Unser Kampf gegen Finanzkriminalität im digitalen Zeitalter

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Mit Beginn der Covid-19-Pandemie hat sich auch das Konsumverhalten drastisch geändert – für viele ist das Thema Online-Shopping in Zeiten des Lockdowns immer wichtiger geworden. Zeitgleich haben Betrüger ihre Vorgehensweise angepasst und kriminelle Aktivitäten finden vermehrt im Internet statt. Online-Betrug entwickelt sich kontinuierlich als Bedrohung weiter und verlangt von allen Finanzinstitutionen eine schnelle Reaktion zum Schutz Ihrer Kunden. Konsumenten sind insbesondere online besonders anfällig für neue Betrugsarten, da Betrüger täuschend echte Webseiten generieren. 

Was heißt das für Banken und für ihre Kunden? In den letzten Jahren gab es für alle Banken eine große Herausforderung im digitalen Umfeld: Kontoeröffnungen mit sogenannten “Fake-IDs”, also gefälschten Ausweispapieren und Daten. N26 hat wie viele andere Banken darauf reagiert und Maßnahmen implementiert, mit denen eine solche Verifizierung für eine Kontoeröffnung nicht mehr möglich ist. Betrüger haben sich darauf mittlerweile eingestellt und bringen Einzelpersonen entweder dazu, ihre Daten und Identität durch Scamming und gefälschten Jobanzeigen preiszugeben, oder kaufen diese bei anderen Kriminellen.

Diese kriminellen Trends frühzeitig zu entdecken und zu bekämpfen ist eine Aufgabe, die von uns einen kontinuierlichen Fokus verlangt. Um auch für die Zukunft gut aufgestellt zu sein, haben wir uns deshalb zu zahlreichen Maßnahmen verpflichtet. Für N26 hat das Thema Sicherheit immer oberste Priorität. Wir wissen, dass die Einhaltung hoher Sicherheitsstandards die Basis für das Vertrauen ist, das uns Millionen Kunden jeden Tag entgegenbringen.

Die Grundlage für alle Maßnahmen bildet unsere deutsche Banklizenz, durch die wir genau denselben regulatorischen Vorgaben unterliegen wie traditionelle Banken und die uns zu entsprechend hohen Standards verpflichten. Wir sind uns bewusst, dass die Einhaltung dieses Standards und der Vorgaben zur Geldwäschebekämpfung die Voraussetzung für Vertrauen in unsere Industrie und ein hohes Sicherheitsgefühl unserer Kunden bilden. Um den globalen Anstieg von Online-Betrug schnell und umfassend zu bekämpfen, haben wir bereits effektive Maßnahmen eingeführt und umgesetzt.

Der Aufbau eines Teams von Experten

Bereits lange vor meinem Eintritt bei N26 wurden wichtige Schritte unternommen, um ein Expertenteam aufzubauen. Ein Meilenstein war der Beitritt unseres Chief Banking Officers Thomas Grosse ins Führungsteam im Jahr 2019. Er wurde mit der Aufgabe betraut, klare Governance-Strukturen zwischen der N26 Bank und der N26 Gruppe zu schaffen. Eine der ersten Schwerpunkte seiner Arbeit: Das Aufsetzen von effektiven und effizienten Strukturen für den Bereich Anti-Financial Crime (AFC) und Geldwäschebekämpfung sowie das Einstellen entsprechender Spezialisten.

Thomas hat langjährige Erfahrung und große Expertise in zwei Bereichen, die auch für den Erfolg von N26 entscheidend sind: Banking und Technologie. Vor N26 war er unter anderem Industry Leader Banking bei Google Deutschland und dort verantwortlich für die Kooperationen mit deutschen Banken und Fintechs. Außerdem war er stark involviert bei der Markteinführung von Google Pay. Zuvor war er Director für Privat- und Geschäftskunden bei der Deutschen Bank. Zu Beginn seiner Karriere hat er als Consultant bei McKinsey für Kunden aus dem Banken- und Versicherungsgeschäft gearbeitet.

Im Jahr 2020 trat ich N26 bei, um meine langjährige Erfahrung und mein breites Fachwissen in den Bereichen Compliance und der Bekämpfung von Finanzkriminalität einzubringen – Themen, denen ich mich bereits seit 20 Jahren widme.  Seit dem Studium beschäftige ich mich mit den Themen Compliance und Geldwäscheprävention: Dazu gehört auch meine Doktorarbeit an der Universität Bielefeld zum Thema “e-Money Laundering”, die sich unter anderem mit Maßnahmen zur Verhinderung von Finanzkriminalität bei digitalen Zahlungen befasst. Seit 2003 habe ich verschiedene leitende Positionen  im Compliance-Bereich bei großen international tätigen Banken innegehabt, darunter die frühere WestLB, Commerzbank und J.P. Morgan. Dort habe ich marktführende Compliance-Lösungen eingeführt, die sowohl regulatorischen als auch geschäftlichen Anforderungen gerecht wurden. 

Bei N26 baue ich ein sehr erfahrenes, internationales Team von herausragenden Experten mit umfassender Erfahrung in der Bekämpfung von Finanzkriminalität auf. Gemeinsam arbeiten wir daran, eine noch robustere und zukunftssicherere Compliance-Plattform aufzubauen – immer mit dem Ziel vor Augen, neue Industriestandards zu setzen.

In den vergangenen Jahren haben wir nicht nur das Personal mehr als verdoppelt, um unsere Abteilungen zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (AFC) zu stärken. Wir haben gleichzeitig unsere Herangehensweise in diesem Bereich durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz, fortschrittlichen Algorithmen, statistischer Modellbildung und maschinellem Lernen laufend gestärkt. Wir haben Teams, die daran arbeiten, die Vorteile der Digitalisierung bestmöglich einzusetzen, indem wir sekundäre Metadaten und Verhaltensanalysen verwenden, um betrügerische Muster zu erkennen und schnell auf verdächtiges Verhalten zu reagieren.

