26 März 2019Produkte & Features

Banking Basics: Regeln und Verordnungen in der EU

Für dich ist es wahrscheinlich selbstverständlich, dass es in der Bankenbranche zahllose Vorschriften gibt. Banken verwalten das Geld von Millionen von Menschen und sind natürlich gesetzlich verpflichtet, strenge Regeln und Verordnungen zu befolgen, die dem Schutz des Kapitals ihrer Kunden dienen.

Diese Gesetze sind von Land zu Land verschieden. Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich und das Vereinigte Königreich haben diesbezüglich ziemlich ähnliche Systeme. In diesem Artikel nehmen wir einige der EU-weit gültigen Verordnungen genauer unter die Lupe. Wir erklären, welche Rechte der Kunde hat und was das im Alltag bedeutet.

Grundregeln für Bankkonten

Die Grundprinzipien des alltäglichen Bankings haben wir ja bereits abgedeckt. Aber wie sieht das eigentlich aus, wenn du ein zweites Konto eröffnen möchtest oder eine Steuererklärung einreichen musst? Wir haben hier wichtige Informationen für dich gesammelt.

Kann ich mehr als ein Konto haben?

Es ist sehr üblich, zwei Bankkonten gleichzeitig zu führen. Vielleicht möchtest du zusätzlich zu deinem Girokonto ein Sparkonto, ein Gemeinschaftskonto, ein Gehaltskonto oder ein Konto für einen anderen Zweck eröffnen. Doch ist es gesetzlich zulässig, mehr als ein Konto zu haben?

Ja. Und nicht nur das; häufig erweist sich ein weiteres Konto sogar als eine clevere Idee. Denn wenn du dein Geld beispielsweise auf einem speziellen Sparkonto anlegst, kannst du dadurch höhere Zinsen erzielen. Außerdem ist es absolut legal, die einzelnen Konten auf Wunsch bei verschiedenen Banken zu eröffnen.

Zahle ich Steuern für meine Bankkonten?

Nein, für ein normales Konto, mit dem du schlicht und einfach dein Geld verwaltest, musst du normalerweise keine Steuern zahlen. Solltest du allerdings Zinsen auf dein Erspartes erhalten, werden in der Regel Steuern fällig. Der Steuersatz hängt dabei von der Höhe der Zinsen ab.

Im Vereinigten Königreich beispielsweise werden Zinsen (auf Ersparnisse) in Höhe von bis zu 1000 £ von der Steuer befreit. Je mehr du verdienst, desto niedriger ist dieser Freibetrag. Geringverdiener erhalten hingegen Zulagen. In Deutschland gilt für Geringverdiener eine ähnliche Regel: Sparzinsen von bis zu 801 € sind steuerfrei. Die Steuer, die für alle Beträge darüber hinaus anfällt, wird Abgeltungssteuer genannt. Auch in Italien, Frankreich und Spanien musst du auf Sparzinsen Steuern zahlen und gegebenenfalls eine sogenannte „Vermögenssteuer“ entrichten, wenn du viele Ersparnisse hast. Dabei wird nicht dein Gehalt, sondern ein bestimmter Prozentsatz deiner Ersparnisse versteuert.

Die Steuergesetzgebung regelt jedes Land individuell. Da sich die einzelnen Gesetze innerhalb eines Landes häufig ändern, solltest du dich regelmäßig in der Rubrik "Geld und Steuern" auf der offiziellen Website deiner Regierung informieren.

Muss ich ausländische Bankkonten besteuern?

Je mehr Länder involviert sind, desto komplizierter wird die Sache. Als Faustregel gilt, dass du lediglich in dem Land, in dem du lebst, Steuern zahlst.

Zinsen für Ersparnisse auf Konten im Ausland werden in der Regel in dem Land versteuert, in dem du wohnhaft bist. Nehmen wir einmal an, ein Franzose lebt in Deutschland und verdient 1000 € Zinsen für Erspartes auf einem französischen Konto. Dann müssen diese 1000 € in Deutschland versteuert werden.

Damit niemand auf dasselbe Einkommen in zwei Ländern gleichzeitig Steuern zahlen muss, haben sich viele Länder auf Steuerverträge (oder auch Doppelbesteuerungsabkommen) geeinigt.

Ist das Geld auf meinem Konto sicher?

Banken sind dazu verpflichtet, dein Geld sicher zu verwahren. Doch wenn das Undenkbare passiert und deine Bank Pleite geht, greift ein Sicherheitsmechanismus: das Einlagensicherungssystem der Europäischen Union.

Diese Richtlinie versichert bis zu 100.000 € der Einlagen eines jeden Bankkunden. Das bedeutet also, dass du garantiert bis zu 100.000 € deines Geldes wieder bekommst – auch wenn deine Bank Konkurs anmeldet.

Gemäß dem Financial Services Compensations Scheme (FSCS) belief sich der Sicherungsbetrag im Vereinigten Königreich, während dieser Artikel verfasst wurde, auf 85.000 £.

Kündigung

Es kann verschiedene Gründe geben, warum du dein Konto kündigen möchtest. Vielleicht hast du woanders ein besseres Angebot gefunden oder benötigst das Konto einfach nicht mehr. Folgendes solltest du in jedem Fall über den Prozess wissen:

Wie schließe ich ein Konto?

Auch wenn der genaue Ablauf zur Kündigung eines Konto von der jeweiligen Bank abhängt, ist der Prozess im Grunde simpel. Benachrichtige einfach deine Bank (am besten schriftlich) und überweise dein Geld auf ein Konto deiner Wahl.

