Ein Mann mit Hut und Sonnenbrille blickt in die Ferne.

Der hohe Preis, den Schein zu wahren

Der Vergleichsdruck in den sozialen Medien kann finanziell und mental anstrengend sein. Erfahre hier, wie du besser auf deine finanzielle und mentale Gesundheit achten kannst.

Lesezeit: 7 Min.

Der Druck, einen perfekten und fototauglichen Lebensstil zu führen, war wohl noch nie so groß wie heute, wo soziale Medien, Influencer und gezielte Anzeigenkampagnen die Oberhand haben. Aber die Bemühungen, diesen Schein aufrechtzuerhalten, können einen sehr teuer zu stehen kommen. Vom zwanghaften Geldausgeben bis hin zum Verschweigen von Schulden können sie das psychische Wohlbefinden, Beziehungen und eine langfristige Finanzsicherheit dauerhaft gefährden. Dabei brauchst du nur umzudenken, um aus diesem endlosen Vergleichsdruck auszubrechen und finanzielle und mentale Freiheit zu erreichen.

Warum wollen wir den Schein aufrechterhalten?

Das Bedürfnis nach Bestätigung ist tief im Menschen verwurzelt. Deshalb suchen die Menschen unbewusst (und manchmal auch bewusst) in ihrem Umfeld nach Bestätigung ihres sozialen und wirtschaftlichen Status. Früher bedeutete dies, genau darauf zu schauen, was der Nachbar besitzt. Doch in der heutigen Welt kommen diese Signale durch Reality-TV, gezielte Werbung und soziale Medien.

Letztere befinden sich in vielerlei Hinsicht in einer Endlosschleife. Je mehr Menschen hoffen, durch das Posten von Inhalten ihres anscheinend perfekten Bilderbuchlebens Bestätigung zu finden, desto mehr kann dies bei ihren Peers das Gefühl erzeugen, „etwas verpasst zu haben“. Dadurch fühlen diese sich dann wiederum unter Druck gesetzt, ähnliche Inhalte zu posten – ob es sich um Fotos von einem Festessen, exotischen Urlaubszielen oder einer wilden Hausparty handelt. Einige posten in erster Linie deshalb etwas auf den sozialen Medien, um – bewusst oder unbewusst – bestimmte Merkmale der Zugehörigkeit zu einer sozialen oder gesellschaftlichen Gruppe zu zeigen. 

Dies liegt teilweise an einem Phänomen, das man „demonstrativer Konsum“ nennt: etwas kaufen oder einen Dienst bestellen, um den Wohlstand und den sozialen Status zu zeigen. Dieses Verhalten wird aber nicht nur durch die sozialen Medien angeheizt. Gezielte Marketingstrategien vermitteln oft ein Gefühl der Knappheit, um impulsive Käufe auszulösen. Dabei verwenden sie Schlagwörter wie „fast ausverkauft“ oder „zeitlich begrenztes Angebot“. E-Mail-Marketing, Fernsehwerbung und Plakate tragen weiter dazu bei und normalisieren den Impuls, zu viel Geld auszugeben. 

Die finanziellen Kosten eines Bilderbuchlebens

Die sozialen Medien können die Ausgabegewohnheiten enorm beeinflussen. Laut einer von Schwab im Jahr 2019 durchgeführten Umfrage haben mehr als ein Drittel aller Amerikaner ihre Ausgaben geändert, weil ihre Freunde etwas in den sozialen Medien gepostet haben. Die Befragten gaben außerdem an, dass die Social-Media-Plattformen sie negativ bei Kaufentscheidungen beeinflusst haben. Wenn man dies mit fast der Hälfte der Amerikaner verbindet, die zugeben, dass sie emotional getrieben werden, Dinge zu kaufen, die sie sich gar nicht leisten können, wird schnell klar, wie kostspielig es werden kann, wenn man den Schein aufrechterhalten möchte.

Ganz allgemein wird jemand, der immer über seine Verhältnisse lebt und seine Außendarstellung über die finanzielle Sicherheit stellt, ganz unabhängig vom Einkommen, irgendwann wahrscheinlich finanzielle Probleme haben. Viele nehmen sogar Kredite auf oder lassen sich neue Kreditkarten ausstellen, um die Kosten dieses Schneeballeffekts zu decken. Dies kann, wenn man nicht aufpasst, schnell in die Schuldenfalle führen. 

Die Gefahren, die es birgt, seine Schulden zu ignorieren, um die Fassade des finanziellen Wohlstands aufrechtzuerhalten, werden jedoch oft übersehen – insbesondere im Zeitalter der sozialen Medien. Auf diesen Plattformen wird nur eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl an Bildern gezeigt – nur ganz wenige posten ehrlich etwas über ihre horrenden Kreditschulden und ein leeres Sparkonto. Wenn jemand einmal in dem Teufelskreis, über seine Verhältnisse zu leben, gefangen ist, hat er leider oft nur wenig Chancen, den Lebensstil, den er online darstellt, auch tatsächlich zu erreichen. 

Die psychische Belastung, sich ständig zu vergleichen

Wenn man unbedingt mit anderen mithalten möchte, gibt es oft keinen Endpunkt – es ist ein Spiel, das man nicht gewinnen kann. Auf den meisten Social-Media-Plattformen können die Nutzer lange scrollen und sich unendlich mit ihren Peers vergleichen. Dadurch wird die mentale Gesundheit ernsthaft beeinträchtigt. Viele erleben sogar Depressionsschübe, Finanzsorgen, belastete Beziehungen und haben ständig das Gefühl, nicht mithalten zu können.

