Bye-bye alte Rollenbilder: Gemeinsames Banking für moderne Paare

In den meisten Beziehungen in Österreich sind es nach wie vor die Männer, die die Finanzen regeln. Doch heutzutage gibt es viele praktische Tools, die das gemeinsame Banking zum Kinderspiel machen.

Lesezeit: 9 Min.

Sie schmeißt den Haushalt, er kümmert sich ums Geld? Lange war die Rollenverteilung in Beziehungen klar geregelt. Zumindest in der österreichischen Vergangenheit, in der die Kinderbetreuung Privatsache war – Mütter mit ihren Kindern also häufiger zuhause blieben und viele Jahre aus dem Berufsleben ausschieden.

Heute lösen sich alte Rollenklischees immer mehr auf. Zwar übernehmen Frauen in Österreich nach wie vor den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit – aktuellen Berechnungen zufolge rund 1:34 Stunden mehr pro Tag als Männer. Doch Männer bringen sich im Vergleich zu früher mehr ein, ihr Anteil liegt mittlerweile bei rund 2:14 Stunden pro Tag (Frauen: 3:48 Stunden). Der Gender Care Gap (GCG) beträgt somit 63 %, drei Prozent weniger als 2008 (66 %)

Das sind wichtige Schritte in Richtung Gleichstellung. Doch wie sieht es beim Thema Finanzen in Österreich aus? Übernehmen Frauen heute auch mehr finanzielle Verantwortung in Beziehungen? Oder anders formuliert: Teilen sich Paare heute öfter die oft unliebsame Aufgabe, die Nebenkostenabrechnung zu prüfen, den günstigsten Stromtarif zu finden oder die Steuererklärung einzureichen? 

Wie es um die finanzielle Gleichstellung in Beziehungen steht

Tatsächlich treffen fast die Hälfte (48 %) der 18- bis 24-jährigen Frauen finanzielle Entscheidungen gemeinsam mit dem Partner. Bei den 65-jährigen Frauen sind es nur 39 %. Das ergab eine Umfrage von GoBankingRates mit 1.000 Frauen in den USA. Was die 2023 veröffentlichte Studie jedoch auch offenbarte: 30 % der Frauen zwischen 18 und 24 geben finanzielle Entscheidungen komplett an den Partner ab. Ältere Frauen verlassen sich weniger auf den Partner: Bei den 35- bis 44-Jährigen sind es 12 %, und bei den 65-Jährigen sogar nur 5 %.

Männer haben nach wie vor das Steuer in der Hand

Fallen junge Frauen der Gen Z also in alte Rollenbilder zurück? Oder haben sie – auch weil sie Entscheidungen eher gemeinsam treffen – mehr Kontrolle als es scheint? Die Studienlage ist noch zu dünn, um diese Frage zu beantworten. Doch auch andere Untersuchungen zeigen, dass die traditionelle Rollenverteilung zur Lebensrealität vieler, auch junger Paare gehört.

Eine von Mastercard beauftragte europaweite Studie mit 12.000 Teilnehmerinnen zwischen 25 und 75 Jahren ergab zum Beispiel, dass in 56 % der Familien der Mann die Geldangelegenheiten regelt. Nur 12 % der Frauen verantworten die Familienkasse selbst, 30 % kümmern sich gemeinsam. Und laut einer globalen Studie von UBS überlassen 59 % der Frauen zwischen 20 und 50 Jahren dem Partner langfristige Finanzentscheidungen. Obwohl sich etwas bewegt, liegt der Großteil der Verantwortung nach wie vor bei den Männern. 

Gender Pay Gap und fehlende Finanzkompetenz bleiben Hauptgründe für finanzielle Abhängigkeit  

Doch warum geben Frauen die Verantwortung ab? Und tun sie es überhaupt freiwillig? In der Mastercard Studie gaben 27 % der österreichischen Frauen an, sich aufgrund des Gender Pay Gap finanziell abhängig von ihrem Partner zu fühlen. Das Gefühl finanzieller Abhängigkeit kann die Rollenverteilung beeinflussen. Wenn der Partner zum Beispiel mehr Geld in die Beziehung einbringt, wird ihm möglicherweise auch mehr Entscheidungsfreiheit zugestanden – und vielleicht auch mehr Kompetenz.

Laut der UBS Umfrage verantworten Frauen zwar öfter kurzfristige finanzielle Angelegenheiten wie den Lebensmitteleinkauf. Bei langfristigen Entscheidungen wie Geldanlagen verlassen sie sich jedoch auf den Partner – weil sie annehmen, er wisse einfach mehr übers Investieren. 68 % der Studienteilnehmerinnen interessierten sich nicht einmal für Geldanlagen. 58 % gaben außerdem an, sich von ihrem Partner weder ermutigt noch dazu eingeladen zu fühlen, eine aktive Rolle in der Finanzplanung einzunehmen. In Österreich ist es tatsächlich nur jede Dritte. Diese Kombination aus geringerem Einkommen, mangelnder finanzieller Kompetenz und fehlender Beteiligung ist ein echtes Problem – und hat viele Konsequenzen.   

