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Strategy and Ops Associate Stephan Schulz erzählt, wie sein Studium sein Leben beeinflusst hat

Unser DACH Strategy and Operations Associate erzählt uns von den Kursen seines Studiums, die ihn geprägt haben, und erklärt, warum es so wichtig ist, Beziehungen aufzubauen und neugierig zu bleiben.

Lesezeit: 8 Min.

Stephan Schulz hat früher davon geträumt, mit Robotern zu arbeiten oder Tontechniker zu werden. Aber seine Mutter bemerkte sein Händchen für Zahlen und nannte ihn immer den Finanzminister der Familie. Wieso? Alles begann damit, dass Stephan einem Familienmitglied etwas von seinem hart verdienten Geld lieh. “Früher habe ich mir durch kleinere Aufgaben etwas Geld dazu verdient. An Geld zu kommen, bedeutete also immer Arbeit für mich“, erinnert er sich. “Mein Vater hat sich manchmal Geld geliehen, um Eis zu kaufen, und ich habe ihm gesagt, dass er es sofort zurückzahlen muss. Aber mein Vater war nicht immer gut darin, seine Schulden zu begleichen. Also sagte ich ihm, dass ich Zinsen verlangen würde, weil es so lange dauert.“

Stephan nutzte seine Liebe zu Zahlen und kombinierte sie mit Wirtschaft und Psychologie. Er machte an der SRH Berlin University of Applied Sciences einen Bachelor-Abschluss in Wirtschaftspsychologie. Danach schloss er an der London School of Economics and Political Science einen Master in Wissenschafts-, Organisations- und Sozialpsychologie ab. Heute arbeitet Stephan bei N26 im Bereich Strategy and Operations für die Märkte Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wir haben uns mit ihm zusammengesetzt, um über seinen beruflichen Werdegang und sein Studium zu sprechen. Dieses Interview wurde ins Deutsche übersetzt und für eine bessere Lesbarkeit bearbeitet und gekürzt.

Erzähle uns ein wenig über dich selbst. Woher kommst du und was ist deine Aufgabe bei N26?

Ich arbeite in dem Growth Department von N26, genauer gesagt in der DACH-Abteilung, und kümmere mich um den Bereich Strategy and Operations. Ich arbeite seit über zweieinhalb Jahren bei N26, davon zwei Jahre in dieser Position. Ich wurde in Freilassing in Bayern geboren und bin teilweise dort aufgewachsen, aber wegen der Arbeit meines Vaters lebte ich eine Zeit lang in Äthiopien und habe dann ein Jahr in Saudi-Arabien verbracht. Dann kam ich nach Deutschland zurück und machte mein Abitur in Bayern, bevor ich zum Studium nach Berlin zog.

Wo hast du dein Studium absolviert und was hast du studiert?

Schon während des Abiturs habe ich mich mit vielen Wirtschaftsthemen beschäftigt. Mir war also früh klar, dass ich an der Uni etwas mit Wirtschaft machen wollte. Aber ich wollte mich auf Marketing konzentrieren, und so bin ich auf das Programm der Berlin University of Applied Sciences, einer kleinen privaten Hochschule in Berlin, gestoßen. Die Hochschule ist Teil der SRH, einem Gesundheits- und Bildungsunternehmen, das nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurde, um die Menschen wieder an das Arbeitsleben heranzuführen. Dort habe ich Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie studiert. Das war auch Bestandteil meines Masters, mit einem Schwerpunkt auf Organisationsverhalten und Verhaltensökonomie.

Das Studium ist für viele von uns eine prägende Zeit. Kannst du uns von deinen Erfahrungen erzählen? Gibt es bestimmte Geschichten, Ereignisse oder Beziehungen, die dir im Gedächtnis geblieben sind?

