Frau alleine auf einem Bergvorsprung.

Romance-Scam: Was es ist und wie man es erkennt

Romance-Scam ist eine der sich am schnellsten verbreitenden Betrugsformen. In diesem Artikel erklären wir dir, wie man Beziehungsbetrug erkennt und geben dir Tipps, wie du dich davor schützen kannst.

Lesezeit: 5 Min.

Romance-Scam: Was es ist und wie man sich dagegen wehrt

Hast du schon einmal von Romance-Scam gehört? Dabei handelt es sich um eine der wohl grausamsten Formen des Betrugs, da sie nicht nur beachtliche finanzielle Schäden anrichten kann (allein über 4 500 000 € im Laufe eines einzigen Jahres in Italien), sondern auch dramatische Auswirkungen auf den Gemütszustand und das seelische Wohlbefinden der Opfer hat, die durch die emotionale Manipulation gleich zweifach geschädigt werden – sowohl psychisch als auch wirtschaftlich. 

Die Opfer von sogenanntem „Beziehungsbetrug“ werden auf den sozialen Medien von unbekannten Verehrern (oder Verehrerinnen) kontaktiert, die nach und nach versuchen, eine romantische Beziehung und ein Vertrauensverhältnis zu ihnen aufzubauen. Dabei werden häufig Personen als Ziel ausgewählt, die gerade einen emotional belastenden Lebensabschnitt durchlaufen oder sich einsam fühlen. Die Opfer sind meist Frauen, normalerweise aus der Altersgruppe um die 50, obwohl Männer selbstverständlich ebenfalls betroffen sind.

In diesem Artikel erklären wir dir die Dynamiken von Romance-Scamming genauer und geben dir obendrein Ratschläge, wie du dich vor dieser Form des Betrugs schützen kannst.

Romance-Scam erklärt

Um zu verstehen, wie sich Beziehungsbetrug erkennen und vermeiden lässt, muss man zunächst begreifen, wie er funktioniert. Romance-Scam ist eine Form des Online-Betrugs, bei dem die Täter ihre Opfer dazu bringen, ihnen aus freien Stücken teils beachtliche Geldsummen zu überweisen. Zu diesem Zweck bauen die Täter im virtuellen Raum eine echte romantische Beziehung zu ihren Opfern auf, die als Werkzeug für emotionale Manipulationstaktiken dient.

Laut einem Bericht der italienischen Postpolizei (Polizia postale) sind die häufigsten Opfer Personen, die gerade eine gescheiterte Liebesbeziehung hinter sich haben. Sie haben häufig Kinder und befinden sich wirtschaftlich und beruflich in einer Situation, die sie für Betrüger interessant macht. Männer werden hierbei meistens erpresst, indem man sie zunächst dazu verleitet, sexuell explizites Material zu teilen, und sie dann damit bedroht, dieses zu veröffentlichen, wenn sie nicht zahlen. Diese Praxis wird auch als Sextorsion bezeichnet. Frauen hingegen lassen sich häufiger von der Hoffnung auf eine leidenschaftliche Liebesbeziehung verführen.  

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Formen des Beziehungsbetrugs

Die Zahl der Fälle von Beziehungsbetrug nimmt derzeit exponentiell zu, und zwar nicht nur in Italien, sondern auf der ganzen Welt: Schon 2019 war es zu einem sprunghaften Anstieg der Fälle von Romance-Scam gekommen, die von der Elfenbeinküste ausgingen. Die hierbei zum Einsatz kommenden Strategien sind im digitalen Raum weit verbreitet und folgen wiederkehrenden Mustern.

Die Betrüger agieren online. Zu ihren bevorzugten Kanälen zählen soziale Medien wie Facebook, Skype oder Twitter, obwohl die am häufigsten verwendeten Plattformen zum Ausfindigmachen von Opfern immer noch Online-Partnerbörsen sind. Beziehungsbetrüger im Internet wählen ihre Ziele so gut wie nie aufs Geratewohl aus, sondern identifizieren anhand einer ausgefeilten Methode zunächst das „perfekte“ Opfer, über das sie dann online so viele Informationen wie möglich sammeln. Auf diese Weise können sie später beim Gespräch mit dem Opfer kurzerhand ungeahnte Gemeinsamkeiten und geteilte Interessen erwähnen, die der „zufälligen“ Begegnung eine noch schicksalhaftere Note verleihen. 

