituten könnten durch die Einführung des digitalen Euro abnehmen, was bedeuten könnte, dass Banken ihren KundInnen weniger Kredite anbieten werden. Außerdem würde eine erhöhte Nutzung des digitalen Euro unweigerlich dazu führen, dass Kreditinstitute und andere Intermediäre ihre Geschäftsmodelle überarbeiten müssen – und das könnte wiederum zu Nachteilen für VerbraucherInnen führen.

Wann kommt der digitale Euro?

EZB-Präsidentin Christine Lagarde geht davon aus, dass wir in etwa fünf Jahren mit dem digitalen Euro bezahlen können. Die zweijährige Untersuchungsphase zum digitalen Euro läuft bereits seit Oktober 2021. Im Oktober 2023 wird dann von der EU-Kommission, dem Parlament sowie anderen Regulierern entschieden, ob die Digitalwährung auch wirklich eingeführt werden soll. Wenn ja, müssen zuerst die europäischen Gesetze entsprechend angepasst werden, bevor die EZB das Projekt endlich ausrollen kann. Dafür sind weitere drei Jahre vorgesehen.

Wo kann ich den digitalen Euro kaufen?

Wie genau du den digitalen Euro kaufen kannst, ist bisher noch unklar. Die EZB will Geschäftsbanken als Vermittler zwischen Zentralbanken und VerbraucherInnen einsetzen. Denn geplant ist, dass alle BürgerInnen des Euroraums ein digitales Wallet für die neue Digitalwährung erhalten sollen.

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