Die Entwicklung der richtigen Tools

Wie bereits beschrieben, haben wir unsere Bemühungen in den letzten Monaten verstärkt und ein Programm zur verbesserten Geldwäscheprävention implementiert. Dieses Programm bündelt die Bemühungen anderer N26 Teams und reicht von einer verbesserten Überwachung von Transaktionen bis hin zur Stärkung der Geldwäscheprävention in den  Onboarding-Prozessen unserer Kunden.

Zusätzlich haben wir in den vergangenen Wochen unsere Systeme weiter ausgebaut, damit wir betrügerische Transaktionen in Echtzeit erkennen, blockieren und umgehend an die Financial Intelligence Unit (FIU) melden können. Diesen Meilenstein haben wir durch ständige Investitionen in Automatisierung, künstliche Intelligenz und Verhaltensanalyse erreicht – und zwar im Rahmen unserer fortlaufenden Bemühungen, unsere Prozesse zur Bekämpfung der Finanzkriminalität zu optimieren.

Somit sind wir eine von wenigen europäischen Banken, die durch eine Kombination von Algorithmen, intelligenten Datenpunkten und maschinellem Lernen verdächtige Aktivitäten in Echtzeit erkennen und auswerten können. Die schnelle und erfolgreiche Umsetzung dieser Innovation liegt insbesondere daran, dass N26 großen Wert darauf legt, in die Verbesserung unserer Geldwäscheprävention und die Sicherheit unserer Produkte und Prozesse zu investieren.

Heute sind bereits die ersten Resultate unserer fortlaufenden Investitionen erkennbar:

  • Fortgeschrittene Modelle für maschinelles Lernen sowie erweiterte Funktionen zur Verfolgung und Blockierung von Betrugsversuchen. Diese helfen uns dabei, Betrug schneller zu erkennen, als es im Branchenschnitt üblich ist.

  • Die verbesserte Überwachung rund um die Uhr trägt dazu bei, risikobehaftete und potenziell betrügerische Konten in Echtzeit zu erkennen. So können unsere Teams schneller handeln, um betroffene Konten zu blockieren oder zu schließen, sollten sie ein Potenzial für betrügerische Aktivitäten aufweisen.

  • Zusätzlich haben wir unsere Teams weiter aufgebaut, um diese innovativen Systeme mit menschlicher Expertise und Intelligenz auszubauen. Nur so können potenzielle Betrugsfälle bestmöglich bearbeitet und verdächtige Verhaltensmuster identifiziert werden.

Wir arbeiten sehr eng mit Aufsichts-, Strafverfolgungs- und lokalen Behörden zusammen, um Finanzkriminalität zu bekämpfen. Als Resultat unserer Verbesserungen, unserer schnellen und effizienten Reaktion und unserer Bemühungen, die Strafverfolgungsbehörden bei der Bekämpfung von organisierter Finanzkriminalität zu unterstützen, haben wir bereits positive Rückmeldungen von Ermittlungsbehörden erhalten. So haben wir z. B. dazu beigetragen, international agierende organisierte Banden zu überführen.

Die Einführung restriktiverer Regeln

Neben der Entwicklung und Optimierung unserer Tools haben wir auch die Regeln und Voraussetzungen rund um das Onboarding und die Kontonutzung bei N26 verschärft.

Das haben wir insbesondere unseren KYC-Ansatz durch die Implementierung zusätzlicher Kriterien gestärkt und so über den Branchenstandard gehoben. So können wir potenziell betrügerische Kontoeröffnungen schneller erkennen und blockieren. Durch die Einführung eines intelligenten, fortschrittlichen Algorithmus werden nun zusätzlich zu den aktuellen 210 Datenpunkten mehr als 70 weitere Datenpunkte bei allen Personen überprüft, die ein N26 Konto eröffnen und verwenden möchten. Dies dient dazu, die Echtheit ihrer Identität festzustellen. Der Algorithmus lernt kontinuierlich von vergangenen betrügerischen Verhaltensmustern bei N26 und der gesamten Branche.

Das ist noch nicht alles – wir wissen, dass die Abhebung großer Bargeldbeträge ein Sicherheitsrisiko darstellt. Deshalb haben wir die täglichen Bargeldabhebungslimits in unseren europäischen Märkten von 2.500 € pro Tag auf 1.000 € pro Tag gesenkt. Dies spiegelt auch die Bewegung unserer Kunden weg vom Bargeld und hin zu mobiler Geldverwaltung wider. Außerdem erlaubt uns diese Maßnahme, die Sicherheit von Konten besser zu gewährleisten.

Als Pionier in dieser Branche sehen wir es auch in unserer Verantwortung, unsere Kunden aufzuklären und ein Bewusstsein für Online-Sicherheit zu schaffen. Deshalb haben wir einen umfassenden Sicherheitsleitfaden veröffentlicht und stellen weiterhin zahlreiche Online-Ressourcen zur Verfügung, die sich mit der Sicherheit im Banking befassen.

Wir sind ein führendes Unternehmen im digitalen Banking und wissen, dass wir einen großen Beitrag zur Bekämpfung von Finanzkriminalität im heutigen digitalen Zeitalter leisten müssen. Natürlich liegt die Bekämpfung der globalen Finanzkriminalität in der gemeinsamen Verantwortung der gesamten Branche, der Technologieunternehmen, der Gesellschaft und der Behörden. Wir alle sind Teil dieser Bemühungen und nehmen unsere Verantwortung sehr ernst.

Von N26

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