Was sind Notgroschen und Notfallfonds? So sicherst du deine finanzielle Zukunft ab

Indem du gut vorsorgst und Geld für Notfälle beiseitelegst, kannst du gelassener in die Zukunft blicken. Hier erfährst du, wie du einen Notfallfonds anlegen kannst.

Lesezeit: 8 Min.

Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, sicher in die Zukunft blicken zu können – dabei kann dir ein Notfallfonds oder Notgroschen helfen. Viele von uns warten immer sehnlichst auf den Zahltag. Aber legen wir auch genug Geld für Sparziele und Notfälle beiseite? Wie gut sind wir gegen unvorhergesehene Situationen vorbereitet?

Wie viel sollte man in einen Notfallfonds investieren und gibt es einen Unterschied zwischen Notfallfonds und Notgroschen? Wir haben für dich recherchiert!


Einfach gesagt ist ein Notfallfonds eine Art finanzielles Sicherheitsnetz, das dich gegen unvorhergesehene Notfälle absichert. Anstatt im Notfall den Überziehungskredit deines Bankkontos nutzen oder dir Geld leihen zu müssen, kannst du auf diesen Krisenfonds zurückgreifen. So musst du dir keine Sorgen machen, dass sich die Notlage auf deine restlichen Finanzen auswirkt.

Auf den Notfallfonds solltest du wirklich nur dann zurückgreifen, wenn etwas völlig Unerwartetes passiert, das dich zum sofortigen Handeln zwingt und dir keinen finanziellen Spielraum lässt. Hier ein paar Beispiele:

  • Wenn du unerwartet deinen Job verlierst und deine einzige Einkommensquelle wegfällt

  • Wenn die Wirtschaft in eine Rezession gerät und du dadurch einen erheblichen Einkommensverlust erleidest

  • Wenn du plötzlich umziehen musst, um dich um einen pflegebedürftigen Verwandten zu kümmern


Der Notgroschen hat in etwa die gleiche Funktion wie ein Notfallfonds, zielt jedoch auf die Deckung unerwarteter Kosten für eher kleinere Anschaffungen ab. Diese einmaligen Ausgaben könnten zum Beispiel die Folgenden sein:

  • Kauf eines neuen Kühlschranks, weil der aktuelle den Geist aufgegeben hat

  • Rechnung vom Tierarzt, wenn deine Katze auf medizinische Hilfe angewiesen ist

  • Kosten für eine Autoreparatur

  • Kauf eines neuen Smartphones im Falle eines Diebstahls

All diese Ausgaben sind zwar notwendig, aber nicht ganz so kostspielig oder dramatisch wie diejenigen, gegen die dich der Notfallfonds absichert.


Indem du Geld für einen Notfallfonds oder Notgroschen beiseitelegst, investierst du im Prinzip in eine stressfreiere Zukunft. Wenn dann mal wirklich ein Notfall passiert – egal, ob klein oder groß – hast du bereits finanziell vorgesorgt und kannst dich auf die anderen Aspekte fokussieren.

Deshalb empfehlen wir dir, Geld zurückzulegen, wann immer du kannst – oder zumindest einmal im Monat. Überlege dir einen sinnvollen Betrag (siehe auch unsere Tipps weiter unten) und sei konsequent. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken!

Ein Notfallfonds bringt mehrere Vorteile mit sich:

  • Weniger Stress und die Gewissheit, im Notfall auf ein finanzielles Sicherheitsnetz zurückfallen zu können

  • Du entwickelst eine Sparmentalität. Wenn du dich mit deiner finanziellen Zukunft auseinandersetzt, läufst du weniger in Gefahr, vorschnelle finanzielle Entscheidungen zu treffen.

  • Ein Notfallfonds schützt dich auch davor, im Notfall auf deine anderen Sparkonten zurückgreifen zu müssen. So kannst du deine Sparziele konsequent verfolgen.


Experten empfehlen, dass dein Notfallfonds deine festen monatlichen Lebenshaltungskosten (einschließlich Miete, Versicherung, Gas- und Stromrechnung usw.) für etwa drei bis sechs Monate abdecken sollte. Manche ziehen es vor, auch variable Ausgaben (Lebensmitteleinkäufe, Geld für Unterhaltung und Shopping usw.) in das Budget einzubinden.