Frauen jedes Alters sind armutsgefährdeter als Männer

Kaum jemand denkt gerne über die Finanzierung der eigenen Rente nach, vor allem nicht mit 20 oder 30. Doch Frauen und insbesondere Mütter sollten sich so früh wie möglich mit dem Thema beschäftigen, denn sie haben ein größeres Risiko, in die Altersarmut zu rutschen. Nicht nur das: Eine 2022 veröffentlichte Studie der Europäischen Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen, kurz EU-SILC, zeigte, dass Frauen in jedem Alter armutsgefährdeter als Männer sind. Denn Frauen sind länger als Männer in Elternzeit und arbeiten insbesondere wegen häuslicher Pflichten öfter in Teilzeit, erzielen also meist ein geringeres Einkommen und zahlen weniger in die gesetzliche Rentenkasse ein.

Doch selbst wenn sie durch den Partner versorgt werden: Wie sicher ist dieses Modell, vor allem wenn Frauen nicht in finanzielle Entscheidungen einbezogen werden? Männer mögen sich mehr mit dem Thema Geldanlage auskennen – falsche Entscheidungen können sie trotzdem treffen. Mehrere Studien zeigten, dass Männer bei Investments eher auf höhere Renditen mithilfe von Aktiengeschäften abzielen. Und da niemand vorhersehen kann, wie sich Aktienkurse entwickeln, kann das eine verlustreiche Wette sein. Frauen sind, sofern sie investieren, risikobewusster und verfolgen eher langfristige Ziele. Wäre es nicht sinnvoll, beide Anlagestrategien miteinander zu kombinieren – also gemeinsam zu entscheiden?  

Eine gute Idee: Finanzielle Entscheidungen gemeinsam treffen 

Sich zu zweit um die Finanzen zu kümmern, hat viele Vorteile: Zwei Augenpaare sehen mehr als eines, Entscheidungen lassen sich besser abwägen und die Arbeit ist gerechter verteilt. Denn genauso wie Haushalt und Kinderbetreuung nicht immer Spaß machen oder sogar zu einem Burnout führen können, ist auch Geld ein ernstzunehmender Stressfaktor.

Männlichkeit wird einer repräsentativen Umfrage der Organisation Plan International zufolge auch von jungen Männern noch immer mit Geld und Macht assoziiert – und das erhöht auch den Druck, Karriere zu machen, sich in der Freizeit um die Finanzen der Familie zu kümmern, ein Vermögen aufzubauen und all das ohne fremde Hilfe zu stemmen. Diese große Verantwortung alleine zu tragen ist auf lange Sicht weder gesund, noch hilfreich auf dem Weg zu mehr finanziellem Gleichgewicht in Beziehungen. Die Partnerin stärker einzubeziehen sollte nicht als Machtverlust, sondern als Entlastung und Zugewinn verstanden werden.

Doch unabhängig vom traditionellen Rollenverständnis gilt es auch noch eine andere Hürde zu überwinden: Streit.    

Wie sich finanzielle Verantwortung teilen und das Konfliktpotenzial minimieren lässt

Genau wie bei anderen typischen Streitthemen wie (mangelnder) Ordnung, der Kindererziehung oder dem persönlichen Fahrstil wird auch beim Umgang mit Geld klar, wie unterschiedlich Menschen sein können. Studien zeigen, dass sich 40 % der Konflikte von Paaren um Geld drehen, und auch wenn es nicht das Streitthema Nummer 1 ist, kann der Streit ums Geld die Qualität und Dauer einer Beziehung erheblich beeinträchtigen.

Oft diskutiert werden zum Beispiel unterschiedliche finanzielle Werte, vermeintlich irrelevante Ausgaben oder einseitige Entscheidungen. Auch Gehaltsunterschiede können Konflikte auslösen, zum Beispiel, wenn das traditionelle Machtverhältnis umgekehrt ist, sprich Frauen deutlich mehr Geld verdienen als ihr Partner. Um unangenehme Diskussionen zu vermeiden, sprechen viele Paare gar nicht erst über Geld. Auch das könnte ein Grund dafür sein, warum Frauen Männern sogar freiwillig das Feld überlassen: Vielleicht möchten sie die Harmonie wahren. 

Doch es gibt Wege, sich über Geld zu verständigen, ohne darüber in Streit zu geraten. Zum Beispiel, indem beide PartnerInnen ihre unterschiedlichen Herangehensweisen anerkennen, sich kompromissbereit zeigen und Kosten gerecht aufteilen. Darüber hinaus gibt es viele praktische Tools und Finanzprodukte, die gemeinsames Kostenmanagement erleichtern können.  

Gemeinsam Geld verwalten: Das 3-Konten-Modell

Die Zeiten, in denen Frauen kein eigenes Bankkonto eröffnen durften, sind glücklicherweise vorbei (wenn auch erst seit 1962). Warum also in einer Partnerschaft aufs private Konto verzichten? Gleiches gilt selbstverständlich für Männer, denn finanzielle Freiheit ist für jeden Menschen von hohem Wert. Das 3-Konten-Modell verbindet beides: finanzielle Unabhängigkeit und geteilte Verantwortung.

