16 April 2019Unternehmen

Jobscamming: Was N26 tut, um dich davor zu schützen und wie du dich selbst schützen kannst

Jeder vierte Fall von Cyberkriminalität richtet sich gegen Banken mit dem Ziel, Geld von ihren Kunden zu stehlen oder kriminell erworbenes Geld zu waschen. Sogenanntes „Social-Engineering“ wie Phishing oder Job-Scamming sind typische und weltweit immer häufiger vorkommende Methoden von Cyberkriminellen.

Wie gelangen Betrüger an persönliche Bankdaten?

Um Konten in fremden Namen zu eröffnen, erfragen Betrüger mit Hilfe von gefälschten Jobanzeigen persönliche Daten ihrer Opfer ab – im Glauben sich für einen Job bei N26 oder anderen Unternehmen zu bewerben. Wie auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) schreibt, erstellen Betrüger professionelle und täuschend echt aussehende Websites nach dem Vorbild bekannter Unternehmen. Auf diesen Seiten sollen die Bewerber an einem Online-Bewerbungsprozess teilzunehmen, bei dem sie aufgefordert werden, personenbezogene Daten preiszugeben und/oder Fotos ihres Personalausweises einzureichen. Die Daten werden dann von den Betrügern verwendet, um ein Bankkonto online unter dem Namen des Antragstellers zu eröffnen, jedoch mit den Kontaktdaten der Kriminellen zur weiteren Verwendung.

Im nächsten Schritt werden die Bewerber aufgefordert, sich an dem Video-Identifikationsverfahren einer Bank zu beteiligen. Zur Begründung wird der Antragsteller darauf hingewiesen, dass er eine Identitätsprüfung bei einer "Partnerbank" durchführen müsse, da ein persönliches Gespräch nicht möglich sei. Ein anderer Ansatz verspricht eine Stelle für Kandidaten, die einen "Test" beispielsweise der Qualität ihres Video-Identifikationsprozesses einer Bank vornehmen. Manche Betrüger geben sich dafür sogar als die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aus. Die Bewerber werden angewiesen, im Identifikationsprozess auch auf Nachfrage der Bank nicht zu verraten, dass es sich um einen "Test" handelt, und somit die Bank zu belügen. Auf diese Weise erstellte Konten können dann von den Betrügern für kriminelle Zwecke wie Marktplatz-Betrug oder Geldwäsche verwendet werden.

Wie N26 gegen Jobscamming vorgeht

Der Schutz vor Betrug ist eine Herausforderung für alle Banken. Wir tun unser Möglichstes dafür, den Schutz Deiner Identität und unserer Plattform sicherzustellen.

N26 arbeitet eng mit der deutschen Regulierungsbehörde zusammen und richtet sich nach den nationalen und internationalen regulatorischen Anforderungen der deutschen Geldwäscheverordnung.

Bei der Verifizierung von Kundendaten während des Registrierungsprozesses ist Sicherheit der Zweck des gesamten Prozesses. Deshalb setzen wir mehrere Sicherheitsstufen ein. Unsere internen Kunden-Teams werden regelmäßig nach den neuesten Standards geschult und verfügen über das Know-how zur Identifizierung und Verhinderung von Identitätsbetrug, Dokumentenmanipulationen und Betrugsfällen.

N26 hat Methoden entwickelt, die unsere mobile Bank durch Transaktionsüberwachung zunehmend sicherer gegen Betrug machen. Diese Überwachung wird von unseren erfahrenen Datenwissenschaftlern und Betrugsverhinderungs-Teams ständig weiterentwickelt. Darüber hinaus arbeitet ein spezialisiertes Team permanent an Programmen zur Identifikation und dem Umgang mit Risiken. Dieses Team analysiert auch jeden einzelnen Betrugsfall, um unsere Sicherheitsmaßnahmen kontinuierlich zu verbessern.

Wir arbeiten mit zertifizierten Partnern zusammen, die Verifizierungsverfahren durchführen, unsere Mitarbeiter aus- und weiterbilden und Qualitätskontrollprüfungen unserer Verifizierungsprozessen vornehmen. Darüber hinaus beschäftigen wir renommierte Finanzdienstleister, die für weitere führende Banken tätig sind und eng mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten.

N26 meldet schwerwiegende verdächtige Transaktionen außerdem unverzüglich an die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU), die dann in Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden die weitere Untersuchung verantwortet.

Wie „Social-Engineering“-Betrug erkannt werden kann

Cyberkriminalität ist etwas, worüber wir uns alle im Klaren sein müssen. Angebliche Jobangebote werden in Foren, Jobbörsen oder Mystery Shopper-Vermittlungsseiten veröffentlicht (Job-Scamming). Auch soziale Netzwerke werden dazu genutzt, ebenso wie gefälschte E-Mails oder Briefe angeblicher Personalvermittler. Aber es gibt Möglichkeiten, Job Scamming zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Jobs, an denen Du interessiert bist, auch tatsächlich existieren. Misstrauen ist angebracht, wenn

  • Dir eine Stelle oder ein Vorstellungsgespräch angeboten wird, ohne dass Du Dich beworben hast.
  • Du aufgefordert wirst, Geld zu überweisen oder Informationen wie Dein Kontopasswort, Deine Kreditkartennummer oder Deine PIN anzugeben.
  • Du nach persönlichen Daten wie Deiner Sozialversicherungsnummer, Steuernummer, Führerscheinnummer oder anderen unnötigen persönlichen Daten gefragt wirst.
  • Dir eine sehr großzügige Bezahlung für wenig Arbeit versprochen wird oder Gehalt und Jobdetails nicht präzise erklärt werden.
  • Dir gesagt wird, dass Du für Deine Ausbildung oder für eine Kreditauskunft im Rahmen des Bewerbungsprozesses bezahlen musst.
  • Du gebeten wirst, einen Scheck einzulösen und einen Teil des Geldes an einen Dritten zu überweisen.

Job Scammer bitten Bewerber auch, ihre Identität zu bestätigen oder ein Bankkonto bei N26 über einen Videoanruf bei uns zu registrieren. Daher solltest Du wissen, dass N26 nie die Identität von Personen im Auftrag von Arbeits- und Wohnungsunternehmen, Marktforschungsinstituten, Produkttestern oder Kreditvermittlern auf externen Websites überprüft. Wir überprüfen nur Kunden, die sich für ein N26 Bankkonto registrieren möchten. Wenn Du auf einen Dritten stößt, der Dich auffordert, ein Bankkonto bei N26 zu eröffnen, um Deine Identität zu überprüfen, handelt es sich um einen Betrugsversuch.

Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten, Betrug zu verhindern und Deine persönlichen und finanziellen Daten sicher aufzubewahren. Erfahre hier mehr darüber, wie Du Phishing-Angriffe und andere betrügerische Versuche erkennen kannst und erhalte praktische Sicherheitshinweise.

Wenn Du befürchtest, dass Du auf einen Betrug hereingefallen bist, melde ihn so schnell wie möglich der örtlichen Polizeidienststelle und informiere Deine Bank unverzüglich über den Vorfall, damit Dein Konto als Präventivmaßnahme gegen weitere Schäden gesperrt werden kann.

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