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Bargeldlos bezahlen: In 5 Ländern Europas ist das bald die Norm

Wirst du in Europa bald nur noch bargeldlos bezahlen? Eine Zukunft ohne Bargeld ist näher, als du vielleicht denkst.

Lesezeit: 6 Min.

In vielen Ländern kannst du schon seit Längerem bargeldlos bezahlen. Seit 2020 hat sich dieser Trend jedoch noch einmal verschärft: Online-Shopping und kontaktloses Bezahlen in Geschäften sind weltweit auf dem Vormarsch. Die Entwicklung hin zu einer bargeldlosen Gesellschaft ist unterschiedlich schnell und selbst in Europa bevorzugen Menschen verschiedene Bezahlarten. Es gibt jedoch ein paar Staaten, die auf dem Weg in eine bargeldlose Zukunft weltweit führend sind. Hier erfährst du, welche 5 Länder Europas Bargeld schon bald abschaffen könnten.

Diese 5 Länder Europas könnten Bargeld bald abschaffen

Bargeld hat in Europa einen ganz unterschiedlichen Stellenwert. Die Österreicher hoben in 2019 sage und schreibe 140 € pro Woche am Bankautomaten ab. Die Norweger begnügten sich mit 35 € wöchentlich. Und während in 2020 96 % der Menschen in Island Online-Banking nutzten, waren es in Rumänien gerade einmal 9 %. 

Welche europäischen Länder in naher Zukunft Bargeld abschaffen könnten, lässt sich aus zwei Gründen nicht genau sagen:

  1. Bargeld kann nicht nachverfolgt werden.
  2. Es gibt keine einheitliche, europaweite Methode, um bargeldlose Transaktionen zurückzuverfolgen.

Nichtsdestotrotz gibt es einige verlässliche Daten, die uns ein solides Verständnis zur bargeldlosen Zukunft Europas geben. Was wir herausgefunden haben, erfährst du im nächsten Abschnitt. 

Schweden 

Schweden hat als erstes europäisches Land Banknoten eingeführt. Möglicherweise wird es auch eins der ersten Länder Europas sein, das Bargeld wieder abschaffen wird. In Schweden kamen schon in 2015 nur noch 335 Bankautomaten auf 1 Mio. Einwohner und 98 % der Schweden besitzen eine Debitkarte. Außerdem ist Schweden eines der Top Länder, wenn es um kontaktloses, mobiles Bezahlen geht. Bargeld scheint hier also bald nur noch im Museum zu bestaunen sein. 

Schwedens Weg in eine bargeldlose Zukunft wird auch vom Gesetzgeber gefördert, denn Händler dürfen Bargeldzahlungen offiziell ablehnen. So sind Verbraucher im Grunde genommen gezwungen, mit der Karte oder mit dem Handy zu bezahlen. Hinzu kommt, dass die Mehrheit der schwedischen Banken Zahlungsleistungen in Bankfilialen nicht mehr bar abwickeln und Geldautomaten alles andere als weit verbreitet sind. Kein Wunder also, dass die Schweden laut einer wissenschaftlichen Berechnung ab März 2023 nur noch bargeldlos bezahlen werden.

Norwegen 

Einer Auswertung von Daten der Weltbank zufolge ist Norwegen das Land in Europa, das einer bargeldlosen Zukunft am nächsten ist. Fast alle Norweger (98 %) besitzen eine Debitkarte und laut Norwegens Zentralbank wurden nur 3-5 % aller Zahlungen mit Bargeld getätigt. Und wenn Norweger mit Karte zahlen, dann geschieht das in drei von vier Fällen kontaktlos. Darüber hinaus nutzen über 95 % der Bevölkerung Online-Banking und in 2020 waren Apps das beliebteste Zahlungsmittel für Zahlungen zwischen Privatpersonen. Sie machten fast 80 % aller Überweisungen aus. 

Nichtsdestotrotz beschäftigt Norwegens Wandel zu einer bargeldlosen Gesellschaft auch hohe Regierungsbeamte. In 2021 hat das Finanzministerium die Finanzaufsichtsbehörde in Oslo mit der Erstellung eines Gesetzesentwurfs beauftragt, um Banken zur Bereitstellung von Bargeld zu verpflichten. Für viele norwegische Banken ist das ein Rückschlag. Ihrer Ansicht nach liegt es nicht in ihrer Verantwortung Dienstleistungen mit Bargeld anzubieten – so wie es auch in Schweden der Fall ist.

