CGO Alexander Weber.

CGO Alexander Weber über Beruf und Berufung eines Unternehmers

Unser Chief Growth Officer, Alexander Weber, ist seit fast acht Jahren bei N26. Erfahre von ihm, wie er sich für ein Wirtschaftsstudium entschloss und worum sich das Leben eines Unternehmers dreht.

Lesezeit: 8 Min.

Als Alexander Weber, Chief Growth Officer bei N26, bereit war, zur Universität zu gehen, wusste er schon, dass er Wirtschaft studieren möchte. Seine Erfahrungen an der Wirtschaftsuniversität Wien sowie sein Auslandssemester an der University of New South Wales in Sydney sollten ihn nicht nur für seine Karriere bei N26 inspirieren, sondern auch sein Engagement für Unternehmergeist im Beruf und als Berufung anspornen: “Für mich bedeutet Unternehmergeist eine Möglichkeit, tiefgreifenden gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen, neue Denkweisen, die Lösungen mit Hilfe von Technologie finden, und eine Möglichkeit für Menschen, die dabei wirklich etwas ändern möchten.“ 

Wir haben uns mit Alex getroffen, um mit ihm darüber zu sprechen, welche Erkenntnisse er als Student an der Universität gewonnen hat, und warum er meint, dass es so wichtig ist, sich mit anderen wissensdurstigen und motivierten Menschen zu umgeben. Unser Interview wurde für eine bessere Lesbarkeit bearbeitet und ins Deutsche übersetzt. 

Kannst du uns zuerst ein wenig über dich selbst erzählen? 

Klar, mein Name ist Alex und ich bin in Wien, in Österreich, geboren und aufgewachsen. Meine Mutter kommt aber aus Neuseeland, also hatte ich dorthin viele Verbindungen, aber auch nach Australien. Deshalb habe ich versucht, so viel Zeit wie möglich dort zu verbringen. Noch während meiner Schulzeit habe ich ein halbes Jahr in Neuseeland verbracht und als ich studierte, war ich ein Semester in Sydney. Ich erwähne das, weil ich nämlich in Sydney zum ersten Mal erfuhr, was ein Startup ist – und, ehrlich gesagt, hat das meine Leidenschaft für den Unternehmergeist geweckt. Zu dieser Zeit wurde in Österreich ein viel traditionellerer Geschäftsansatz verfolgt. Es war also in Sydney, wo mir bewusst wurde, dass es da draußen noch einen anderen Ansatz gibt, der mich sehr ansprach. 

Wann wusstest du, dass du Wirtschaft studieren möchtest?

Im Grunde gibt es zwei Arten von Menschen, die Wirtschaft studieren: diejenigen, die eigentlich nicht wissen, was sie machen wollen und dann schließlich in einer Business School enden, weil ihnen nichts Besseres eingefallen ist. Und dann gibt es die Menschen, die ihre Berufung bereits gefunden hatten, bevor sie zur Uni kamen. Ich hatte großes Glück, denn als ich mit 15 Jahren an einem Austauschprogramm in Neuseeland teilnahm, gab es dort einen fantastischen Wirtschaftslehrer, der mich wirklich dazu inspirierte, Wirtschaft zu studieren. Er war ein richtiger Geschäftsmann und hat uns viele Geschichten aus seinem Leben erzählt – man konnte seine Begeisterung für das Thema wirklich spüren. Als es dann soweit war, zur Universität zu gehen, hatte ich mich schon entschieden, Wirtschaft zu studieren.

Du hast auch an Schwimmmeisterschaften teilgenommen. Kannst du uns etwas über die Parallelen erzählen, die du zwischen Sport und Unternehmergeist ziehst?Ich kann mir vorstellen, dass du dabei eine Menge gelernt hast – bei Leistungssport geht es um große Ambitionen und Selbstdisziplin.

