Online-Scams: Wie du Betrugsmaschen erkennst und dich davor schützt

In diesem praktischen Leitfaden erfährst du alles, was du wissen musst, um dich vor Online-Scams zu schützen.

Lesezeit: 6 Min.

Online-Einkäufe und Lieferungen werden immer mehr Teil unseres Alltags. Deshalb ist es heutzutage besonders wichtig zu lernen, wie man potenzielle Online-Betrugsmaschen erkennt und persönlichen Daten schützt. In diesem Artikel erklären wir dir alles, was du wissen musst, um im Internet sicher unterwegs zu sein – insbesondere auf Social-Media und Messaging-Apps.

Aber erst mal der Reihe nach – was genau versteht man unter Online-Scams (oder Internetbetrug)? Internetbetrug ist ein Sammelbegriff für Verbrechen, die online über bekannte Websites oder mobile Anwendungen erfolgen. Grundsätzlich ist es für Betrüger einfacher, Menschen im Internet hinters Licht zu führen. Im “echten Leben” und in Form von persönlichen Interaktionen ist das schon schwieriger.

Internetbetrug ist übrigens ein riesiges Geschäft: Laut einem Bericht der Europäischen Zentralbank (EZB) belaufen sich betrügerische Transaktionen auf 1,8 Milliarden € jährlich! Zum Glück gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich davor zu schützen. In einem ersten Schritt solltest du dich mit den gängigen Methoden vertraut machen, die von Kriminellen eingesetzt werden.

Du kannst schon einiges erreichen, indem du einfach aufmerksam bist und ein Gespür für solche Scams entwickelst. Bei den meisten betrügerischen Websites wird dir so automatisch auffallen, dass etwas nicht stimmt. Es gibt unzählige Formen von Online-Scams – wir haben hier 6 bekannte Methoden aufgelistet:

Im Jahr 2019 konnte der Onlinehandel allein in Europa einen beachtlichen Umsatz von 621 Milliarden € verzeichnen. Es ist also nicht überraschend, dass Kriminelle versuchen, Nutzen daraus zu ziehen – es ist schließlich ganz schön viel Geld im Internet unterwegs. Solche Online-Scams können die Form von betrügerischen Webseiten annehmen, die vorgeben, legitime Online-Shopping-Portale zu sein. Immer häufiger treten sie aber auch auf seriösen Angebotsseiten und Plattformen wie eBay, Facebook oder Instagram auf.

Beide Methoden verleiten eifrige Käufer zum Kauf von Waren, die es oft gar nicht gibt. Eine speziell zu diesem Zweck erstellte betrügerische Website wird so eingerichtet, dass sie wie ein echtes Geschäft aussieht – mit einer Auswahl an Artikeln, einem Warenkorb und einer Kasse.

Wie kannst du also herausfinden, ob es sich um einen Online-Scam handelt? Ein wichtiges Merkmal einer betrügerischen Website ist der Warnhinweis in der URL-Leiste, in dem steht: „Nicht sicher“. Dieser erscheint, wenn der Besitzer der Website kein SSL-Zertifikat erworben hat – das bedeutet, dass die Verbindung zwischen der Website und dem Besucher (also dir) angreifbar ist. Seriöse Online-Shops wissen, wie wichtig dieses SSL-Zertifikat für den Schutz von Kundendaten ist. Achte deshalb immer darauf, ob das Zertifikat vorhanden ist.

Phishing ist eine der häufigsten Formen des Online-Betrugs. Potenzielle Betrugsopfer erhalten eine E-Mail, eine SMS-Nachricht oder einen Telefonanruf, der augenscheinlich von der eigenen Bank oder einem bekannten Online-Shop stammt. Die Nachricht will dich in der Regel dazu bringen, deine persönlichen Daten weiterzugeben. Weitere Informationen zum Thema Phishing und zum Schutz vor dieser Betrugsmasche findest du in unserem ausführlichen Leitfaden.

Bekanntlich macht Liebe ja blind und Kriminelle haben Wege gefunden, das auszunutzen. Betrüger investieren oft viel Zeit und Geduld, um mit dieser Masche an persönliche Daten zu kommen – zum Beispiel über Dating-Apps oder soziale Medien. Und so funktioniert das Ganze: Der Betrüger gibt eine falsche Identität vor und erstellt ein attraktives Profil mit gestohlenen Fotos. Nachdem er Vertrauen zu seinem Opfer aufgebaut hat, denkt sich der Betrüger eine Geschichte aus – z. B. einen medizinischen Notfall oder Probleme im Geschäft. Dann bittet er das Opfer darum, ihm Geld zu schicken.

In den USA wird diese Form von Betrug zunehmend zu einem Problem. Die US-amerikanische Kartellbehörde Federal Trade Commission vermeldete im Jahr 2018 über 21.000 Fälle mit einem Gesamtschaden von 143 Millionen Dollar, verglichen mit 55 Millionen Dollar im Jahr 2015. Bei dieser Art von Verbrechen werden Opfern Beziehungen vorgetäuscht, was schwere Folgen für das seelische Wohlbefinden haben kann.