Ein interessanter Nebeneffekt der Entwicklung hin zu einer bargeldlosen Zukunft? Digitale Währungen rücken zunehmend in den Fokus. Im April 2021 kündigte Norwegens Zentralbank an, digitale Währungsoptionen auf ihre Agenda zu setzen, um den Weg in eine bargeldlose Zukunft zu ebnen. 

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Die Niederlande

Laut GlobalData soll der niederländische Markt für Kartenzahlungen bis Ende 2021 um 7,7 % wachsen. In den Niederlanden ist bargeldloses Bezahlen bereits seit längerem etabliert. 91 % der Niederländer nutzen Online-Banking, in 2020 wurden zudem 90,5 % aller Kartenzahlungen mit Debitkarten getätigt. Nichtsdestotrotz zeigt sich eine gewisse Zurückhaltung bei der Nutzung von Kreditkarten, da Schulden bei den Niederländern kulturell bedingt eher Unbehagen auslösen.

Interessanterweise wird in keinem anderen europäischen Land so viel mit der Smartwatch bezahlt wie in den Niederlanden. Mehr als 33 % aller mobilen Zahlungen mit der Smartwatch gehen auf das niederländische Konto. Das könnte unter anderem daran liegen, dass zwei der größten niederländischen Banken kompatibel mit Smartwatches von Fitbit und Garmin sind.

Finnland 

Nach Schätzungen der finnischen Zentralbank wird das Land bis Ende 2029 Bargeld abschaffen – und es gibt viele Hinweise darauf, dass diese Prognose Hand und Fuß hat. Da 98 % aller Finnen eine Debitkarte und 63 % eine Kreditkarte besitzen, kann beinahe die gesamte Bevölkerung bargeldlos bezahlen. 2018 wurden Transaktionen im Wert von sage und schreibe 50 Mrd. € bargeldlos abgewickelt. In 2022 soll dieser Wert auf 60 Mrd. € steigen.  

In Geschäften möchten 80 % der Finnen lieber mit Karte zahlen – Tendenz steigend, denn Bargeldzahlungen sollen in 2022 laut einer Prognose um 0,8 % zurückgehen. Von der Idee Bargeld abzuschaffen sind jedoch längst nicht alle Finnen überzeugt: 61 % glauben nicht an die Idee einer bargeldlosen Zukunft, 13 % äußern Zweifel und nur 26 % denken, dass die finnische Gesellschaft von einer komplett bargeldlosen Zukunft profitieren würde.

Großbritannien 

Das Vereinigte Königreich war eines der ersten Länder, das digitale Zahlungsmittel eingeführt hat. Heute ist kontaktloses Bezahlen eine der beliebtesten Zahlungsweisen. In 2020 waren 27 % aller Transaktionen kontaktlos – das sind immerhin 9,6 Milliarden Zahlungen! 

Diese Entwicklung steht im starken Kontrast zum Verhalten von vor 10 Jahren. In 2011 erfolgten nur 50 % aller Transaktionen ohne Bargeld, während heute fünf von sechs Briten bargeldlos bezahlen. Nach einer Studie von UK Finance gingen Bargeldzahlungen in 2020 um 35 % zurück, was zum Teil an den Auswirkungen der globalen Pandemie lag. Die Studie fand auch heraus, dass 79 % der Erwachsenen Online-Banking nutzen und 54 % mit dem Handy bezahlen. Ein wichtiger Hinweis darauf, dass Großbritannien auf eine bargeldlose Zukunft hin steuert. 

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Warum ist bargeldloses Bezahlen in Skandinavien so etabliert?

Schweden, Norwegen, Finnland – drei von fünf Ländern unserer Liste liegen in Skandinavien. Doch warum sind nordische Länder auf dem Weg in eine bargeldlose Zukunft führend? Das könnte am relativ hohen Vertrauen in staatliche Institutionen liegen. Kulturell bedingt scheinen Einwohner nordischer Länder mehr Vertrauen in die Regierung und große Institutionen wie Banken zu haben. Deshalb glauben sie, dass ihr Geld in den Händen digitaler Banken sicher ist – wenn nicht sogar sicherer. Darüber hinaus verfügen selbst ältere Generationen über gute Computerkenntnisse. Zu guter Letzt haben Banken ihre Strukturen proaktiv verändert, um sich für digitale Technologien zu öffnen. All das zusammen ist eine gute Basis für eine nahe bargeldlose Zukunft in den skandinavischen Ländern.     


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Von N26

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