Selbstverständlich. Es ist Arbeit, es ist Disziplin, aber für mich war es noch etwas mehr. Einige denken, dass Leistungssportlerinnen und Leistungssportler einfach nur besser sein wollen als die anderen. Aber für mich geht es in erster Linie darum, gegen mich selbst anzutreten, eine neue Bestzeit aufzustellen usw. Diese Idee, jeden Tag besser zu werden, ist etwas, wofür ich brenne. Dazu gehört auch, dass ich jeden Tag darüber nachdenke, wie ich eine bessere Führungskraft werden kann, wie ich mich bei meiner Arbeit verbessern kann und so weiter. Dieser Fokus auf Selbstreflektion, Selbstoptimierung und Arbeitsmoral – den habe ich durch das Schwimmen gelernt. 

Kannst du uns mehr von deiner Universitätslaufbahn erzählen? Du bist an die Wirtschaftsuniversität Wien (WU) gegangen. An was erinnerst du dich besonders gerne?

Die WU ist eine der größten Universitäten in Österreich und eine äußerst renommierte Business School in Europa. Demnach wollen viele dort studieren. Es gibt also nicht nur eine kleine Gemeinschaft von Wirtschaftsstudierenden, sondern Tausende, die Fuß fassen und Kontakte knüpfen möchten. Ich hatte jedoch Glück, denn ich war in einem Förderprogramm, das Top League hieß. Studierende lernten hohe Standards kennen und man konnte sich mit gleichgesinnten Menschen treffen, die sich für Wirtschaft interessierten. Es gab Veranstaltungen außerhalb des Lehrplans, bei denen sich Menschen aus verschiedenen Branchen trafen, die einem die Arbeit in ihrem Bereich erklärten. Dafür bin ich sehr dankbar, auch weil ich einige meiner heute besten Freunde damals dort kennengelernt habe. Ohne Top League wäre ich praktisch gar nicht zu N26 gekommen, denn denjenigen, der mich auf diese Gelegenheit aufmerksam gemacht hat, hatte ich im Programm kennengelernt. 

Als die Kurse in meinem Programm immer mehr in die Tiefe gingen, gab es auch einen Kurs über internationale Wirtschaft, den ich sehr interessant fand. Ich lernte, was es bedeutet, ein internationales Unternehmen zu leiten – und das stellt jetzt hier bei N26 den Großteil meiner Arbeit dar. 

Du hast erwähnt, welche Erfahrungen du im Ausland gemacht hast, als du in Sydney studiert hast. Kannst du uns ein wenig mehr dazu erzählen und darüber, wie das deine globale Sicht auf Wirtschaft und Unternehmergeist beeinflusst hat?

Selbstverständlich. Ich würde jedem Studenten empfehlen, einige Zeit im Ausland zu verbringen. Da wir ja in einer derart internationalen Welt leben, sind Auslandserfahrungen sehr wichtig. Die Menschen, die ich in Sydney getroffen habe, die der Unternehmergeist begeisterte, folgten ihrer inneren Motivation und glaubten wirklich an das, was sie taten. Genau in dieser Zeit entschloss ich mich, eines Tages meine eigene Firma zu gründen. Ich habe zwar darüber nachgedacht, sofort ein Geschäft aufzuziehen, sah aber auch ein großes Potenzial darin, mich früh einem Team anzuschließen. Das war für mich der erste Schritt meiner Vision, die auf einen langfristigen Unternehmergeist setzt. Damals wurde ich den Gründern hier bei N26 vorgestellt und trat 2014 ihrem kleinen Team bei. 

Genau, du warst einer der ersten Angestellten bei N26. Warum war das Unternehmen für dich attraktiv?

Als ich von der Gelegenheit bei N26 erfuhr, arbeitete ich gerade in meinem letzten Semester mit drei meiner Kommilitonen an einer eigenen Startup-Idee. Damals war ich gerade aus Australien zurückgekommen und war frustriert – jeder in Sydney war so motiviert und versuchte, die Welt zu ändern. Als ich nach Wien zurückkam, fand ich nicht viele Gleichgesinnte. Aber was Max und Valentin, die Gründer, über N26 dachten, war die verrückte Variante einer mutigen Vision: ein kleines Startup mit nur fünf Mitarbeitern, die sagten, sie würden die Bankenbranche revolutionieren. Ich fand es toll, wie großartig diese Vision war, denn das war genau der Geist, den ich in Sydney kennengelernt hatte. Die Entscheidung, an Bord zu kommen, war einfach. 