Cyberkriminelle geben sich häufig als interessante Persönlichkeiten aus, z. B. angebliche Unternehmer, Erben oder Soldaten im Einsatz in Kriegsgebieten. Den Opfern wird so vorgegaukelt, es handle sich bei ihnen um Individuen ohne besondere Bindungen, die bereit sind, eine ernste und langfristige Beziehung einzugehen. 

Die Betrüger überlassen nichts dem Zufall und erschaffen ihre digitalen Identitäten oft mit einem bemerkenswerten Händchen für Details. Zunächst wird auf den sozialen Medien ein dichtes Netz von Freundschaften geknüpft, um keinen Verdacht zu erregen. Das eigene Profil wird mit ausgewählten, von anderen Nutzern gestohlenen Bildern versehen, die dazu dienen, ein glaubwürdiges Narrativ aufzubauen. 

Die Menge der ausgetauschten Nachrichten ist anfänglich nicht zu groß, da die Betrüger sonst zu aufdringlich wirken und beim Opfer Verdacht erregen könnten. Ein erfolgreicher Betrüger tastet sich langsam an sein Ziel heran, intensiviert den Kontakt Schritt für Schritt und streut immer mehr auf das Opfer zugeschnittene persönliche Details in die Konversation ein, um ganz allmählich das angestrebte Vertrauensverhältnis aufzubauen.

Ist die innige virtuelle „Freundschaft“ erst aufgebaut, beginnen die Betrüger, Geld zu verlangen. Meist wird zu diesem Zweck eine Reihe von Rechtfertigungen erfunden, wie schwere gesundheitliche Probleme, die Finanzierung einer Reise, um das Opfer persönlich kennenzulernen, oder der Kauf eines gemeinsamen Hauses. Zu diesem Zeitpunkt ist das Opfer bereits emotional von der Beziehung und den Nachrichten des Betrügers abhängig und glaubt, dass die Person auf der anderen Seite der Leitung echte Gefühle hegt und das Geld wirklich benötigt, weshalb es auch prompt überwiesen wird. Sobald die Täter das Geld erhalten haben, verschwinden sie spurlos und brechen jeden Kontakt zu ihren Opfern ab, die das finanzielle und emotionale Nachsehen haben.

Folgen eines Beziehungsbetrugs und Ratschläge, um sich dagegen zu wehren

Die wirtschaftlichen und emotionalen Folgen eines Beziehungsbetrugs zu verarbeiten, kann sehr anstrengend sein. Die Opfer sehen sich aus heiterem Himmel mit der schmerzhaften Erkenntnis konfrontiert, nicht nur belogen, sondern auch emotional hintergangen worden zu sein. So entsteht bei ihnen der Eindruck, dass sie keine ehrliche Aufmerksamkeit verdient hätten, was es umso schwieriger macht, um Hilfe zu bitten oder Anzeige zu erstatten, sowohl aus Scham als auch aus Unwissenheit darüber, wie in einem solchen Fall vorzugehen ist. 

 Unsere Ratschläge zur Vermeidung von Beziehungsbetrug:

  • Suche im Internet nach einer Liste betrügerischer Seiten, auf denen es häufig zu Betrugsversuchen kommt.
  • Überprüfe immer den Namen und die Profilbilder von Personen, die dich kontaktieren, und stelle sicher, dass sie nicht bereits von anderen Nutzern gemeldet worden sind.
  • Informiere dich über typische Betrugstaktiken auf Instagram und Facebook.
  • Misstraue allen, die in gebrochenem Italienisch kommunizieren.
  • Misstraue allen, die beharrlich Geld verlangen.
  • Melde solche Fälle den Behörden und überweise niemals Geld an Personen, die du nicht persönlich kennst.

Die Herangehensweise der Betrüger während der ersten Phasen, die dem eigentlichen Betrug vorausgehen, ist regelrechte Spionagearbeit, deren Zweck darin besteht, sich persönliche Daten anzueignen. Aus diesem Grund ist es äußerst wichtig, die eigene digitale Identität zu schützen und immer im Blick zu behalten, wer Zugang zu unseren persönlichen Informationen haben könnte.

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