Ich habe an der SRH wirklich geschätzt, dass man nicht in diese großen Vorlesungen mit 800 Leuten gesteckt wurde. Es waren etwa 30 Personen pro Kurs, dadurch war der Unterricht viel individueller und das führte dazu, dass wir uns leicht mit anderen austauschen und wirklich jeden im Kurs kennenlernen konnten. So kam ich mit Leuten in Kontakt, die später meine Freunde wurden – eine sehr wertvolle Erfahrung. Das ist der Grund, warum ich mit vielen Leuten, mit denen ich in Berlin studiert habe, immer noch zu tun habe.

Du hast deinen Master-Abschluss an der London School of Economics gemacht. Kannst du uns ein bisschen von deinen Erfahrungen erzählen?

Die LSE ist eine sehr renommierte Universität, was schon ein wenig einschüchternd sein kann. Plötzlich ist man nicht mehr die klügste Person im Raum, sondern nur noch eine von vielen. Aber das Niveau der Gespräche war beeindruckend. Alle waren sehr motiviert, informiert und engagiert, so eine Energie hatte ich noch nie erlebt.

Und die Gespräche wurden auch außerhalb des Unterrichts fortgesetzt, was ich unglaublich bereichernd fand. Nach den Vorlesungen gab es Diskussionen, man traf sich in der Kneipe auf einen Drink und sprach über das, was man tagsüber gelernt hatte. Wir reflektierten ständig über die Themen, die wir im Studium behandelten. 

In welchem Kurs an der Universität hast du am meisten gelernt, und wie hat er die Person geformt, die du heute bist – sowohl beruflich als auch privat?

Einer der wichtigsten Kurse, den ich im vierten Semester meines Studiums belegte, hieß “Politik und Wirtschaft“. Den fand ich super interessant, weil Politik und Wirtschaft aus einer historischen Perspektive betrachtet wurden, unter Berücksichtigung all der verschiedenen Entwicklungsvorstellungen und philosophischen Ideen, die beeinflusst haben, wie Gesellschaften funktionieren.

Auch die Vorlesungen an der LSE waren super interessant. Ich erinnere mich an ein Buch mit dem Titel “Psychologie des Wirtschaftslebens“, in dem es im Wesentlichen um Verhaltensökonomie ging. Es befasst sich mit den Arbeiten verschiedener Ökonomen und Philosophen, jedoch aus einer psychologischen Perspektive. Wir haben uns zum Beispiel mit der Wirtschaftstheorie von Keynes befasst, uns aber auf die psychologischen Ideen konzentriert, die sie geformt haben. Das war für mich so neu.

Erzähle uns ein wenig über deinen beruflichen Werdegang nach dem Studium und wie du zu N26 gekommen bist.

Zwischen meinem Bachelor- und Masterstudium habe ich für eine Beratungsfirma namens KPMG gearbeitet. Nach meiner Rückkehr aus London wollte ich meine Beratertätigkeit fortsetzen. Aber während ich mich um Stellen bewarb, schlug mir ein Freund, der bei N26 arbeitete, vor, mich dort zu bewerben. So begann ich dann mit einem Praktikum im Operations Department, während ich mich weiterhin bei Beratungsunternehmen bewarb.

Im März 2020 stellten die Beratungsunternehmen, mit denen ich im Gespräch war, ihre Bewerbungsverfahren dann wegen der Pandemie ein. Aber zu diesem Zeitpunkt war mir bereits klar geworden, dass ich N26 nicht verlassen wollte. Ich wechselte auf eine andere Position, die es mir ermöglichte, dieselben Probleme mit einem anderen Blickwinkel zu betrachten, was mir wirklich Spaß macht. Und im September 2020 bin ich dann Vollzeit eingestiegen und habe es nie bereut.

 Wie sieht ein typischer Tag in deinem Job aus?

Im Bereich Strategy and Operations versucht man, immer den Überblick zu behalten. Wir müssen sicherstellen, dass in Deutschland, Österreich und der Schweiz alles reibungslos abläuft und dass nichts den normalen Geschäftsbetrieb stört. Wir analysieren auch, welche Möglichkeiten wir haben, wie die Konkurrenz aussieht, was neue Kunden wollen, welche allgemeinen Trends wir auf den Märkten sehen und so weiter.