Der Unterschied zwischen Fixkosten für drei Monate und für sechs Monate ist natürlich groß – die Entscheidung hängt aber von deinem Lebensstil ab. Menschen, die alleine leben oder kein gesichertes Einkommen haben (z. B. Freelancer) sicherheitshalber für sechs Monate vorsorgen. Menschen mit einem geregelten Einkommen oder Menschen, die mit anderen Familienmitgliedern zusammenleben, können im Notfall normalerweise auf die finanzielle Hilfe ihrer Mitbewohner zählen – in diesem Fall reicht ein Notfallfonds aus, der die Fixkosten für drei Monate deckt.


Dein Notgroschen sollte ausreichen, um kleinere Notfälle im Alltag abzudecken. Das hängt natürlich auch wieder von deinen individuellen Lebensumständen ab. Allgemeine Empfehlungen schwanken zwischen 500 € und 2.500 € – wir empfehlen auf Nummer sicher zu gehen und mindestens 1.000 € anzusparen. Aber denk dran: 1.000 € reichen zwar in der Regel aus, um einen neuen Kühlschrank zu kaufen oder eine unerwartete Tierarztrechnung zu begleichen – beides gleichzeitig könnte aber schwierig werden. Sorge deshalb dafür, dass du deinen Notgroschen immer aufstockst, nachdem du ihn verwendet hast.

Natürlich kannst du die Zukunft nicht vorhersehen (oder?). Aber trotzdem empfiehlt es sich, zunächst deine aktuelle Situation zu bewerten und dann zu schauen, ob sich irgendwelche zukünftigen Ausgaben vorhersagen lassen. So kannst du eher einschätzen, ob du 500 € sparen solltest oder mehr. Hier einige Beispiele dafür:

  • Kosten für eine Autoreparatur, wenn dein Auto pannenanfällig ist

  • Tierarztrechnungen, wenn du ein älteres Haustier besitzt

  • Eine Zahnarztrechnung, wenn du in der Vergangenheit häufiger zahnärztliche Behandlungen in Anspruch genommen hast (und der Zahn schon wieder ein bisschen wehtut)

  • Ältere Haushaltsgeräte, die nicht mehr so gut funktionieren – insbesondere, wenn sie nicht mehr unter die Garantie fallen.

Schaffe dir also einen Überblick darüber, welche kleineren Ausgaben in Zukunft möglicherweise auf dich zukommen könnten. So kannst du besser abschätzen, welchen Betrag du für den Notgroschen vorsehen solltest.

Da es leichter ist, etwas für den Notgroschen zurückzulegen, solltest du dich erst einmal darauf konzentrieren. Du kannst davon ausgehen, dass du öfter auf deinen Notgroschen zurückgreifen wirst als auf deinen Notfallfonds: Es ist wahrscheinlicher, dass dein Kühlschrank den Geist aufgibt, als dass du in eine wirklich schwierige Notlage gerätst. Daher ist es ratsam, erst mal ein Polster für die kleineren Überraschungen des Alltags anzulegen.


Das Anlegen eines Notfallfonds oder eines Notgroschens mag etwas kompliziert wirken – aber mit diesen Schritten ist es gar nicht so schwer. Wenn du diese Rücklagen in deinen monatlichen Sparplan aufnimmst, wird es ganz einfach zur Gewohnheit. Wir haben hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für dich zusammengestellt.

Der erste Schritt ist das Festlegen eines realistischen Budgets. Das machst du am besten wie folgt:

  1. Erfasse deine gesamten Ausgaben über 30 Tage und notiere dabei alle Einnahmen und Ausgaben.

  2. Unterscheide zwischen fixen und variablen Kosten. Zu deinen Fixkosten zählen sämtliche Kosten, die du nicht verändern kannst (Miete, Schuldentilgung, Kfz-Versicherung). Variable Kosten sind die, die du flexibler gestalten kannst (z. B. Einkauf, Ausgehen, Mitgliedschaft im Fitnessstudio).