Wenn du dein neues Konto bei einer anderen Bank eröffnest, nimmt dir deine neue Bank diese Arbeit ab. Sie informiert jeden, der von deinem Wechsel erfahren muss – auch deinen Arbeitgeber – und überträgt deinen Kontostand sowie deine Daueraufträge. Ebenso wie das Einlagensicherungssystem gilt dieses Prozedere EU-weit.

Kann ich mein Konto online schließen?

Das hängt von der Bank ab. Deshalb bist du gut beraten noch vor der Kontoeröffnung zu prüfen, welche Möglichkeiten zur Kontoschließung deine Bank bietet. Bei manchen Banken musst du persönlich vorbeikommen und Papierkram erledigen. Andere wickeln das Ganze wiederum online ab.

Kann eine Bank mein Konto ohne Vorankündigung schließen?

Es ist äußerst ungewöhnlich, dass eine Bank ein Konto ohne vorherige Warnung schließt. In Deutschland dürfen Banken dein Konto schließen, wenn es dafür einen triftigen Grund gibt. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn du gegenüber deiner Bank falsche Angaben zu deinem Geld gemacht hast.

Für gewöhnlich räumen dir Banken jedoch einen Kündigungszeitraum von mindestens zwei Wochen ein, bevor sie dein Konto endgültig schließen. Dieses Recht ist ihnen stets vorbehalten – genau wie du jederzeit deine Bank wechseln kannst. Doch kein Grund zur Sorge, so weit kommt es nur selten.

Kann ein Konto wegen Inaktivität geschlossen werden?

Ja, in Einzelfällen werden Banken auf ruhende Konten aufmerksam und schließen sie. Für diese Fälle hat jede Bank ihre eigenen Regeln und Prozesse, aber häufig erhältst du früh genug eine Benachrichtigung, um einer Schließung entgegenwirken zu können. Um sicherzugehen, dass dir genau das nicht passt, ist es ratsam, dein Konto hin und wieder für kleinere Transaktionen zu verwenden.

Kontoauszüge

Früher wurden dir deine Kontoauszüge regelmäßig (je nach Bank z. B. monatlich oder quartalsweise) per Post zugesendet, wenn du nicht selbst Auszüge am Automaten abgeholt hast. Mit der Digitalisierung ist der postalische Versand jedoch weniger üblich geworden. Allerdings kann sich ein Kontoauszug auf Papier als durchaus nützlich erweisen. Du kannst deine Bank darum bitten, dir deine Kontoauszüge per Post zuzuschicken. Dafür fällt unter Umständen eine kleine Gebühr an. Oder du rufst sie online mit deiner Banking-App auf.

Ist ein Kontoauszug ein juristisches Dokument?

Ein Kontoauszug stellt per se kein rechtsgültiges Dokument dar. Es ist zumindest nicht mit einem Vertrag vergleichbar. Aber ein Kontoauszug kann definitiv für offizielle Zwecke verwendet werden – zum Beispiel als Identitäts- oder Adressnachweis, oder um zu belegen, dass du ausreichend Geld hast.

Wie lange sollte ich meine Kontoauszüge aufbewahren?

Du musst nicht unbedingt alle Kontoauszüge aufbewahren, die du je erhalten hast. Das wären ja regelrechte Türme an Kontoauszügen. Es lohnt sich jedoch – sofern möglich –, die Belege mehrerer vergangener Jahre aufzuheben, insbesondere wenn du selbstständig bist. Wenn du online auf deine Umsätze zugreifen kannst, sind Kopien deiner Kontoauszüge in Papierform (oder als heruntergeladene PDF-Datei) nicht so wichtig, da du sie ja bei Bedarf jederzeit ausdrucken kannst.

Wie lange du all deine Abrechnungen und Steuererklärungen nachweisen können musst, ist von Land zu Land verschieden. Im Vereinigten Königreich wird Selbstständigen beispielsweise empfohlen, ihre Belege mindestens fünf Jahre lang aufzubewahren. Es ist also unter Umständen auch für dich sinnvoll, deine Kontoauszüge so lange aufzuheben. Es kann nämlich immer mal vorkommen, dass du eine Transaktion, die bereits mehrere Jahre zurückliegt, nachvollziehen oder nachweisen musst.

Dein Geld bei N26

Dank N26 kannst du mit nur wenigen Klicks auf die Übersicht deiner Umsätze zugreifen. Lade deine Kontoauszüge dazu einfach von der Website herunter, speichere sie als PDF und drucke sie bei Bedarf jederzeit aus.

Dies ist nur eines von zahlreichen Beispielen, wie N26 Banking für alle vereinfacht. Du kannst in vielen europäischen Ländern ein N26 Konto eröffnen und es kinderleicht mit der App verwalten.

Wir sind 100 % digital und haben eine EU-Vollbanklizenz. Das bedeutet, dass wir die Anforderungen an den Datenschutz und das Einlagensicherungssystem der EU erfüllen. Wir bieten dir Komfort und Zuverlässigkeit, damit du dich ganz darauf konzentrieren kannst, das volle Potenzial deines Geldes auszuschöpfen.


Wir wollen Banking für jeden vereinfachen. Freue dich auf mehr Artikel, die die Basics im Bereich Geld sowie Finanzen und zu allem, was mit Banking zu tun hat, leicht verständlich erklären – denn häufig ist es viel einfacher, als du auf den ersten Blick denkst.

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