Rezession in großen Buchstaben geschrieben, umgeben von grauen Wolken während eine Person vor dem Wort steht.

Was ist eine Rezession?

Mit dem Begriff Rezession ist ein Rückgang des Wirtschaftswachstums gemeint. Wie es in Deutschland zu einer Rezession kommen könnte und was das finanziell für dich bedeutet, erklären wir hier.

Lesezeit: 5 Min.

Ob beruflich oder privat – Rezession und Inflation betreffen uns alle. Steigende Produktionskosten und höhere Lebenshaltungskosten können schnell zum Problem werden. Aber warum ist es eigentlich schlecht, wenn die Wirtschaft schrumpft und wie kann sich eine Rezession auf die eigenen Finanzen auswirken? Diese Fragen stellen sich wohl zur Zeit viele. Wir haben sie hier beantwortet.  

Definition: Was ist eigentlich eine Rezession?

Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff Rezession Rückgang. Von einer Rezession sprechen wir immer dann, wenn die Wirtschaft nicht mehr wächst, sondern schrumpft. Sie tritt ein, wenn das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen im Vergleich zum Vorjahr zurückgeht. Genauer gesagt: Sinkt das BIP auf Minus 0,2 Prozent und fällt im nächsten Quartal auf Minus 0,4 Prozent, sprechen wir von einer Rezession.  

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Was sind die Ursachen einer Rezession?

Eine Rezession kann viele Ursachen haben. Sie tritt allerdings oft nach einer Hochphase der Konjunktur oder bei strukturellen Änderungen in wichtigen Branchen auf. Grundsätzlich gehört eine Rezession – genau wie eine Aufschwungphase – zu einem Konjunkturzyklus dazu. Hier haben wir die vier Konjunkturphasen noch einmal zusammengefasst: 

1. Aufschwungphase (Expansion/Prosperität) 

2. Hochkonjunktur (Boom) 

3. Abschwungphase (Rezession)

4. Tiefphase (Depression)

Aktuell spielen allerdings besondere Faktoren eine Rolle und machen eine Rezession in naher Zukunft denkbar. Durch Krisen wie die Corona-Pandemie wurde die Wirtschaft 2020 ordentlich durchgeschüttelt. Lockdown-Regelungen verlangsamten Produktions- und Lieferketten. Dazu kam Anfang 2022 der Angriffskrieg in der Ukraine. Energiekosten stiegen rasant an und sorgten für zusätzliches Gewicht, das derzeit auf der Wirtschaft lastet. 

Was sind die Folgen einer Rezession?

Eine Rezession macht sich zu Beginn vor allem durch einen Nachfragerückgang bemerkbar. Viele Bürgerinnen und Bürger versuchen, so gut es geht Geld zu sparen. Ausgaben werden vorsichtiger getätigt als vorher. Unmittelbare Folgen einer Rezession sind unter anderem: 

  • Gesunkene Investitionsbereitschaft
  • Anstieg der Arbeitslosenzahlen
  • Wachsende Lagerbestände
  • Pessimistische Erwartungen hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung
  • Kurzarbeit und Einstellungsstopp
  • Stagnierendes oder sinkendes Preis-, Lohn- und/oder Zinsniveau
  • Vorübergehende Stilllegung von Produktionsstätten
  • Anstieg der Insolvenzen
  • Fallende Börsenkurse

Geht die Produktionskapazität von Unternehmen aufgrund der Wirtschaftslage zurück, sind die Folgen meist Kurzarbeit oder Entlassungen. Haushalte haben so weniger Geld zur Verfügung, das sie ausgeben können. Die Wirtschaft wird zusätzlich ausgebremst. 

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) spielt für die Investitionsbereitschaft eine entscheidende Rolle. Mit einer Anpassung ihrer Zinspolitik kann sie dafür sorgen, dass Kredite günstiger werden und so stärker investiert wird – beispielsweise in Immobilien oder Unternehmen. Im Umkehrschluss kann die EZB allerdings durch eine Zinserhöhung die Aufnahme von Krediten erschweren und sich so negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirken. 

Rezession und Wirtschaft – die Auswirkungen

Die Auswirkungen einer Rezession auf die Wirtschaft sind massiv. Eine geringe Nachfrage führt zu geringeren Umsätzen und somit zu einer steigenden Arbeitslosigkeit. So kann eine Kettenreaktion in Gang gesetzt werden, in der sich Arbeitslosigkeit, geringer Konsum und schlecht laufende Geschäfte negativ beeinflussen. 

Selbstständige und Kleinunternehmen haben mit einer Rezession oft schwer zu kämpfen – etwa, wenn Umsatzeinbußen, hohe Produktionskosten und fehlende Investoren zur Belastung werden. Ist das Wirtschaftsklima schlecht, wirkt sich das natürlich auch auf die Börsenkurse aus. Wer sein Geld in Aktien investiert, sollte die Entwicklungen genau im Auge behalten. Mit hohen Dividenden und Gewinnen ist während einer Rezession nicht zu rechnen. 

Was bedeutet eine Rezession für den Bürger?