Aber es ist nicht nur der Stress, ständig der nächsten Modeerscheinung hinterherjagen oder am neuesten Hotspot gesehen werden zu müssen, der psychisch anstrengend sein kann. Auch die Furcht davor, damit aufzufliegen, dass man über seine Verhältnisse lebt, kann tiefe Ängste und Scham hervorrufen. Permanente Frustration und die Wut, nicht „genug“ zu sein, kann unglaublich isolierend sein und Menschen dazu treiben, Drogen zu konsumieren oder auf andere Weise Trost zu suchen.

Menschen, die hoch verschuldet sind (neben Hypotheken), haben außerdem ein dreimal höheres Risiko, an Depressionen oder Angstzuständen zu leiden. Je mehr Schulden sich anhäufen, desto leichter wird es, dem Gefühl der Hoffnungslosigkeit nachzugeben. Es kann sich dann anfühlen, als wäre es unmöglich, die Schulden jemals wieder loszuwerden. Ist man einmal in diesem Schuldenkreislauf gefangen, spielt die Scham darüber hinaus eine wichtige Rolle. Sie kann dazu führen, dass die Betroffenen die Realität ihrer finanziellen Situation vor sich selbst und anderen verbergen und nicht die Unterstützung suchen, die sie oft dringend benötigen. 

Wie man dem Teufelskreis entkommt

Um wieder aus diesem Teufelskreis des finanziellen Scheins auszubrechen, muss man umdenken – und einige beherzte Schritte gehen. Nimmt man eine Perspektive ein, die sich auf finanzielle Sicherheit, achtsame Ausgaben und finanzielle Freiheit konzentriert, ist es möglich, wieder Kontrolle über seine Finanzen zu erlangen, Ängste abzubauen, neue Ruhe zu finden und sich wieder wohlzufühlen. Sehen wir uns hier an, wie das geht.

1. Weniger soziale Medien nutzen 

Alle, die besonders anfällig für die negativen Auswirkungen der sozialen Medien sind, sollten sie weniger nutzen. Das kann bedeuten, dass man die Zeit, die man auf bestimmten Plattformen verbringt, kontrolliert, die Zeit zum Scrollen einschränkt und Profilen, die Gefühle von Minderwertigkeit auslösen, nicht mehr folgt. Wenn man nicht mehr so viel Lärm von den sozialen Medien mitbekommt, kann man sich leichter wieder um sein persönliches Wohlbefinden, seine finanziellen Ziele und die Prioritäten im echten Leben kümmern.

2. Ein Budget erstellen

Ein Budget zu erstellen kann der Schlüssel sein, um bessere finanzielle Gewohnheiten zu etablieren und finanzielle Stabilität zu erreichen. Wenn man weiß, wie viel Geld am Ende eines jeden Monats zur Verfügung steht, ist es viel einfacher, einen Beitrag für bestimmte Ziele zu sparen. Der erste Schritt auf diesem Weg besteht darin, die Einnahmen mit den Ausgaben abzustimmen und alle Ausgaben in zwei Kategorien einzuteilen: feste und variable Kosten. 

  • Feste Kosten (d. h. wichtige Kosten wie Miete, Umlagen und Versicherung) 
  • Variable Kosten (d. h. nicht lebensnotwendige Kosten wie Streaming-Abonnements oder impulsive Online-Käufe)

Wenn du mindestens drei Monate lang die Aktivitäten auf deinem Bankkonto beobachtest, sollten sich klare Ausgabenmuster herauskristallisieren. Damit fällt es dir leichter, zu sehen, wo du sparen kannst. Dann kannst du berechnen, wie viel Geld jeden Monat übrig bleiben sollte, damit du Schulden tilgen oder auf etwas sparen kannst, was du dir wirklich wünschst. 

3. Sich von Schulden befreien

Im Laufe der Zeit kann sich durch übermäßige Ausgaben ein Schuldenberg anhäufen. Diesen wieder abzubauen, kann zwar schwierig sein, ist aber durchaus möglich. Zwei beliebte Methoden, um schuldenfrei zu werden, sind die Schneeballmethode und die Schuldenlawine. Bei der Schneeballmethode sollst du zuerst die kleinsten Schulden tilgen, bevor du zu den größeren übergehst. Dieser Ansatz gibt dir das gute Gefühl, dass du etwas geschafft hast, wenn die kleineren Schulden getilgt sind, was viele als motivierend empfinden. Bei der Schuldenlawinenmethode hingegen werden zuerst die Schulden mit den höchsten Zinssätzen getilgt, wodurch du auf lange Sicht mehr Geld sparen kannst. 

Egal, für welche Methode du dich entscheidest, es ist wichtig, dass du regelmäßige Zahlungen leistest, unnötige Ausgaben reduzierst und zusätzliche Einkommensquellen findest. Wenn du dich an einen gut durchdachten Schuldentilgungsplan hältst, kannst du nach und nach alle Schulden abbauen und den Weg in eine bessere finanzielle Zukunft ebnen.

4. Einen Nordstern schaffen

Wenn du Spontankäufe und überhöhte Ausgaben in den Griff bekommen hast, kannst du damit anfangen, auf bestimmte Dinge zu sparen. Das kann eine Notreserve, ein Urlaub, ein Sofa oder ein aufregendes neues Spielzeug für dein Haustier sein. Geld ausgeben sollte nicht als etwas grundsätzlich Negatives angesehen werden. Außerdem kann das Sparen auf finanzielle Ziele, die mit deinen Vorstellungen und Wünschen übereinstimmen, ein großer Motivator sein, um gesunde finanzielle Gewohnheiten für dein ganzes Leben zu schaffen und beizubehalten.


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