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Was ist ein Kartell? Wirtschaft einfach erklärt

Du hast den Begriff bestimmt schon einmal gehört – doch was ist ein Kartell in der Wirtschaft? Hier erfährst du, welche verschiedenen Formen der Kartellbildung es gibt und wann Kartelle erlaubt sind.

Lesezeit: 4 Min.

Beim Wort “Kartell” denkst du vielleicht zuerst an Drogenkartelle wie das Medellín Kartell oder das Sinaloa Kartell. Doch die meisten Drogenkartelle sind eigentlich gar keine Kartelle, sondern vielmehr hierarchisch aufgestellte Organisationen, die sich hauptsächlich gegenseitig bekriegen.

Grundsätzlich spricht man von einem Kartell, wenn sich mindestens zwei miteinander konkurrierende Unternehmen absprechen, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Was genau man unter einem Kartell versteht, welche verschiedenen Arten von Kartellen es gibt, und wann genau sie verboten oder erlaubt sind, erfährst du in diesem Blogartikel.

Was versteht man unter einem Kartell?

Wenn mehrere Unternehmen, die eigentlich in Konkurrenz zueinander stehen, dasselbe Produkt verkaufen und sich zum Beispiel darüber absprechen, für wie viel Geld sie dieses Produkt jeweils verkaufen werden, dann nennt man das Kartell. Dazu zählen sämtliche Absprachen und Vereinbarungen sowie aufeinander abgestimmte Verhaltensweisen, die dazu führen, dass der faire Wettbewerb verhindert, eingeschränkt oder verfälscht wird. 

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Kartell Definition 

Bei einem Kartell handelt es sich also um einen vertraglichen Zusammenschluss zwischen mindestens zwei Unternehmen der gleichen Produktions- oder Handelsstufe, die eigentlich in Konkurrenz zueinander stehen. Durch die Bildung eines Kartells soll die Produktion oder der Vertrieb von Produkten oder Dienstleistungen so beeinflusst werden, dass ein Wettbewerbsvorteil oder sogar eine Monopolstellung für die am Kartell beteiligten Parteien entsteht. Doch das kann die freie Marktwirtschaft gefährden und zu Nachteilen für VerbraucherInnen führen. 

Wann spricht man von einem Kartell?

Von einem Kartell ist demnach immer dann die Rede, wenn durch Zusammenschlüsse und Absprachen eine Beschränkung des Wettbewerbs zustande kommt, zum Beispiel durch:

  • Preisabsprachen
  • eine Begrenzung der Produktionszahlen
  • die Aufteilung von Märkten
  • die Festlegung von Öffnungszeiten
  • Absprachen über Verkaufsbedingungen

Was gibt es für Kartelle?

Grundsätzlich sind Kartelle verboten, wenn sie sich durch ihre Absprachen einen wirtschaftlichen Vorteil verschaffen, die freie Marktwirtschaft gefährden oder ein Monopol bilden. Denn dadurch entstehen Nachteile für VerbraucherInnen. Zu den häufigsten illegalen Kartellen gehören:

  • Preiskartelle: Die Unternehmen stimmen ihre Preise miteinander ab. So können sie ihre Produkte oder Dienstleistungen mit einem höheren Gewinn verkaufen oder durch einheitlich niedrige Preise ihre Mitbewerber außerhalb des Kartells benachteiligen. Zwischen 2003 und 2006 sollen zum Beispiel die Stromkonzerne E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW durch illegale Preisabsprachen die Strompreise in die Höhe getrieben haben.
  • Produktionskartelle: Hier sprechen sich Unternehmen über ihre Produktionszahlen ab, um ihre gefertigten Waren künstlich zu verknappen oder eine Überproduktion zu vermeiden.
  • Gebietskartelle: Hierbei teilt ein Kartell den Markt nach Regionen auf, damit jedes Unternehmen in seinem jeweiligen Gebiet konkurrenzfrei agieren kann.
  • Submissionskartelle: Submissionskartelle stellen eine Sonderform des Preiskartells dar. Hier sprechen sich beteiligte Unternehmen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge gegenseitig ab, um die bestmöglichen Konditionen für sich herauszuschlagen. 

Wann ist ein Kartell erlaubt?

Es gibt aber auch durchaus Kartelle, die legal sind. Denn manchmal können Zusammenschlüsse von Unternehmen für VerbraucherInnen sogar vorteilhaft sein. Beispiele für erlaubte Kartelle sind mitunter Krisenkartelle, Mittelstandskartelle und Rationalisierungskartelle. Sehen wir uns diese Fälle also etwas genauer an:

  • Krisenkartelle: Zur Krisenbewältigung innerhalb einer Branche können sich Unternehmen kurzzeitig zu einem Kartell zusammenschließen, um dadurch drastische wirtschaftliche Folgen für die einzelnen Unternehmen zu verhindern. Verschiedene Krisenkartelle ließen sich während der Coronapandemie erkennen. 
  • Mittelstandskartelle: Damit kleine und mittlere Unternehmen mit großen Unternehmen konkurrieren können, erlaubt ihnen das Bundeskartellamt häufig, sich zu einem sogenannten Mittelstandskartell zusammenzuschließen.
  • Rationalisierungskartelle: Bei dieser Art von Kartell teilen Unternehmen zum Beispiel einzelne Produktionsschritte untereinander auf, um den Wettbewerb zu verringern. Dies kann vor allem für kleinere Unternehmen vorteilhaft sein, weil sich dadurch ihre Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit verbessert.

Zudem sind Kartelle auch immer dann erlaubt, wenn sie dazu dienen, einheitliche Normen und Typen festzulegen. Wichtig ist hierbei allerdings, dass dies offen und transparent geschieht.

Bundeskartellamt

In Deutschland ist das Bundeskartellamt für die Überwachung und Aufdeckung illegaler Kartelle zuständig. Kartelle, die den Wettbewerb einschränken, sind nach dem deutschen Kartellgesetz, dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (§ 1 GWB), grundsätzlich verboten. Alle anderen Kartelle stehen unter strenger Beobachtung. Und auch vor geplanten Zusammenschlüssen oder Übernahmen prüft das Bundeskartellamt immer zuerst, ob sich dadurch unmittelbar oder zukünftig eine Monopolstellung ergeben könnte. Wenn starre Preise oder andere Umstände darauf hindeuten, dass der Wettbewerb eingeschränkt sein könnte, kann das Bundeskartellamt auch jederzeit Untersuchungen in einem bestimmten Wirtschaftszweig oder Sektor einleiten und bei Verstößen hohe Strafen verhängen.

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