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German Angst und Kreditkarten

geposted von N26 • Banking • April 14, 2016

Liebe Fans zeitgemäßer Zahlungsmittel!

Wir sind begeistert von eurem überwältigenden Einsatz für die NUMBER26 NO-CASH CHALLENGE im April. Chapeau!

Wir wissen aber auch, dass es gerade in Deutschland und Österreich noch immer nicht ganz einfach ist, auf der Höhe der Zeit zu zahlen. Die Schauplätze unseres Experiments gehören zu den international rückständigsten, wenn es um den tagtäglichen Geldverkehr geht.

160413_infographic_cash-credit-comparison-blog_DEDeutsche und österreichische Geldbeutel sind im Schnitt mit doppelt soviel Bargeld gefüllt wie holländische, US-amerikanische oder französische. 

Wie die Bundesbank veröffentlichte, besaß noch 2014 nicht einmal jeder dritte Deutsche überhaupt eine Kreditkarte.

Woher kommt die Lust zwischen Kiel und Klagenfurt, viel Bargeld mit sich herumzutragen?

In Diskussionen werdet ihr immer wieder hören, dass es um die persönliche Ausgabenkontrolle geht. Dabei sind wir sicher, dass gerade der Umgang mit Scheinen und Münzen ein schwarzes Loch ist, in dem sämtliche Ausgaben für alle Zeit verschwinden, während Kartenzahlungen in der App analysierbar bleiben.

Andere werden sagen, dass die Anonymität des Bargelds ein großer Vorteil ist – und nach allem, was im letzten Jahrhundert in zwei Diktaturen auf deutschem Boden passiert ist, ist die Zurückhaltung mit mächtigen Staatsapparaten mehr als verständlich.

Ebenfalls historisch argumentiert Quartz und hilft uns damit, die Lage im deutschsprachigen Markt besser zu verstehen. In einem Satz lautet die These der Journalisten: “German Angst vor Kreditkarten”.

Kein historisches Ereignis hat den Umgang der Deutschen mit ihrem Zahlungsmittel stärker geprägt als die große Inflation in den Zwanzigern. Eine Zeit, in der Geld so stark an Wert verlor, dass die Menschen ihre Wände mit Scheinen tapezierten, ihre Öfen damit befeuerten oder daraus Drachen bauten.

Studien zeigen, dass die Inflation nicht zu einem Misstrauen gegenüber physischem Geld führte, sondern Unwohlsein mit virtuellem Geld auf dem Bankkonto förderte. (Angestellte wurden in den frühen Morgenstunden ausgezahlt, damit sie noch mit Bargeld einkaufen konnten, solange es etwas wert war. Als Faustregel gilt seitdem: Je handfester, desto besser.)

Darüberhinaus sitzt seit diesen Tagen ein Gedanke fest in den Köpfen rundum Alpen und Mittelgebirge: Schulden sind böse. Die Aversion gegen Kreditkarten hat die gleichen psychologischen Gründe wie die Ablehnung, ein Haus auf Pump zu finanzieren (deswegen ist auch Hausbesitz in diesen beiden Märkten besonders niedrig.)

Weder das deutsche noch das österreichische Volk gilt seitdem als besonders optimistisch im Hinblick auf die Zukunft – eine wichtige Grundvoraussetzung, um sich auf neue Technologien mit tollem Potenzial zu verlassen.

Ihr denkt, die Inflation der Zwanziger ist ganz schön lange her? Sehen wir genauso. Deswegen, liebe Freunde zukunfsfähiger Bezahlmethoden, sind wir stolz auf Unterstützer wie euch. Wir wünschen euch viel Optimismus und Euphorie für die nächsten Tage – bleibt dran!