Die Folgen einer Rezession sind für uns alle spürbar – bei der Arbeit oder beim Einkaufen beispielsweise. Steigende Produktionskosten und fehlende Nachfrage können einen ehemals sicheren Arbeitsplatz gefährden. Wenn die Geschäfte schlecht laufen und Anstellungsverhältnisse ins Wanken geraten, wird in der Folge weniger Geld ausgegeben. Durch mangelnde Verfügbarkeit von Waren, höhere Preise oder der sogenannten Shrinkflation – einer versteckten Preiserhöhung – sind die Folgen einer Rezession dennoch spürbar.   

Was passiert mit meinem Geld bei einer Rezession? 

Durch die Corona-Pandemie und den Angriffskrieg in der Ukraine steigen die Produktionskosten für Waren. Unternehmen geben diese höheren Kosten in der Regel an KonsumentInnen weiter, was dafür sorgt, dass Waren teurer werden und die Kaufkraft sinkt. Das eigene Geld und auch das angesparte Vermögen sind so während einer Rezession weniger wert. 

Was passiert bei einer Rezession mit meinen Schulden?

Unter normalen Umständen senkt die EZB in Zeiten der Rezession die Zinsen, um ein günstiges Klima für die Aufnahme von Krediten zu schaffen. Bislang galt: Wer in der Rezession Schulden aufnimmt, zahlt weniger für diese. Im Juli 2022 wurde der EZB Leitzins allerdings erstmals seit 11 Jahren wieder angehoben. So werden Schulden derzeit eher teurer. Mit der Anhebung des Leitzinses versucht die EZB einer steigenden Inflation entgegenzuwirken.    

Wie lange dauert eine Rezession?

Die Dauer einer Rezession ist schwer abzuschätzen und hat historisch gesehen stark variiert: 

  • Erste Ölkrise 1973-1975: 24 Monate
  • Einigungskrise 1991-1994: 40 Monate
  • Finanz- und Wirtschaftskrise 2008-2009: 12 Monate

Was ist der Zusammenhang zwischen Rezession und Inflation?

Inflation wird oft auch als Geldentwertung bezeichnet und bedeutet für dich, dass deine Kaufkraft sinkt. Kurzum: Du bekommst weniger für dein Geld. Die Ursache sind steigende Preise, die durch höhere Produktionskosten verursacht werden. Aktuell sind das vor allem Gas- und Strompreise. 

Wenn ein Bäcker sein Brot beispielsweise mit Strom backt, der doppelt so teuer ist, muss er dieses auch teurer verkaufen. Wenn durch diese steigenden Preise weniger konsumiert wird, bremst das die Wirtschaft zusätzlich aus. So wird Inflation zu einem entscheidenden Faktor der Rezession. Eine sogenannte Hyperinflation ist dann erreicht, wenn die Inflation bei 50 Prozent liegt.  

Wann kommt die nächste Rezession?

Wenn wir noch einmal an die Konjunkturzyklen denken, dann ist eine Rezession ein erwartbarer wirtschaftlicher Vorgang. Eine unendliche Hochkonjunktur ist genauso unwahrscheinlich wie eine endlose Rezession.

Ob und wann es tatsächlich zu einer Rezession kommt, ist schwer abzuschätzen. In Deutschland wird sie durch die steigenden Energie- und Rohstoffpreise allerdings für die kalten Monate wahrscheinlicher. Wie stark eine Rezession ausfallen könnte, wenn sie denn eintritt, bleibt abzuwarten. 

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Gas- und Stromkosten: Wie kann ich während einer Rezession sparen?

Auch in Zeiten der Rezession gibt es viele Spartipps, die helfen können, unnötig hohe Ausgaben zu reduzieren. Kosten für Gas sparen kannst du am besten durch Maßnahmen, die deine Heizung überflüssig machen – beispielsweise eine gute Isolierung an Fenstern, warme Kleidung oder eine Zeitschaltuhr an der Heizung. Auch für Stromeinsparungen gibt es viel Potenzial – z. B. durch energieeffiziente Geräte oder einen Wechsel des Stromanbieters.

Häufig gestellte Fragen zur

Was bedeutet Deflation?

Als Deflation wird das Gegenstück zur Inflation definiert. Die Kaufkraft der Menschen nimmt zu, da Waren und Dienstleistungen günstiger angeboten werden.

Was passiert bei einer Rezession?

Bei einer Rezession wächst die Wirtschaft nicht, sondern schrumpft. Hohe Produktionskosten und eine damit verbundene sinkende Nachfrage können beispielsweise dazu führen, dass das Wirtschaftswachstum zurückgeht.

Wie kann ich monatlich mehr Geld sparen?

Versuche deinen Verbrauch zu senken und verschaffe dir einen Überblick über deine Ausgaben. Grundsätzlich gilt: Spare so viel es geht, aber setze dir keine unrealistischen Ziele. Im Allgemeinen lassen sich deine monatlichen Ausgaben mit der 50-30-20-Regel sehr gut reduzieren.

50 % deines Einkommens für Fixkosten wie Miete, Kredit und Fixkosten 30 % für Ausgaben wie Fitness, Urlaub, Ausgehen 20 % werden als Ersparnisse von deinem Konto abgebucht

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