Beide PartnerInnen behalten ihr Konto für persönliche Ausgaben und nutzen ein Gemeinschaftskonto für geteilte Kosten wie die Miete, das Auto oder Lebensmittel. Sie sind beide KontoinhaberInnen, können Überweisungen tätigen, mit ihrer Karte bezahlen und Kontobelege einsehen. Das schafft ein hohes Maß an Transparenz, gegenseitiger Kontrolle und Verantwortung. Gleichzeitig bewahren sich beide ihre finanzielle Freiheit und verringern so auch das Konfliktpotenzial. Wofür sie oder er das eigene Geld ausgibt, steht nicht zur Debatte – solange beide ihren vereinbarten Anteil leisten und gemeinsame Ausgaben fair aufteilen.

Finanzielle Pläne schmieden: Budgetierungsmethoden und Sparpläne

Ob eine neue Küche, eine Backpacking-Tour oder ein E-Auto: Jedes Paar hat Träume. Finanzen spielen dabei immer eine Rolle und sollten thematisiert werden. Zunächst ist es wichtig, den gemeinsamen finanziellen Spielraum zu kennen und ein Budget festzulegen, zum Beispiel mithilfe der 50-30-20-Regel. Auf einem verzinsten Tages- oder Festgeldkonto können Ersparnisse weiter wachsen – und bleiben im Alltag unangerührt, da das Geld unabhängig vom Hauptkonto verwaltet wird.

Paare sollten auch über ihre langfristigen Ziele sprechen. Vielleicht will der Partner früher in den Ruhestand gehen und dafür möglichst viel Geld sparen, während der oder die andere bis 67 (oder darüber hinaus) arbeiten muss. Langfristige Anlageoptionen wie ETF-Sparpläne können eine Möglichkeit sein, die gesetzliche Rente aufzubessern. Es gibt viele Blogs und Videos mit gut aufbereiteten Informationen und leicht verständlichen Beispielen, mit denen sich Paare dem Thema gemeinsam nähern können. Wie wäre es also, abends eine Stunde weniger mit der Lieblingsserie zu verbringen und diese Zeit der finanziellen Bildung zu widmen? Auf der Couch kuscheln und Chips naschen lässt sich dabei auch. 

Ausgaben analysieren: Digitale Tools zur Kategorisierung

Der wahrscheinlich größte Streitpunkt vieler Paare ist das persönliche Ausgabeverhalten. Das zeigt sich schon beim Thema Lebensmitteleinkauf: Eigenmarken vs. Luxusprodukte, Discounter vs. Bioladen, frische Dinkelpasta vs. Instantnudeln. Niemand sollte auf die Lieblingsprodukte verzichten, doch wenn die Haushaltskasse schon nach dem ersten Wocheneinkauf leer ist, muss sich etwas ändern.

Analyse-Tools und Spar-Apps verraten, wohin das Geld jeden Monat fließt, denn sie sortieren Ausgaben automatisch nach ihrer Kategorie. Indem Paare variable Kosten für Lebensmittel, Drogerie- und Haushaltsprodukte, Technik oder Restaurantbesuche genauer unter die Lupe nehmen, können sie leichter Sparpotenziale identifizieren. Das hilft auch, Streit zu vermeiden. Denn statt sich in Anschuldigungen à la “Du kaufst immer die teuersten Marken” oder “Nie gönnst du mir was” zu verlieren, sehen beide PartnerInnen schwarz auf weiß, was sie wirklich ausgeben und ändern können. Und auch hier lohnt sich das 3-Konten-Modell: Wer sich trotz gemeinsamer Sparmaßnahmen edle Feinkost oder die neuesten Gadgets leisten möchte, kann diese Ausgaben mit dem eigenen Geld bestreiten. 


Die finanzielle Zukunft in die Hand nehmen – mit N26

Und, wie behandelst du das Thema Finanzen in deiner Beziehung? Ganz gleich, was du noch verbessern möchtest: N26 ist an deiner Seite. Mit dem kostenlosen Gemeinschaftskonto kannst du das 3-Konten-Modell einführen und die gemeinsamen Ausgaben kinderleicht am Smartphone verwalten. Lass Miete und Co. direkt abbuchen, zahle Einkäufe bequem mobil oder per Karte und analysiere Ausgaben mit dem Insights-Feature, um Sparpotenziale aufzudecken.

Dank Push-Nachrichten in Echtzeit bist du über jede Kontobewegung informiert, und in der App hast du schnellen Zugriff auf eure Kontoauszüge – egal, wo du gerade bist. Alles, was du dafür brauchst, ist dein Smartphone und etwa 8 Minuten Zeit, denn N26 ist 100 % mobil. So sparst du dir den Gang in die Bankfiliale und den Papierkram – und kannst deine Beziehung schon heute aufs nächste Level heben.

Beiträge, die dem folgenden Thema entsprechen

Von N26

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