Die meisten Betrugsmaschen sind darauf ausgelegt, in potentiellen Opfern Emotionen zu wecken und die Fähigkeit, logische Entscheidungen zu treffen, außer Kraft zu setzen. Neben falschen Liebesversprechen ist das Ausnutzen von Empathie ein weiteres Beispiel für diese Methode – wie etwa bei gefälschten Spendenaktionen. In dieser Art von Betrug starten Kriminelle eine Online-Spendenaktion und hinterlegen sie mit einer rührseligen Geschichte, um an die Empathie der Menschen zu appellieren. Das gespendete Geld behalten sie dann natürlich selbst.

Dies ist einer der ältesten Tricks überhaupt und du hast ihn bestimmt auch schon gesehen. Man erhält eine E-Mail von einer Person, die um Hilfe bei der Überweisung von Millionenbeträgen bittet – oft in Euro, Dollar oder Pfund. Der Betrüger gibt vor, eine wohlhabende Person zu sein, die aufgrund schwieriger Umstände (z. B. Bürgerkrieg, Steuergesetz usw.) nicht auf ihr Geld zugreifen kann. Betrüger geben dabei sich oft als hochrangige Beamte, Erben oder sogar Prinzen aus und bieten dir riesige Geldsummen an – im Austausch gegen deine persönlichen Daten. Zum Glück ist diese Art von Betrug ziemlich leicht erkennbar. Es wäre ja ohnehin zu schön, um wahr zu sein.

Bei dieser Masche werden in der Regel gut bezahlte Stellen beworben, die mit sehr wenig Arbeitsaufwand verbunden sind. Kriminelle werben mit gefälschten Jobangeboten, um sich Menschen zu ködern, die auf Jobsuche sind. In der Hoffnung auf eine neue, gut bezahlte Stelle, rücken Opfer oft persönlichen Daten heraus – mit diesen Informationen können Betrüger dann auf verschiedene Konten zugreifen.

In der Vergangenheit war diese Betrugsform viel einfacher zu erkennen: Auf „Klicken Sie hier, um 1.000 € pro Tag zu erhalten, während Sie von zu Hause aus arbeiten. Und das ohne Vorkenntnisse!“ würde heute wohl kaum noch jemand reinfallen. Allerdings werden Kriminelle immer raffinierter und tummeln sich mittlerweile auch auf bekannten Jobplattformen wie LinkedIn herum. Gut formulierte Angebote können auf das ungeschulte Auge überzeugend wirken und sehr effektiv sein.

Jetzt hast du einen guten Überblick über bekannte Methoden, die Betrüger im Internet anwenden. Wie schützt du dich aber davor? Wir geben dir ein paar Tipps:

  • Informiere dich über Personen oder Unternehmen, die dich kontaktieren. Ganz egal, ob es sich um einen potenziellen Partner auf einer Dating-App, einen Recruiter bei LinkedIn oder den Vertreter einer Wohltätigkeitsorganisation handelt – eine kurze Überprüfung der Identität und Hintergründe kann aufschlussreich sein. Hinterfrage immer ihre Motive.

  • Gib deine persönlichen Daten nicht einfach so heraus. Sei immer äußerst vorsichtig, wenn dich jemand nach Zahlungsinformationen oder deinen persönlichen Daten fragt. Überlege dir, ob die Person oder das Unternehmen diese Informationen wirklich braucht.

  • Sei vorsichtig beim Online-Shopping. Unbekannte Website? Recherchiere sie lieber, bevor du etwas einkaufst, und überprüfe, ob die Zahlungsmethoden sicher sind. Online-Banken mit zusätzlichen Sicherheitsfunktionen bieten dir weiteren Schutz.

  • Überprüfe deine Datenschutzeinstellungen in sozialen Netzwerken. Wenn deine persönlichen Daten online leicht einsehbar sind könntest du schnell zur Zielscheibe von Kriminellen werden. Deshalb solltest du deine Einstellungen überprüfen und sicherstellen, dass deine persönlichen Daten nicht für jede und jeden zugänglich sind.

  • Nimm verdächtige Online-Angebote ganz genau unter die Lupe. Dazu gehören Stellenangebote, Rabattcodes, Reiseangebote, kostenlose Werbegeschenke oder ungewöhnlich hohe Rabatte auf teure Artikel.

Wenn du einen Online-Scam entdeckst – oder sogar befürchtest, selbst Opfer davon geworden zu sein – solltest du dies so schnell wie möglich den zuständigen Behörden melden. Falls Betrüger sich als Vertreter eines bekannten Unternehmens ausgeben, solltest du direkt das Unternehmen informieren – es liegt sicher in ihrem Interesse, der Sache nachzugehen. Wende dich außerdem an die für dein Land zuständige Behörde:


Bei N26 nehmen wir deine Sicherheit sehr ernst. Wir hoffen, dass dir dieser Artikel dabei hilft, Online-Scams leichter zu entdecken und dich so in Zukunft besser zu schützen. Falls du Fragen bezüglich der Sicherheit deines N26 Kontos hast, erfährst du hier mehr. Selbstverständlich ist auch unser Kundenservice immer für dich da!

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