Wir suchen auch nach Verbesserungsmöglichkeiten, sei es zur Kostensenkung oder zur Verbesserung der Erfahrungen, die Kunden mit dem Produkt machen. Konkret bedeutet das, dass wir viele Datenanalysen durchführen müssen, bei denen ich meine Kenntnisse aus dem Studium einbringen kann.

Erzähle uns mehr davon! Wie nutzt du die im Studium erworbenen Fähigkeiten für deine derzeitige Tätigkeit – technische Fähigkeiten oder Soft Skills wie Kommunikation und Teamwork?

Statistik ist eine Fähigkeit, die ich ständig benutze. Da wir so viele Datenanalysen durchführen, ist es sehr nützlich, ein solides statistisches Fundament zu haben. Es ist auch sehr wertvoll, dass ich R beherrsche, das ist eine Programmiersprache für statistische Analysen. Das sind die Hard Skills, die ich täglich anwenden kann.

Was die Soft Skills angeht, erinnere ich mich an einen Podcast, in dem gesagt wurde, dass eines der Dinge, die wir an der Universität lernen, die Fähigkeit ist, wie wir mit anderen Menschen auskommen und mit ihnen zusammenarbeiten. Egal ob es darum geht, konstruktiv mit anderen zu kooperieren, Empathie zu zeigen oder herauszufinden, wie wir unsere Fähigkeiten am besten einsetzen können. Es geht immer darum, wie wir uns gegenseitig auf eine Art unterstützen können, um voneinander zu profitieren.

Besonders bei N26, einem Unternehmen, das enge Beziehungen zwischen den Mitarbeitenden fördert, findet man immer Leute, die mehr Freunde als Kollegen sind. Das ermöglicht es einem, sich nicht nur auf das Berufliche zu beschränken, sondern auch zu verstehen, dass es sich um echte Menschen und nicht nur um menschliche Ressourcen handelt. Und ich glaube, die Grundlage dafür wurde an der Universität gelegt.

 Welche Lehren hast du aus deiner Zeit an der Universität gezogen?

 Also eine der Eigenschaften, die mir sehr am Herzen liegt und die ich so oft wie möglich zu nutzen versuche, ist meine Neugierde. Dank der Neugierde entdecke ich nicht nur neue Themen, sondern entwickle auch Empathie. Wenn du nicht neugierig bist, stellst du keine Fragen, also lernst du andere Menschen nicht kennen. Neugierde erfordert ein gewisses Maß an Offenheit und die Bereitschaft, sich zu irren.

Hast du für derzeitige Studierende irgendwelche Tipps?

Studieren und gute Noten zu bekommen ist wichtig, aber man muss das richtige Gleichgewicht finden und darf natürlich Spaß haben, neue Bekanntschaften und unvergessliche Erfahrungen machen. Ich persönlich habe wahrscheinlich ein bisschen zu viel Zeit damit verbracht, mich auf meine Noten zu konzentrieren, anstatt mit Leuten auszugehen und Freundschaften zu schließen. Letztendlich kann man nicht alles wissen, aber wenn man Menschen um sich hat, die Dinge wissen, die man selbst nicht weiß, ist es einfacher, etwas zu erreichen.

So gesehen, werden die Menschen, die man an der Universität kennenlernt, dich hoffentlich für den Rest deines Lebens begleiten. Außerdem können diese Beziehungen der Beginn von etwas Großem sein. Ich weiß nicht, wie viele Unternehmen aus der Universität heraus gegründet werden, aber aus dieser Perspektive scheint die Universität ein großartiger Ort für einen Beginn zu sein. Das ist also mein wichtigster Ratschlag: Auch wenn deine Noten nicht die besten sind, genieße einfach die Zeit, und sorge dafür, dass ein gesundes Gleichgewicht zwischen beiden Seiten besteht.

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Von N26

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