Kannst du uns ein bisschen mehr über deine Rolle erzählen? 

Sicher. Die letzten drei Jahre war ich Chief Growth Officer. Zu meiner Rolle gehört das Thema Internationalisierung, nicht nur das Erschließen neuer Märkte, sondern auch die Zusammenarbeit mit den Marketingteams vor Ort in unseren vorhandenen Märkten, in denen wir unser Geschäft lokal vorantreiben möchten. Außerdem bin ich für unsere internationalen Marketing-Projekte verantwortlich. Beim Marketing zählt für mich die Vorstellung von allgemeinen, fachübergreifenden Fähigkeiten – ein Gleichgewicht zu finden zwischen der Neugier auf die Marke und einem datenbasierten Ansatz. Auch wenn ich von der analytischen Seite komme, versuche ich immer, diese beiden Aspekte zu verbinden.

Welche deiner Fähigkeiten, die du bei deiner Arbeit einsetzt, hast du von der Universität mitgenommen?

Das ist eine echt interessante Frage. Für mich war es in meiner Zeit an der Universität am wichtigsten, dass ich von Menschen umgeben war, die wissensdurstig waren. Das habe ich sehr geschätzt. Du bekommst dauernd Input aus verschiedenen Perspektiven und Hintergründen, was wiederum deine Einstellung ändert. Du lernst, offen zu sein. Eigentlich lernst du all die Dinge, die du für deine eigene Entwicklung brauchst. Durch meine Arbeit in einer Umgebung mit internationalen Menschen und gelebter Vielfalt habe ich sehr viel über meine Soft-Skills gelernt. Dazu zählen selbst Dinge wie meinen Tagesplan aufzustellen. Als ich meinen Abschluss machte und nebenher an anderen Projekten arbeitete, habe ich wirklich gelernt, Prioritäten zu setzen.

Welche Ratschläge gibst du den Wirtschaftsstudierenden von heute? 

Man hat eine falsche Vorstellung über Menschen, die Wirtschaft studieren. Man meint, sie gründen mitten aus dem Schlafsaal ihre Firma, werden dann diese großen Unternehmer und denkt, dass so Unternehmergeist funktioniert. Aber für mich ist Unternehmergeist eine langfristige Aufgabe. Angehende Ärzte erwarten ja auch nicht, dass sie nach zwei Jahren ihre erste große Operation haben – sie nehmen an, dass sie mindestens zehn Jahren brauchen, um ihre Fähigkeiten so weit zu entwickeln. Trotzdem verfallen viele junge Unternehmerinnen und Unternehmer dieser Idee, einfach eine Firma zu gründen und sechs Monate später der Chef dieses großen Erfolgsunternehmens zu sein. Wenn sie nicht gleich nach der Schule etwas auf die Beine stellen, geben sie meist auf und arbeiten lieber für ein großes Unternehmen. 

Ich denke aber, dass du deine Karriere als Unternehmer nicht unbedingt als Gründer beginnen musst. So wie ich das sehe, ist eine Firma zu gründen eines der schwierigsten Ziele, die man verfolgen kann. Du musst lernen, zu wachsen und dich anzupassen – es ist eine Reise, auf der du tausend Fähigkeiten brauchst. Deshalb glaube ich nicht, dass man gleich ein Gründer sein muss, um langfristig Unternehmer zu werden. Das sehe ich jetzt, nach fast acht Jahren, die ich in einem Startup gearbeitet habe. Ich bin nicht der Gründer von N26, aber ich würde behaupten, dass ich heute eine viel größere Chance hätte, erfolgreich eine Firma aufzubauen, als damals direkt nach der Universität.

Von N26

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