  3. Lege einen Prozentsatz deiner variablen Kosten fest, den du monatlich zunächst für den Notgroschen und später dann für den Notfallfonds zurücklegen kannst. Wenn dein monatliches Einkommen z. B. 3.000 € beträgt und sich deine monatlichen Fixkosten auf 2.000 € belaufen, bleiben dir für den Monat 1.000 € für variable Kosten übrig. Davon könntest du beispielsweise 25 % sparen – das wären 250 € pro Monat. In vier Monaten hättest du bereits genug für den Notfallgroschen und kannst danach für deinen Notfallfonds sparen.

Klar, Fixkosten für sechs Monate sind eine ziemlich große Summe. Lass dich aber nicht entmutigen! Es ist besser, nur wenig Geld beiseite zu legen, als gar nichts zu sparen: Wenn du z. B. wöchentlich 30 € sparen kannst, sind das über das Jahr gerechnet immerhin 1.440 €. Ein Notfall könnte bereits morgen oder aber erst in zehn Jahren eintreten. Wenn du nur schon 30 € pro Woche beiseitelegst, hast du in zehn Jahren ganze 14.400 € angespart!

Sobald du weißt, wie viel du monatlich sparen willst, kannst du das Sparen automatisieren. Das bedeutet, einen monatlichen Dauerauftrag von deinem Konto auf dein Sparkonto einzurichten, damit du keine Gedanken an die manuelle Überweisung verschwenden musst und weniger der Versuchung ausgesetzt bist, das Geld auszugeben. Mit dem Feature Regeln für N26 Spaces kannst du das mit nur wenigen Klicks machen, ohne extra ein Sparkonto eröffnen zu müssen.

Versuche, deinen Sparplan möglichst nur positiv anzupassen. Hast du in einem Monat weniger Geld ausgegeben und deshalb am Monatsende ein paar Euro mehr auf dem Konto? Dann lege sie am besten auch gleich für dein Notfallbudget oder ein Sparziel beiseite. Wenn du umgekehrt merkst, dass du kaum über die Runden kommst, lege monatlich weniger beiseite – wenig sparen ist immer noch besser als gar nicht sparen.

Belohne dich jedes Mal, wenn du einen wichtigen Meilenstein erreicht hast! Nehmen wir zum Beispiel an, dass du einen Notfallfonds in Höhe von 6.000 € vorgesehen hast. Gönn dir jedes Mal, wenn du 1.000 € zurücklegen konntest, einen Kinobesuch oder einen Friseurbesuch. Es ist wichtig, den Prozess so angenehm wie möglich zu gestalten – denn so bleibst du am ehesten langfristig dran.

Dein Notfallfonds und dein Notgroschen sollten an einem Ort aufbewahrt werden, auf den du in Krisenzeiten leicht zugreifen kannst. Ein digitales Bankkonto oder Sparkonto sind gute Optionen, da du immer und überall auf sie zugreifen kannst. Darüber hinaus ist es wichtig, dass du deinen Notfallfonds und Notgroschen getrennt voneinander und von deinem normalen Girokonto aufbewahrst – so kannst du verhindern, dass du das gesparte Geld aus Versehen ausgibst.

Aller Anfang ist schwer – auch beim Sparen. Es kann aber einfacher sein, als du denkst! Mit diesen Tipps kannst du deine Sparziele noch schneller erreichen:

  • Überweise alle Steuerrückzahlungen, Arbeitszulagen oder Geldgeschenke in dein Sparkonto

  • Verkaufe alte Gegenstände und Kleidung, die du nicht mehr nutzt, im Internet. Lege das Geld direkt für deinen Notfallfonds beiseite

  • Wenn du viel Freizeit und kreative Hobbys hast, könntest du auch in Erwägung ziehen, einen Nebenerwerb aufzubauen

  • Versuche, einen Monat lang keine variablen Kosten auszugeben. Zu schwierig? Dann bestimme einen Tag pro Woche, an dem du nichts ausgibst (Fixkosten ausgenommen)


Mit N26 wird das Sparen für deinen Notfallfonds und deinen Notgroschen zum Kinderspiel. Lege Spaces (Unterkonten) an, um deine Finanzen einfacher zu organisieren und deine Sparziele zu verfolgen. Das Statistik-Feature gibt dir einen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben – so kannst du dir schnell und einfach bessere finanzielle Gewohnheiten aneignen.

Möchtest du mehr über das Sparen erfahren? In unserem Leitfaden erfährst du, wie du deine Sparziele am besten angehst.


yourmoney.com

Von N26

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