Mind over Money: Lass uns über Stress sprechen

Wir schauen uns das Thema Stress in der Forschung an und zeigen dir praktische Schritte für ein entspannteres Leben.

Lesezeit: 5 Min.

Wenn uns unsere Finanzen Stress bereiten, dann bekommen wir schnell das Gefühl, dass die Dinge aus dem Ruder laufen. Womöglich werden wir von einer großen Rechnung überrascht oder müssen unerwartet eine größere Anschaffung bezahlen. Oder wir machen uns Sorgen darüber, wie viel Geld wir im letzten Monat ausgegeben haben. Unabhängig vom jeweiligen Szenario kann uns finanzieller Stress ganz schön belasten.

Der erste wichtige Schritt im Umgang mit Stress ist ganz einfach: sprich darüber! Viele von uns neigen dazu, sich auf Sorgen zu konzentrieren und diese immer größer werden zu lassen. Ab einem bestimmten Punkt führt das zu einem Gefühl der Überwältigung und wir glauben, die Kontrolle verloren zu haben. Es ist deshalb sehr wichtig, dass du weißt, was bei dir Stress auslöst – denn so kannst du ihm besser entgegenwirken. Einige Menschen fühlen sich schon gestresst, wenn sie nur an ihren Kontostand denken. Laut unseren Studienergebnissen führt allein der Gedanke an den Kontostand bei 45 % der Menschen zu Stress. 

Untersuchung von Stressfaktoren mithilfe der Neurowissenschaft

Wir wissen, dass finanzielle Sorgen unsere geistige Gesundheit stark beeinträchtigen können. Deshalb möchten wir in Zusammenarbeit mit dem Neurowissenschaftler Dr. Jack Lewis herausfinden, welche Stressauslöser in diesem Zusammenhang es gibt. Wir möchten herausfinden, wie wir diese Stressauslöser eindämmen können – egal wie klein sie auch zu sein scheinen. Auf diese Weise können wir die Kontrolle über unsere Gedanken zurückgewinnen.

Im Rahmen unserer Mind over Money Blogserie haben wir eine Studie in Auftrag gegeben. Das Ziel war es, Stress- und Angstlevels bei eine Reihe von finanziellen und alltäglichen Szenarien zu messen. Dabei haben wir festgestellt, dass Menschen unter allen möglichen finanziellen Belastungen und Stressauslösern leiden. Hier fanden wir Unterschiede zwischen Personen, die sich finanziell unabhängig fühlen, und Personen, bei denen dies nicht der Fall ist. Schauen wir uns die Ergebnisse an.

Was lässt das Stressniveau in die Höhe schnellen?

Unser Experiment ergab, dass eine Scheidung oder Trennung (für 91 % der Teilnehmer sehr stressig) ähnlich viel Stress auslöst wie ein drohender Arbeitsplatzverlust (für 90 % der Teilnehmer sehr stressig). Was finanzielle Sorgen angeht, führt auch der Gedanke an eine abgelehnte Kreditkarte (88 %) sowie versäumte Hypothekenzahlungen (86 %) zu einem hohen Stressniveau. Dabei haben wir auch regional Unterschiede festgestellt:

In Europa stellt die Abfrage des Kontostands für Franzosen einen größeren Stressfaktor dar als für Deutsche, die in dieser Hinsicht mit Abstand am entspanntesten sind: 44 % der Deutschen sagen, dass der Blick auf ihren Kontostand für sie eine Belastung ist. Für Italiener stellen versäumte Hypothekenzahlungen eine größere Stressbelastung dar als für ihre europäischen Nachbarn. Wenn es jedoch um den Stress in Zusammenhang mit dem Beantragen von Rückerstattungen geht, stehen die Deutschen an erster Stelle. Es verwundert nicht, dass finanzielle Sorgen ein großes Problem darstellen – und zwar ganz egal, woher wir kommen. Wie können wir aber am besten damit umgehen?

Hilft es wirklich, finanziell unabhängig zu sein? 

Für alle, die sich nicht finanziell unabhängig fühlen, stellt der Blick auf den Kontostand eine um 10 % höhere Stressbelastung dar. Wir haben auch festgestellt, dass bei finanziell unabhängigen Personen die Mietzahlung 13 % weniger Stress auslöst.

Der Neurowissenschaftler Dr. Jack Lewis hat untersucht, was in stressigen Situationen in unserem Gehirn passiert. So können wir besser verstehen, wie wir die Kontrolle zurückbekommen und in jeder noch so stressigen Situation die Ruhe bewahren können. 

Stress ist ein zweischneidiges Schwert 

Zahlreiche wissenschaftliche Forschungsarbeiten aus den letzten Jahrzehnten zeigten, dass ein moderates Maß an Stress den Menschen dabei hilft, Dinge zu erledigen. Zu viel oder auch zu wenig Stress verursacht jedoch Chaos im Leben der Menschen. 

Das Stresshormon Cortisol wurde dabei am häufigsten untersucht. Cortisol wird, nachdem das Gehirn einen Befehl gesendet hat, in unseren Nebennieren ausgeschüttet. Seine Funktion ist es, unsere Reaktionszeiten zu verkürzen und unseren Verstand darauf zu fokussieren, ein aktuelles Problem zu lösen. Wird zu wenig Cortisol in den Blutkreislauf freigesetzt, haben wir Schwierigkeiten, uns zu motivieren. Produziert unser Körper zu viel Cortisol, dann sind wir ständig aufgedreht und handlungsbereit. Jedoch sind wir dann nicht in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen und gute Entscheidungen zu treffen. 

Die Goldlöckchen-Zone 

Ziel ist es, den Cortisolspiegel in der sogenannten "Goldlöckchen-Zone" zu halten – nicht zu hoch, nicht zu niedrig, sondern genau richtig. Hierfür musst du wissen, welche Stressbewältigungstechniken für dich persönlich am besten geeignet sind. Außerdem solltest du stets aktiv auf der Suche nach neuen Methoden sein und sicherstellen, dass du sie täglich anwendest. Die tägliche Anwendung ist wohl der schwierigste Teil – insbesondere darum, weil uns Faktoren außerhalb unserer Kontrolle beeinflussen. Insbesondere führten äußere Faktoren im letzten Jahr zu mehr Streitereien, Trennungen und einer erhöhten Angst davor, den Job oder Einkommen zu verlieren.

Wenn wir uns durch unzählige Dinge mental gestresst fühlen, dann wollen wir uns sicher nicht entspannt zurücklehnen. Wir reden uns ein, dass wir uns hinterher immer noch gestresst fühlen, wenn wir versuchen abzuschalten. Ganz egal, welche Musik wir hören, wie lange wir Atemübungen machen und wie viele Runden wir im Park drehen.

Dies ist ganz normal bei einer chronischen Stressbelastung. Um aus diesem Muster herauszubrechen, musst du proaktiv an deine Stressbewältigung herangehen und sie in deinen Alltag integrieren. 

Wenn du es dir zur Gewohnheit machst, verschiedene stressreduzierende Aktivitäten in deinen Alltag aufzunehmen, dann wird sich ihr stresslindernder Effekt immer weiter verstärken. Durch die tägliche Anwendung dieser Methoden über viele Wochen hinweg werden die Gehirnbahnen, die am Stressabbau beteiligt sind, gestärkt. Und du profitierst somit von weniger Stress. 

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Von N26

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